Chinas, Roboter-Strategie

Chinas Roboter-Strategie: Massenfertigung und Robotaxis starten durch

27.01.2026 - 06:04:12

China treibt die Verschmelzung von Robotik und autonomen Fahrzeugen voran. Eine neue Produktionslinie für Roboter-Gelenke und Robotaxi-Flotten mit über 1.000 Fahrzeugen markieren den Übergang zur flächendeckenden Umsetzung.

China treibt die Verschmelzung von Robotik und autonomen Fahrzeugen mit Macht voran. Zwei konkrete Erfolge zeigen den Übergang von der Planung zur flächendeckenden Umsetzung.

Die Volksrepublik verfolgt eine klare Doppelstrategie: Sie will sowohl die Hardware für menschenähnliche Roboter in Serie fertigen als auch autonome Taxiflotten kommerziell hochskalieren. Am Wochenende startete in Shanghai die erste automatisierte Produktionslinie für Roboter-Gelenke – ein Schlüsselbauteil, das bisher fast die Hälfte der Herstellungskosten ausmachte. Parallel haben führende Anbieter wie Pony.ai und WeRide ihre Robotaxi-Flotten jeweils auf über 1.000 Fahrzeuge ausgebaut. Diese Marke gilt als Schwellenwert für den Übergang vom Testbetrieb zum echten kommerziellen Dienst.

Durchbruch in der Roboter-Massenfertigung

Die neue Produktionslinie von EYOU Robot Technology in Shanghai könnte ein Game-Changer werden. Sie ist auf die Herstellung von Gelenken spezialisiert, den teuersten und komplexesten Komponenten humanoider Roboter. Mit einer anfänglichen Kapazität von 100.000 Einheiten pro Jahr soll sie die Kosten drücken und die Verfügbarkeit erhöhen.

Warum ist das so wichtig? Günstige, zuverlässige Gelenke sind die Voraussetzung dafür, dass Roboter überhaupt in großer Stückzahl in Fabrikhallen eingesetzt werden können – etwa am Fließband der boomenden Elektroauto-Industrie. Bisher bremsten hohe Kosten und limitierte Produktionsmengen die Verbreitung. Chinas Plan: Die eigene Automobilindustrie mit heimischer Robotertechnik ausstatten und unabhängig von ausländischen Zulieferern werden.

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Robotaxis erreichen kommerziellen Maßstab

Während in den Fabriken die Roboterfertigung anläuft, rollen auf den Straßen bereits die autonomen Taxis. Die Expansion der Flotten auf über 1.000 Fahrzeuge pro Unternehmen ist mehr als eine Zahlenspielerei. Sie signalisiert regulatorisches Vertrauen und wirtschaftliche Tragfähigkeit.

Pony.ai operiert mittlerweile in allen vier chinesischen Megastädten: Peking, Shanghai, Guangzhou und Shenzhen. Bis Ende 2026 will das Unternehmen seine Flotte sogar auf über 3.000 Fahrzeuge verdreifachen. Jede Fahrt generiert wertvolle Daten, die die KI-Systeme verbessern – ein sich selbst verstärkender Kreislauf. Die Politik ebnet den Weg: Der Gesetzgeber passt die Regularien schrittweise an, um den Betrieb autonomer Fahrzeuge im öffentlichen Raum zu ermöglichen.

Nationale Strategie für technologische Souveränität

Hinter den Unternehmenserfolgen steht ein koordinierter Masterplan der Regierung. Das Ministerium für Industrie und Informationstechnik (MIIT) hat für 2026 klare Prioritäten gesetzt: Durchbrüche in hochautonomer Fahrzeugtechnologie und Stärkung der heimischen Lieferketten.

Die Abhängigkeit von ausländischer Technik soll reduziert werden. Diese Strategie zeigt bereits in der Elektroauto-Branche Wirkung. Bei Schlüsselkomponenten wie Leistungshalbleitern dominieren inzwischen chinesische Hersteller. BYD Semiconductor führt dieses Feld mit einem Marktanteil von rund 26 Prozent an. Diese starke Basis in der Elektromobilität nutzt China nun als Sprungbrett für die nächste Stufe: die Integration von Robotik und Künstlicher Intelligenz.

Synergie aus Roboter-Arms und KI-Steuerung

Die eigentliche Stoßrichtung ist clever: Die entwickelten Technologien befruchten sich gegenseitig. Die KI, die ein Robotaxi durch den Großstadtverkehr navigiert, kann auch einen Industrieroboter steuern. Umgekehrt liefert die Präzisionsmechanik der Roboter-Gelenke Erkenntnisse für die Fahrzeugsteuerung.

China baut so ein geschlossenes Ökosystem, in dem Innovationen schneller zirkulieren. Die nächsten Schritte sind bereits absehbar: In diesem Jahr sollen humanoide Roboter in Pilotprojekten erstmals in großer Zahl in Autofabriken arbeiten. Gleichzeitig werden die Robotaxi-Datenberge die Algorithmen so weit verbessern, dass auch komplexere Fahrsituationen ohne menschlichen Eingriff bewältigt werden können. Die Volksrepublik positioniert sich damit nicht nur als Werkbank der Welt, sondern als Architekt der intelligenten, autonomen Zukunft.

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