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Nike besorgt ĂŒber Folgen des Iran-Krieges - Aktie krĂ€ftig unter Druck

01.04.2026 - 10:09:59 | dpa.de

BEAVERTON - Der US-Sportartikelriese Nike US6541061031 sieht Risiken fĂŒr sein GeschĂ€ft durch den Iran-Krieg.

(neu: weitere Details zu China, Analysten, Aktienkurs)

BEAVERTON (dpa-AFX) - Der US-Sportartikelriese Nike US6541061031 sieht Risiken fĂŒr sein GeschĂ€ft durch den Iran-Krieg. Finanzchef Matthew Friend verwies auf mögliche "ungeplante Schwankungen" durch steigende Ölpreise und andere Faktoren, die Folgen fĂŒr Kosten oder das Verhalten der Verbraucher haben könnten. Überraschend fĂŒr viele Analysten stellte Nike UmsatzrĂŒckgĂ€nge sowohl im laufenden Quartal als auch im gesamten GeschĂ€ftsjahr in Aussicht.

Nike sieht sich weltweit mit Gegenwind konfrontiert. Der Konzern verzeichnet hohe LagerbestĂ€nde in Europa und im Nahen Osten sowie kriegsbedingte Behinderungen, die laut Nike zu erhöhter VolatilitĂ€t im GeschĂ€ft fĂŒhren könnten. Diese Herausforderungen sowie die schwache Entwicklung in China und anderen Regionen ĂŒberschatteten robuste Ergebnisse in Nordamerika.

Die Aktie fiel am Mittwoch vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um fast 10 Prozent. Dagegen konnten sich die deutschen Konkurrenten Adidas DE000A1EWWW0 und Puma DE0006969603 abkoppeln. Die Aktien gewannen zum Handelsauftakt jeweils um bis zu vier Prozent. Sie profitierten allerdings auch von einem freundlichen Umfeld: So kletterte der Dax DE0008469008 wegen Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs krÀftig.

Analysten zeigten sich bei Nike enttĂ€uscht ĂŒber den Ausblick. "Es scheint, dass die Übergangsphase lĂ€nger dauert als ursprĂŒnglich erwartet, und die Umsatzerholung verlĂ€uft nicht so steil wie ursprĂŒnglich erhofft", kommentierte dies der RBC-Experte Piral Dadhania. Der Krieg dĂŒrfte sich auf die europĂ€ische Region EMEA auswirken, und die Zölle belasteten die Bruttomarge, sagte Poonam Goyal, leitende Analystin bei Bloomberg Intelligence. Sie prognostizierte, dass der Druck "kurzfristig anhalten wird".

Die zentrale Botschaft sei ein langsamer Neustart auf dem Absatzmarkt China gewesen, notierte hingegen Barclays-Expertin Adrienne Yih. Es werde vier Quartale dauern, bis der Sportmodehersteller dort wieder zu Wachstum zurĂŒckkehre. Das Chance-Risiko-VerhĂ€ltnis spreche aber weiterhin fĂŒr die Aktien.

Das chinesische GeschĂ€ft zĂ€hlt zu den Herausforderungen bei Nike. Das Unternehmen erwartet im laufenden Quartal ein UmsatzrĂŒckgang von rund 20 Prozent. Der chinesische Markt ist in den letzten Jahren zunehmend von Rabatten geprĂ€gt, da die Verbraucher aufgrund der Konjunkturflaute, der Immobilienkrise und der Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt zurĂŒckhaltender agieren. Auch der Wettbewerb hat sich verschĂ€rft.

FĂŒr das laufende Quartal rechnet Nike insgesamt mit einem UmsatzrĂŒckgang von zwei bis vier Prozent. Analysten waren dagegen im Schnitt von einem Plus von zwei Prozent ausgegangen. Ähnlich sieht es auch fĂŒr das Gesamtjahr aus. Im vergangenen Quartal hatte der Sportartikel-Riese die Umsatz- und Gewinnerwartungen der Wall Street noch ĂŒbertroffen.

Nike will dann im Herbst auf einer Investorenveranstaltung eine lÀngerfristige Prognose abgeben.

Nike sucht den Weg aus einem Tief, in das sich das Unternehmen selbst manövriert hatte. Der Konzern setzte in den vergangenen Jahren auf Kosten des Einzelhandels sehr stark auf den Direktvertrieb. Vor allem im US-Markt konnten daher konkurrierende Marken Nike den Regalplatz in den GeschĂ€ften abnehmen - die VerkĂ€ufe litten darunter. Das Unternehmen bemĂŒht sich nun um ein besseres VerhĂ€ltnis zu seinen Einzelhandelspartnern.

Konzernchef Elliott Hill verordnete dem Adidas DE000A1EWWW0-Konkurrenten einen stÀrkeren Fokus auf Sportler, nachdem der Lifestyle-Anteil am Sortiment in den vergangenen Jahren gestiegen war. Hill rÀumte in einer Telefonkonferenz mit Analysten ein, dass der Umbau teilweise langsamer laufe als ihm lieb sei.

Die Zahlen des vergangenen Quartals fielen zugleich nicht gerade glĂ€nzend aus. So stagnierte der Umsatz bei knapp 11,3 Milliarden Dollar (9,8 Mrd Euro). Analysten hatten im Schnitt eher mit 11,24 Milliarden Dollar gerechnet. Die Sportbekleidungssparte verzeichnete aufgrund hoher Rabatte zweistellige RĂŒckgĂ€nge. "Die RĂŒckkehr zu einem gesunden SportbekleidungsgeschĂ€ft ist fĂŒr unser Comeback unerlĂ€sslich und von entscheidender Bedeutung, da es auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil des Gesamtmarktes und unseres Wachstums sein wird", sagte Hill.

Im wichtigen Heimatmarkt USA gab es insgesamt ein Umsatzplus von drei Prozent auf gut fĂŒnf Milliarden Dollar. WĂ€hrend sich die nordamerikanischen Verbraucher damit als widerstandsfĂ€hig erwiesen, gab es in Europa und im Nahen Osten neue RĂŒckschlĂ€ge. Unterm Strich fiel der Quartalsgewinn um 35 Prozent auf 520 Millionen Dollar.

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