Baubranche erwartet weniger als 200.000 neue Wohnungen
27.03.2026 - 05:21:19 | boerse-global.deDie deutsche Baubranche schlägt Alarm: In diesem Jahr werden voraussichtlich weniger als 200.000 neue Wohnungen fertiggestellt. Diese düstere Prognose gab die Branche heute auf dem Wohnungsbau-Tag in Berlin bekannt. Die Zahl markiert einen neuen Tiefpunkt und liegt weit unter dem Regierungsziel von 400.000 Einheiten pro Jahr.
Prognose bestätigt schlimmste Befürchtungen
Die aktuelle Einschätzung der sieben führenden Verbände und Gewerkschaften verdeutlicht die Zuspitzung der Krise. Im Vergleich zu 306.000 Fertigstellungen im Jahr 2020 bedeutet die erwartete Zahl einen Rückgang von über 100.000 Einheiten. Selbst 2024 waren es noch rund 250.000. Damit bestätigt die Branche frühere Prognosen von Forschungsinstituten, die bereits einen Einbruch unter die 200.000er-Marke vorhersagten.
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Hohe Kosten und Bürokratie bremsen Bauherren aus
Was sind die Gründe für den massiven Einbruch? Ein wesentlicher Faktor sind die stark gestiegenen Baupreise. Höhere Material- und Personalkosten sowie der Zinsanstieg der letzten Jahre machen viele Projekte unrentabel. Viele Vorhaben aus der Niedrigzinsphase wurden seit 2022 verzögert oder ganz gestrichen.
Ein weiteres Kernproblem ist der Rückgang der Baugenehmigungen in den Vorjahren. Was heute nicht genehmigt wird, kann morgen nicht gebaut werden. Zudem hat sich die Bauzeit deutlich verlängert: Derzeit dauert es im Schnitt 26 Monate bis zur Fertigstellung, bei Mehrfamilienhäusern sogar 34 Monate.
Eingefrorener Markt belastet Millionen Haushalte
Die Folgen der Krise sind gravierend. Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast 10 Millionen Menschen in Deutschland in überbelegten Wohnungen leben. Fast jedes fünfte Kind wächst in einer zu kleinen Wohnung auf.
Der Wohnungsmarkt ist infolge des geringen Angebots regelrecht "eingefroren". Ein Umzug wird für viele zur finanziellen Belastung, selbst der Wechsel in eine kleinere Wohnung ist oft teurer. Das bremst die notwendige Fluktuation aus. "Vielen neuen Haushalten können überhaupt keine Wohnungen mehr angeboten werden", merkte ein Experte des Forschungsinstituts Regiokontext an.
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Die Krise dämpft auch die Konjunktur. Die Baubranche erwirtschaftet jährlich eine Bruttowertschöpfung von 530 Milliarden Euro. Ein Mangel an bezahlbarem Wohnraum beeinträchtigt zudem die Arbeitsmärkte und die Zuwanderung von Fachkräften.
Branche fordert politische Maßnahmen
Die Verbände fordern von der Politik entschlossenes Handeln. Ein zentraler Ansatz ist einfacheres und schnelleres Bauen durch vereinfachte Standards, wie den diskutierten "Gebäude-Typ E". Weitere Vorschläge sind der Erlass der Grunderwerbsteuer für die erste Wohnimmobilie und Staatsbürgschaften.
Auch die Digitalisierung der kommunalen Genehmigungsprozesse soll die langen Wartezeiten verkürzen. Kann das die Wende bringen?
Leichter Aufschwung bei Genehmigungen – aber kein Grund zur Euphorie
Trotz der düsteren Prognosen gibt es ein verhalten optimistisches Signal: Die Baugenehmigungen stiegen im Januar um 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Dieser Anstieg betraf sowohl Einfamilienhäuser als auch Mehrfamilienhäuser.
Experten warnen jedoch vor überzogenen Erwartungen. Steigende Genehmigungszahlen führen nicht sofort zu mehr Fertigstellungen. Die hohen Baukosten und langen Bauzeiten bleiben eine massive Hürde. Für eine nachhaltige Entspannung sind umfassende Reformen nötig, die über den aktuellen "Bau-Turbo" der Bundesregierung hinausgehen.
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