Söder fordert Zusammenlegung von BundeslÀndern
13.01.2026 - 14:24:46Es könne nicht sein, dass einige kaum noch lebensfĂ€hig seien und von Bayern und anderen bezahlt werden mĂŒssten, sagte der bayerische MinisterprĂ€sident auf der Winterklausur der CSU-Landtagsfraktion im oberfrĂ€nkischen Kloster Banz. Zudem fordert Söder das Ende fĂŒr Bonn als zweiten Sitz von Ministerien neben Berlin.
"GröĂere Einheiten sind erfolgreicher als kleine", argumentierte Söder, deshalb mĂŒsse man "die BundeslĂ€nderstruktur mit gröĂeren Einheiten versehen". Es brauche "weniger BundeslĂ€nder, ganz einfach", sagte der CSU-Vorsitzende. Er rĂ€umte allerdings auch ein, dies sei "nichts, was ĂŒber Nacht geht".
Söder will Sonderrolle fĂŒr Bonn beenden
Welche BundeslĂ€nder er zusammenlegen wĂŒrde, sagte Söder auch auf Nachfrage nicht. Er wolle hier keine "Vorgaben" machen, das stehe ihm auch nicht zu. In der Vergangenheit, beim politischen Aschermittwoch 2024, hatte er aber beispielsweise als Möglichkeit angedeutet, man könnte Bremen und das Saarland "einsparen".
Fakt ist: Die HĂ€lfte aller 16 LĂ€nder hat weniger als drei Millionen Einwohner: Bremen, das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, ThĂŒringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Schleswig-Holstein.
Söder argumentierte, die jetzige Struktur sei nicht effizient, nicht erfolgreich und nicht mehr wettbewerbsfĂ€hig. Auch wegen endlos langer Abstimmungsprozesse falle Deutschland im internationalen Vergleich zurĂŒck.
HĂŒrden fĂŒr Zusammenlegung von LĂ€ndern sind hoch
Die HĂŒrden fĂŒr eine Neugliederung von BundeslĂ€ndern sind allerdings sehr hoch: DafĂŒr sind ein Bundesgesetz und in den betreffenden LĂ€ndern beziehungsweise Stadtstaaten anschlieĂend die Zustimmung der BĂŒrger bei einem Volksentscheid nötig. 1996 war deshalb letztlich eine Zusammenlegung von Berlin und Brandenburg gescheitert.
Ausgeschlossen freilich ist eine Neuordnung nicht. Im Grundgesetz heiĂt es: "Das Bundesgebiet kann neu gegliedert werden, um zu gewĂ€hrleisten, dass die LĂ€nder nach GröĂe und LeistungsfĂ€higkeit die ihnen obliegenden Aufgaben wirksam erfĂŒllen können."
Söder: LÀnderfinanzausgleich hat so keine Zukunft
Die finanzielle LeistungsfĂ€higkeit vieler LĂ€nder zweifelt Söder seit langem an. Und der milliardenschwere Finanzausgleich, bei dem Bayern seit langem der gröĂte Zahler ist, ist ihm in der jetzigen Form schon lange ein Dorn im Auge. "Wir glauben, dass der LĂ€nderfinanzausgleich so keine Zukunft hat", sagte er.
Zudem fordert Söder das Aus fĂŒr das Berlin/Bonn-Gesetz. Darin sind die Ansiedlung von Bundesministerien auch in Bonn und die Verlagerung von Einrichtungen des Bundes in die jahrzehntelange Hauptstadt geregelt. Söder will nun, dass mit diesen oft aufwendigen Doppelstrukturen Schluss ist. Das Ganze koste nur "immenses Geld", argumentierte er. Andererseits sagte er: "Ich hĂ€tte kein Problem, wenn Bundesministerien im Osten wĂ€ren."
In ihrem Koalitionsvertrag freilich haben sich Union und SPD zum Berlin/Bonn-Gesetz bekannt.

