Brenntag, Aktie

Brenntag Aktie: Sparen als Strategie

12.03.2026 - 08:03:54 | boerse-global.de

Der Chemiedistributeur Brenntag weitet sein Kostensenkungsprogramm massiv aus, nachdem der Nettogewinn 2025 halbiert wurde. Die Aktie reagierte dennoch positiv auf die Sparmaßnahmen.

Brenntag Aktie: Sparen als Strategie - Foto: über boerse-global.de
Brenntag Aktie: Sparen als Strategie - Foto: über boerse-global.de

Gegenwind von allen Seiten, sinkende Gewinne, eine halbierte Dividende – und trotzdem legte die Brenntag-Aktie heute zeitweise deutlich zu. Was steckt hinter dieser scheinbar widersprüchlichen Reaktion?

Die Antwort liegt im Sparkurs. Der DAX-Konzern hat sein Kostensenkungsprogramm heute erheblich ausgeweitet. Zu den bereits angestrebten 300 Millionen Euro an Einsparungen bis 2027 – gemessen am Basisjahr 2023 – kommen nun zusätzliche 200 bis 250 Millionen Euro obendrauf, diesmal auf Basis der 2025er-Zahlen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden bereits 165 Millionen Euro eingespart. Der Konzern ist also nicht nur in der Planung, sondern liefert auch.

Zahlen unter Druck

Die Geschäftszahlen für 2025 zeichnen ein nüchternes Bild. Der Umsatz schrumpfte um knapp sieben Prozent auf rund 15,2 Milliarden Euro. Das operative EBITDA fiel um fast zwölf Prozent auf 1,29 Milliarden Euro. Am deutlichsten spürbar: Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn halbierte sich auf 265 Millionen Euro – vor allem wegen Wertminderungen. Im Vorjahr hatte dieser Wert noch bei über 536 Millionen Euro gelegen.

Konsequenz daraus: Die Dividende sinkt von 2,10 Euro auf 1,90 Euro je Aktie. 2024 hatte Brenntag den Ausschüttungsbetrag trotz rückläufiger Ergebnisse noch stabil gehalten. Damit ist jetzt Schluss.

Prognose mit Vorbehalt

Für 2026 erwartet das Unternehmen ein operatives EBITDA zwischen 1,15 und 1,35 Milliarden Euro – eine breite Spanne, die die anhaltende Unsicherheit widerspiegelt. Ausdrücklich ausgeklammert sind dabei mögliche Auswirkungen des Konflikts am Persischen Golf, deren Folgen sich nach Unternehmensangaben derzeit nicht verlässlich beziffern lassen.

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CEO Jens Birgersson machte deutlich, dass kurzfristig bestenfalls eine Stabilisierung der Marktnachfrage zu erwarten sei. Der Fokus liege daher auf dem Selbstgestaltbaren: schlanke Strukturen, straffere Führung, disziplinierte Investitionen. Finanzvorstand Thomas Reisten verwies immerhin auf eine gestiegene Bruttomarge und einen soliden freien Cashflow – zwei Signale, die zeigen, dass das Kostenmanagement greift, auch wenn das Marktumfeld drückt.

Eine Strategie-Aktualisierung ist für das zweite Halbjahr 2026 angekündigt. Bis dahin bleibt der Kurs klar: sparen, straffen, stabilisieren.

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