Ergebnisse, Produktion/Absatz

KORREKTUR/ ROUNDUP 2: Sportwagenbauer Porsche AG vorsichtig bei Marge - Kursplus

12.03.2024 - 15:57:59 | dpa.de

(Berichtigt wird im letzten Absatz die VerÀnderung des Ergebnisses nach Steuern.

Die VerÀnderung betrug plus "knapp 4 Prozent".)

STUTTGART (dpa-AFX) - Die VWDE0007664039-Sportwagentochter Porsche AG DE000PAG9113 setzt sich angesichts vieler Modellwechsel in diesem Jahr vorsichtige Ziele bei der angestrebten ProfitabilitÀt. Trotz weiterer Lieferkettenstörungen, starker Inflation und hohen Investitionen steigerte Porsche im vergangenen Jahr den Gewinn und hielt die Umsatzrendite im TagesgeschÀft stabil, wie die Stuttgarter am Dienstag in Stuttgart mitteilten. "2024 starten wir eine beispiellose Produktoffensive", sagte Vorstandschef Oliver Blume laut Mitteilung. Die Aktie fiel nach Handelsstart zunÀchst, drehte dann aber ins Plus.

Das seit einigen Monaten unter Druck stehende Vorzugspapier stieg an der Dax-Spitze DE0008469008 um 3,4 Prozent auf 83,30 Euro. An die Börse gegangen war der Sportwagenbauer im September 2022 zu 82,50 Euro das StĂŒck. Im Juni 2023 hatte der Kurs nach einem Höhenflug noch an der Marke von 120 Euro gekratzt. Probleme bei den VerkĂ€ufen im wichtigen Markt China belasteten die Entwicklung dann aber zusehends. Der Aufschwung bei europĂ€ischen Automobilwerten seit dem Herbst konnte die Porsche-Aktie nicht beflĂŒgeln. Der italienische Luxus-Rivale Ferrari NL0011585146 eilt ohnehin seit geraumer Zeit mit seinen Aktien von Rekord zu Rekord.

Dass Porsche ein Übergangsjahr bevorstehe, sei den Investoren bekannt, hieß es aus dem Handel. Das vierte Quartal sei besser ausgefallen als gemeinhin gedacht, schrieb Analyst Philippe Houchois von der Investmentbank Jefferies. Der Ausblick allerdings bleibe etwas hinter den Erwartungen zurĂŒck.

JPMorgan-Experte Jose Asumendi Ă€ußerte sich Ă€hnlich. Er rechnet mit einem deutlichen Anziehen der Ergebnisse im zweiten Halbjahr und dann mit vollem Schwung im kommenden Jahr. Schon dieses Jahr dĂŒrften Preiserhöhungen zum Tragen kommen. Nach Ansicht von Goldman-Sachs-Analyst George Galliers konzentriert sich Porsche auf erfolgreiche ModellanlĂ€ufe und die QualitĂ€t fĂŒr die Kunden. Erhöhte Abschreibungen kĂ€men noch hinzu.

Die operative Umsatzrendite - also was im TagesgeschĂ€ft vom Umsatz als operativer Gewinn ĂŒbrigbleibt - erwartet das Management um Blume 2024 in einer Bandbreite von 15 bis 17 Prozent. Das wĂ€re weniger als die im Vorjahr bei 18,0 Prozent stabil gehaltene Marge und auch weniger, als sich Analysten zuvor ausgerechnet hatten. Beim Umsatz geht Porsche von 40 bis 42 Milliarden Euro aus. 2023 hatte das Unternehmen auch dank eines Auslieferungsanstiegs um gut drei Prozent beim Erlös 40,5 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit knapp acht Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

In diesem Jahr bringt Porsche neue Versionen vom Panamera und dem Elektrosportwagen Taycan sowie den lange erwarteten vollelektrischen Macan auf den Markt. Zudem startete bereits spĂ€t im Jahr 2023 der neue Cayenne, das meistverkaufte Modell der Zuffenhausener. Auch der Sportwagenklassiker 911 wird im FrĂŒhsommer aufgefrischt.

Porsche hatte bereits angedeutet, dass die zeitversetzten und gestaffelten ProduktanlĂ€ufe herausfordernd sein wĂŒrden. Mittel- und langfristig halte Porsche an seinen Renditeambitionen fest, sagte Finanzchef Lutz Meschke laut Mitteilung. Porsche visiert in der mittleren Frist 17 bis 19 Prozent Marge an, langfristig soll sie sogar auf ĂŒber 20 Prozent getrieben werden.

Um das zu schaffen, hatte Porsche vor rund einem Jahr ein neues Ergebnisprogramm aufgesetzt. "Wir nehmen auch hier viel Geld in die Hand, um neue Erlösquellen zu erschließen", sagte Meschke. Dazu gehören den Angaben zufolge besonders exklusive Angebote und Services.

Porsche will in der Produktion vor allem weiter flexibel bleiben und Verbrenner, Hybride und Vollelektroautos gleichzeitig bauen können. Vergangenes Jahr stieg der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge um 1,5 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent an. Mitte des Jahrzehnts sollen perspektivisch ein vollelektrischer 718 hinzukommen sowie ein Elektro-SUV, das ĂŒber dem Cayenne positioniert ist und damit hohe Verkaufspreise liefern soll.

Im vergangenen Jahr stieg der Gewinn nach Steuern um knapp 4 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro. Die Dividende soll von 1,01 Euro auf 2,31 Euro je Vorzugspapier zulegen. Die Vorzugsaktien sind zu rund einem Viertel im freien Streubesitz, der Rest gehört dem Volkswagen-Konzern. Die StammaktionĂ€re - derzeit ausschließlich der Wolfsburger Autoriese sowie die VW-Dachholding Porsche SE DE000PAH0038 der EigentĂŒmerfamilien Porsche und Piech - bekommen 2,30 Euro Dividende je Schein.

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