Wadephul: Kein Anhaltspunkt fĂŒr US-MilitĂ€raktion in Grönland
13.01.2026 - 06:23:28"Ich habe keinen Anhaltspunkt dafĂŒr, dass das ernsthaft erwogen wird", sagte der CDU-Politiker vor Journalisten nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen Marco Rubio in Washington. Er fĂŒgte hinzu: "Ich glaube, dass es ein gemeinsames Interesse gibt, dass wir uns um die Sicherheitsfragen, die im arktischen Raum auftreten, kĂŒmmern sollten und kĂŒmmern werden."
Er begrĂŒĂe sehr, dass es in dieser Woche GesprĂ€che zwischen der dĂ€nischen Regierung und der US-Regierung ĂŒber Grönland geben werde, sagte Wadephul. "Und ich habe gar keinen Zweifel, dass dies in einem freundschaftlichen und partnerschaftlichen Rahmen geschehen wird."
US-PrĂ€sident Donald Trump macht unterdessen immer wieder deutlich, dass er die offiziell zum Nato-Partner DĂ€nemark gehörende Insel unter Kontrolle der Vereinigten Staaten bringen will - zur Not auch auf "die harte Art und Weise". Er verweist auf die strategische Bedeutung der Insel, eine zuletzt groĂe PrĂ€senz von russischen und chinesischen Schiffen in der Region - und auf die BodenschĂ€tze Grönlands. FĂŒr Beunruhigung sorgen Trumps Aussagen vor allem, weil er militĂ€rischen Zwang nicht ausschlieĂt.
Wadephul appelliert an Zusammenhalt der Nato
Wadephul sagte nach dem GesprÀch mit Rubio weiter, die Nato sei dabei, zur Sicherheit in der Arktis "noch einmal konkretere PlÀne zu entwickeln", die dann mit den USA besprochen werden. Dies habe man zwar aktuell bisher nicht machen können, "aber die Bereitschaft dazu, diese Fragen im Nato-Raum zu diskutieren, die ist selbstverstÀndlich allerseits vorhanden".
Zugleich betonte er, wenn es um Angelegenheiten gehe, die Grönland und DĂ€nemark betrĂ€fen, "ist es an Grönland und an DĂ€nemark darĂŒber zu entscheiden. Und ist es an den Menschen, die auf Grönland leben, darĂŒber zu entscheiden."
Treffen mit UN-GeneralsekretÀr in New York
Im Anschluss reiste Wadephul mit dem Zug nach New York, um dort UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zu treffen. Hintergrund ist unter anderem die US-AnkĂŒndigung, sich aus 66 internationalen Organisationen zurĂŒckzuziehen, darunter zahlreiche UN-Organisationen. Der Austritt wird damit begrĂŒndet, dass die Organisationen nicht mit den Interessen der USA vereinbar seien. Bei vielen Organisationen geht es um Umwelt und Klima, Geschlechtergerechtigkeit, Bildung, Demokratie, Zivilgesellschaft und Rechtsstaatlichkeit.

