ROUNDUPKlingbeil, Entlastung

Entlastung fĂŒr Pendler und Gastro in Gefahr

22.10.2025 - 14:38:10

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil warnt die LÀnder vor einem Scheitern der geplanten Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie sowie der Erhöhung der Pendlerpauschale.

Im GesprĂ€ch mit der "Bild" lehnte der SPD-Chef einen von den BundeslĂ€ndern geforderten Ausgleich fĂŒr ihre Haushalte kategorisch ab: "Sehr klar ist: Es wird keine Kompensation des Bundes geben. Wenn einige unionsgefĂŒhrte LĂ€nder das nicht wollen, gefĂ€hrden sie die Mehrwertsteuersenkung fĂŒr die Gastronomie, die Entlastung von Pendlern und die StĂ€rkung des Ehrenamts. Ich glaube nicht, dass sie das riskieren wollen."

Klingbeil forderte, das Entlastungsgesetz wie geplant zum 1. Januar 2026 in Kraft treten zu lassen: "Jetzt mĂŒssen die LĂ€nder wie verabredet dieses Paket mittragen. Es geht um Entlastungen fĂŒr die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger."

Unionsfraktionschef Jens Spahn kritisierte Klingbeil fĂŒr seine Aussagen. "Diese Unart der letzten Wochen, dass wir immer öffentlich die Dinge miteinander austragen, anstatt sie mal zuerst intern gemeinsam zu besprechen, die fĂŒhrt ja nicht zum Erfolg", sagte der CDU-Politiker in der RTL/ntv-Sendung "FrĂŒhstart". Er forderte Klingbeil auf, sich stattdessen um die notwendigen Mehrheiten fĂŒr die Vorhaben der Koalition zu kĂŒmmern. Laut Regierungssprecher Sebastian Hille trĂ€gt die gesamte Bundesregierung, also auch die Union, die Haltung mit, dass es keine Kompensation fĂŒr LĂ€nder und Kommunen geben soll.

BundeslĂ€nder fĂŒrchten Milliardeneinbußen

Der Bundesrat hatte erst am Freitag vor erheblichen EinnahmeausfĂ€llen durch die geplanten Steuerentlastungen fĂŒr Pendler und Gastronomie gewarnt und den Bund um Kompensation gebeten. Der Gesetzentwurf fĂŒhre zu SteuerausfĂ€llen von 2026 bis 2030, die etwa zur HĂ€lfte von LĂ€ndern und Gemeinden zu tragen seien, kritisierte die LĂ€nderkammer in einer Stellungnahme. Bei den LĂ€ndern laufe es auf AusfĂ€lle von 11,2 Milliarden Euro hinaus und bei den Gemeinden auf 1,4 Milliarden Euro.

ThĂŒringens MinisterprĂ€sident Mario Vogt (CDU) wiederholte nach Klingbeils Aussage die Forderung: "Wer BeschlĂŒsse fasst, muss auch Verantwortung fĂŒr die Finanzierung ĂŒbernehmen." Entlastungen fĂŒr Pendler und die Gastronomie seien richtig, aber dĂŒrften nicht auf Kosten der LĂ€nderhaushalte gehen, so Vogt in einem Statement an die Deutsche Presse-Agentur.

Das Bundeskabinett hatte die GesetzesplĂ€ne auf den Weg gebracht, mit denen die Mehrwertsteuer fĂŒr Speisen in der Gastronomie 2026 von 19 auf 7 Prozent sinken soll. Die Pendlerpauschale, mit der man Fahrtkosten zur Arbeit absetzen kann, soll ab dem ersten Kilometer steigen. Die Vorhaben sind wichtige Anliegen der CSU. Das Gesetz sieht zudem eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale vor.

Als NĂ€chstes ist der Bundestag am Zug, ĂŒber das Gesetz zu entscheiden. Nach einem Parlamentsbeschluss kommt es danach nochmals in den Bundesrat und bedarf seiner Zustimmung.

@ dpa.de