Börse Frankfurt-News: Wochenausblick: AktienmÀrkte in Konsolidierung
08.09.2025 - 13:09:43Die groĂe Erholung wird fĂŒr diese Woche nicht erwartet, dafĂŒr viel Unruhe. Denn mit der Vertrauensfrage in Frankreich, der EZB-Sitzung und aktuellen US-Inflationszahlen stehen wichtige Ereignisse an.
8. September 2025. Zu Beginn der neuen Woche geht es einmal nicht nur um Notenbanken, Zölle und Ukrainekrieg. "Heute werden die Akteure an den FinanzmĂ€rkten die Blicke nach Paris lenken", berichtet Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Denn dort findet heute die Vertrauensabstimmung statt, mit der Premierminister François Bayrou die Sparpolitik vorantreiben möchte. "Ein positiver Ausgang ist alles andere als sicher", bemerkt Umlauf. Die NervositĂ€t hatte sich bereits in deutlich gestiegenen RisikoaufschlĂ€gen fĂŒr französische Staatsanleihen und Verlusten in Frankreichs Aktienindex CAC40 niedergeschlagen.
Laut Martin Hartmann von der Commerzbank stecken die AktienmĂ€rkte derzeit in einer Konsolidierung, die sich durchaus noch mehrere Wochen hinziehen dĂŒrfte. "Politische Trends wie der drohende Kollaps der Regierung in Frankreich bremsen derzeit die AktienmĂ€rkte, wĂ€hrend US-Leitzinssenkungsfantasie die MĂ€rkte stĂŒtzt."
FĂŒr USA Zinssenkung erwartet, fĂŒr Euroraum nicht
Der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag ist schwach ausgefallen. "Der Stellenaufbau in der US-Wirtschaft kommt nahezu zum Erliegen", erlĂ€utert Matthias Schell von der LBBW. "Die Daten dĂŒrften letzte Zweifel daran ausgerĂ€umt haben, dass die US-Notenbank am 17. September ihren Leitzins senken wird."
Der DAX steht am Montagmorgen bei 23.746 Punkten nach 23.597 am Freitag zu Handelsschluss. In den USA war der S&P 500 am Freitag zuerst auf ein neues Allzeithoch gestiegen, schloss dann aber schwĂ€cher. FĂŒr den EZB-Zinsentscheid am Donnerstag dieser Woche wird am Markt fest von einem Stillhalten der Notenbanker ausgegangen.
Erst im Oktober wieder besser?
Birgit Henseler von der DZ Bank verweist auf die ungĂŒnstige Jahreszeit - immerhin zĂ€hlten seit dem Jahr 2000 August und September im Durchschnitt zu den schwĂ€cheren Monaten des DAX. "Ab Oktober verĂ€ndert sich das Bild jedoch deutlich. Historisch betrachtet erzielte der DAX im Oktober im Durchschnitt ein Plus von 2,3 Prozent und im November ein Plus von 2,5 Prozent", erklĂ€rt sie. Damit werde die Jahresendrally eingelĂ€utet, die sich meist bis in den Dezember fortsetze. Ob die Marktteilnehmer angesichts des ohnehin sehr positiven Sentiments an den weltweiten AktienmĂ€rkten auch im Schlussquartal 2025 weitere Zuversicht entwickeln wĂŒrden, bleibe allerdings abzuwarten.
"Starke DAX-Berichtssaison"
Die DekaBank hat unterdessen ihre DAX-Prognosen erhöht und rechnet in sechs Monaten jetzt mit 25.000 Punkten, in zwölf unverĂ€ndert mit 26.000 Punkten. Die abgeschlossene DAX-Berichtssaison fĂŒr das zweite Quartal war laut Joachim Schallmayer nach dem schwierigen Beginn letztlich stark. "Die Unternehmen trotzten erfolgreich den Belastungen durch Zölle und Euro-StĂ€rke", bemerkt er. FĂŒr das dritte Quartal erwarte der Konsens aktuell GewinnzuwĂ€chse von 16 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahresquartal, mit einem positiven Beitrag aller Sektoren.
Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftsdaten
Montag, 8. September
Frankreich: Premierminister Bayrou stellt die Vertrauensfrage.
8.00 Uhr. Deutschland: Industrieproduktion/Exporte Juli. Laut Carsten Brzeski von der ING setzt sich der Zickzackkurs fort mit umfangreichen Datenkorrekturen und, zumindest vorlĂ€ufig, einer Erholung der Industrieproduktion im Juli. "Es ist noch zu frĂŒh zu beurteilen, wie viel von diesem Anstieg auf weitere Vorzieheffekte in den USA und wie viel auf eine Wende bei der Lagerhaltung zurĂŒckzufĂŒhren ist", erklĂ€rt er.
Donnerstag, 11. September
440 Jahre Frankfurter Wertpapierbörse
Am 9. September legen in einer Versammlung Frankfurter Kaufleute erstmals einheitliche Wechselkurse fest - ihre Zusammenkunft gilt als Geburtsstunde der Frankfurter Börse.
Die Geschichte der Frankfurter Wertpapierbörse 14.15 Uhr. Eurozone: EZB-Zinsentscheid. Erwartet wird, dass die EZB die Zinsen unverĂ€ndert lassen wird. Der DekaBank zufolge wird sich die Notenbank in ihrer begleitenden Kommunikation zwar eine HintertĂŒr fĂŒr eine weitere Lockerung offenhalten, zugleich aber auch hohe HĂŒrden andeuten.
14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise August. Die Debatte um die Inflationswirkungen der Zölle erhĂ€lt mit den US-Verbraucherpreisen fĂŒr August neue Nahrung, wie die Commerzbank erklĂ€rt. Der Inflationsdruck habe wohl zugenommen, aber nur langsam.
Von Anna-Maria Borse, 8. September 2025, © Deutsche Börse AG
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

