Zusammenfassung, Deutschland

Stundenlange Störung bei Kartenzahlungen - kein Cyberangriff

12.09.2024 - 16:17:13 | dpa.de

BERLIN - LĂ€ngst greifen viele Menschen beim Bezahlen an der Supermarktkasse zur Karte statt zum Bargeld - doch ĂŒber Stunden kam es dabei nun im ganzen Land zu erheblichen Problemen.

(neu: Störung behoben)

BERLIN (dpa-AFX) - LĂ€ngst greifen viele Menschen beim Bezahlen an der Supermarktkasse zur Karte statt zum Bargeld - doch ĂŒber Stunden kam es dabei nun im ganzen Land zu erheblichen Problemen. Wegen einer technischen Störung bei einem internationalen IT-Dienstleister funktionierten bis zum spĂ€ten Nachmittag bundesweit viele Kredit-, Debit- und Girokarten nicht.

Gegen 16.00 Uhr gab die Deutsche Kreditwirtschaft schließlich Entwarnung. Die Probleme seien behoben, hieß es. "Zahlungen an Kassenterminals im Einzelhandel sind mit allen Karten wieder wie gewohnt möglich."

Ab dem frĂŒhen Morgen war es zuvor zu erheblichen EinschrĂ€nkungen bei Kartenzahlungen gekommen. Bei Debit- und Kreditkarten gestaltete sich in EinzelfĂ€llen auch das Abheben von Bargeld am Automaten als schwierig. Auch im Ausland funktionierten die Karten manchmal nicht. Die Störungen waren nicht auf einzelne Bankinstitute beschrĂ€nkt.

Grund fĂŒr die EinschrĂ€nkungen waren Probleme bei einem internationalen IT-Dienstleister, der auch fĂŒr viele deutsche Banken und Sparkassen Zahlungen mit Kredit- und Debitkarten abwickele. Dabei handelte es sich um das zum US-Konzern Fiserv gehörende Unternehmen First Data, wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage mitteilte. Es habe ein technisches Problem bei einigen Verarbeitungsdiensten vorgelegen. Einen Hackerangriff schloss die Kreditwirtschaft schon frĂŒh aus.

Probleme mit Kartenzahlungen kommen immer wieder vor

Die Probleme waren zwar flĂ€chendeckend und erheblich, doch nicht rekordverdĂ€chtig. Immer wieder kommt es zu EinschrĂ€nkungen beim bargeldlosen Bezahlen, zuletzt etwa im Mai dieses Jahres, als es wegen Softwarefehlern zu Problemen bei Kartenzahlungsterminals kam. Vor rund zwei Jahren fĂŒhrten technische Probleme sogar zu mehrtĂ€gigen AusfĂ€llen bei Kartenzahlungen.

"Diese großflĂ€chigen Störungen passieren selten, haben aber enorme Auswirkungen, da viele Menschen sich mittlerweile auf ihre Karten verlassen und kein oder nur wenig Bargeld bei sich tragen im Alltag", teilte Fachanwalt David Riechmann von der Verbraucherzentrale NRW auf Anfrage mit. "Man kann derzeit nur raten, sich mit ausreichend Bargeld einzudecken, sei es am Geldautomaten oder das Sparschwein zu Hause leeren, damit man sich im Alltag nicht einschrĂ€nken muss."

Die HĂ€ndler seien in der Pflicht, die Kundschaft rechtzeitig auf die fehlende Möglichkeit der Kartenzahlung hinzuweisen, "damit es an der Kasse zu keinen unnötigen bösen Überraschungen kommt", betonte Riechmann.

Auch fĂŒr den Bankenprofessor Hans-Peter Burghof von der UniversitĂ€t Hohenheim kommt die Störung nicht ĂŒberraschend. "Die Zahlungsprozesse laufen ĂŒber viele verschiedene Adressen ab, das macht das System anfĂ€llig", sagt er. "Kein System wird immer fehlerfrei funktionieren, daher es ist wichtig, Alternativen zu haben." Das sei zum Beispiel Bargeld, aber auch der digitale Euro könne eine valide Alternative sein, wenn es mit dem normalen Zahlungsverkehr nicht mehr klappe.

Herausforderung auch fĂŒr den Einzelhandel

Derartige Probleme stellen auch den Einzelhandel vor Herausforderungen. "FĂŒr die Handelsunternehmen sind Störungen bei den Kartenzahlungen immer problematisch", teilte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, mit. "Kundinnen und Kunden sind dann oft verunsichert, ob sie bei ihren HĂ€ndlerinnen und HĂ€ndlern mit Karte bezahlen können."

Dies könne auch dazu fĂŒhren, dass sie ihre EinkĂ€ufe verschieben. Der Einzelhandel zahle fĂŒr die Nutzung der bargeldlosen Bezahlsysteme Geld an die Netzbetreiber und Kartenanbieter. "Im Gegenzug muss er auch erwarten können, dass die Technik einwandfrei funktioniert."

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