ROUNDUP, Steinmeier

Steinmeier im Libanon - Zusage fĂŒr weitere deutsche Hilfe

16.02.2026 - 15:33:21 | dpa.de

BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier hat dem Libanon weitere deutsche UnterstĂŒtzung zur Stabilisierung des Landes zugesichert.

"Wir stehen weiter an der Seite Ihres Landes", sagte er in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem libanesischen PrÀsidenten Joseph Aoun in Beirut.

Zugleich rief er den Libanon sowie Israel dazu auf, ihre Verpflichtungen aus dem Waffenstillstandsabkommen von 2024 zu erfĂŒllen. Dieses Abkommen sei "eine Chance" fĂŒr beide LĂ€nder. Der Libanon mĂŒsse fĂŒr die Entwaffnung der Hisbollah sorgen, damit die Voraussetzungen fĂŒr einen israelischen RĂŒckzug gegeben seien, sagte Steinmeier. "Glauben Sie nicht, dass wir uns das in Deutschland so einfach vorstellen. Wir wissen, dass das eine anspruchsvolle Aufgabe ist."

BrĂŒchiger Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel

Bis November 2024 lieferten sich die vom Iran unterstĂŒtzte Hisbollah-Miliz und Israel einen Krieg mit mehr als 4.000 Toten im Libanon und etwa 130 in Israel. Seitdem gilt eine Waffenruhe. Beide Seiten werfen sich aber VerstĂ¶ĂŸe dagegen vor. Kurz vor Steinmeiers Besuch griff die israelische Armee Ziele im SĂŒden des Landes an.

Die Vereinbarung zur Waffenruhe sieht unter anderem die Entwaffnung der Hisbollah in mehreren Phasen vor. Eine wichtige Frist dafĂŒr lief Ende vergangenen Jahres aber aus, und die Miliz lehnt diesen Schritt weiterhin ab.

Steinmeier betonte: "Deutschland und Libanon teilen in dieser unruhigen Lage in der gesamten Region ein ĂŒberragendes gemeinsames Interesse: Wir wollen, dass endlich dauerhafter Frieden und StabilitĂ€t in der Region einkehrt."

Aoun: Libanon lernt aus der deutschen Geschichte

PrĂ€sident Aoun sagte, der Libanon könne von Deutschland vieles lernen, etwa, dass selbst die am meisten geeinte Nation Opfer von Spaltung werden könne, wenn sie von BesatzungsmĂ€chten kontrolliert werde. Und dass Einheit nur durch die vollstĂ€ndige UnabhĂ€ngigkeit und die alleinige SouverĂ€nitĂ€t eines Staates ĂŒber sein gesamtes Territorium erreicht werden könne.

"Wir sind nicht lÀnger in der Lage, die Konflikte und Lasten anderer zu tragen", sagte Aoun. "Wir wollen nichts anderes als das Wohlergehen unseres Volkes und unserer Familien, den Wohlstand unserer Nation und das Leben unserer Kinder."

Steinmeier besucht deutsche Fregatte im Hafen von Beirut

Steinmeier traf sich am Nachmittag auch zu GesprÀchen mit MinisterprÀsident Nawaf Salam und ParlamentsprÀsident Nabih Berri. Am Abend wollte er die im Hafen von Beirut liegende deutsche Fregatte "Sachsen-Anhalt" besuchen, die sich an der Unifil-Mission der Vereinten Nationen beteiligt. Die Marine hilft im Rahmen dieser Mission im Seegebiet vor dem Libanon, Seegrenzen zu sichern und Waffenschmuggel zu verhindern.

Unifil lĂ€uft zum Jahresende aus. Steinmeier versicherte aber: "FĂŒr uns ist das Ende der Unifil-Mission nicht das Ende unserer UnterstĂŒtzung fĂŒr den Libanon." Deutschland wisse um die Bedeutung eines unabhĂ€ngigen und souverĂ€nen Libanons fĂŒr die gesamte Region. Er wies auf die bereits begonnene UnterstĂŒtzung der deutschen fĂŒr die libanesische Marine hin, etwa bei der Ausbildung. Aoun betonte, fĂŒr sein Land sei diese fortdauernde UnterstĂŒtzung der libanesischen StreitkrĂ€fte sehr wichtig.

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