ROUNDUP, Medios

Medios verdient 2025 deutlich mehr - Aktie bricht aber ein

26.03.2026 - 13:55:45 | dpa.de

Das Spezialpharma-Unternehmen Medios DE000A1MMCC8 hat im vergangenen Jahr von florierenden ArzneimittelverkÀufen und einem starken AuslandsgeschÀft profitiert.

2026 will das Management um den neuen Vorstandschef Thomas Meier die ProfitabilitĂ€t weiter steigern. Die Zielspanne fĂŒr den Umsatz schließt indes auch einen leichten RĂŒckgang nicht aus. Im GesprĂ€ch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX sprach der Manager am Donnerstag von einem schwierigen Umfeld, besonders in Deutschland. Die von seinem VorgĂ€nger Matthias GĂ€rtner eingelĂ€utete Internationalisierung will er weiter vorantreiben. An der Börse rutschte die Aktie nach der Zahlenvorlage jedoch deutlich ab. Moniert wurde der Ausblick.

Das im Kleinwerteindex SDax DE0009653386 notierte Papier fiel zeitweise um mehr als 10 Prozent auf den tiefsten Stand seit November. Bis zum Nachmittag hatte es sich kaum davon erholt. Warburg-Analyst Yannick Siering sprach von einem ĂŒberraschend starken Umsatz im vergangenen Jahr. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebitda) habe aber leicht unter den Erwartungen gelegen. Die Prognose fĂŒr 2026 sei derweil bei Umsatz als auch Ergebnis schwĂ€cher als gedacht, schrieb der Experte.

2025 hatte das Unternehmen seinen Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro gesteigert, wie es in Berlin mitteilte. Dabei profitierte Medios auch von dem im Jahr zuvor ĂŒbernommenen niederlĂ€ndischen Unternehmen Ceban. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) stieg zugleich um knapp 18 Prozent auf 93,1 Millionen Euro. Nach Steuern verbuchten die Berliner einen Gewinn von 15,4 Millionen Euro, ĂŒber ein FĂŒnftel mehr als im Vorjahr.

FĂŒr das laufende Jahr stellt Medios-Lenker Meier einen Umsatz zwischen 2 und 2,12 Milliarden Euro in Aussicht. Die operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) soll sich von 4,5 Prozent im Vorjahr auf nun 4,8 Prozent verbessern.

Konkreter will der Manager auf einem Kapitalmarkttag am 29. September in den Niederlanden werden, wo er seine Strategie vorstellen will. Meier ist seit dem 1. Februar neuer Vorstandschef bei Medios. Zum 15. April bekommt er zudem mit Stefan Bauerreis einen neuen Finanzvorstand; der bisherige Amtsinhaber Falk Neukirch verlÀsst das Unternehmen auf eigenen Wunsch.

Meier betonte im GesprĂ€ch, dass Medios an seinen bestehenden Standorten Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Spanien effizienter werden mĂŒsse. Der Hebel dazu sei eine bessere Auslastung der Herstellungsstandorte, eine optimierte Produktionsplanung sowie eine stĂ€rkere Fokussierung des GeschĂ€fts. "Da geht es Richtung Fokus und Speed", sagte er. Eine zentrale Rolle spiele hierbei die Automation. Auch der Bestellprozess fĂŒr Kunden soll durch die Digitalisierung weiter verbessert werden.

FĂŒr die mittelfristigen Wachstumsaussichten zeigte sich der Manager optimistisch. Medios wolle mindestens mit dem Markt wachsen. "Den sehe ich im mittleren bis höheren einstelligen Bereich oder sogar zweistellig", sagte Meier. Neben organischem Wachstum sollen weiterhin Übernahmen zum Ausbau des GeschĂ€fts beitragen. Entscheidend werde sein, wie sich regulatorische Rahmenbedingungen entwickelten, und in welche weiteren MĂ€rkte das Unternehmen expandieren könne.

Neue ZiellĂ€nder hat Medios offenbar bereits im Visier, wie der Vorstandschef andeutete, ohne konkret zu werden. Parallel dazu dĂŒrfte das Unternehmen in weitere Therapiegebiete vordringen. Neben den etablierten Bereichen Onkologie und Ophthalmologie sieht er Potenzial unter anderem in der Antibiotikatherapie sowie in neurologischen Indikationen. Auch schaue sich Medios "mögliche Akquisitionstargets" an, sagte Meier. PrioritĂ€t habe dabei zugleich ein effizienter Kapitaleinsatz. Wegen des aktuell niedrigen Aktienkurses dĂŒrfte das Unternehmen mögliche ZukĂ€ufe eher mit Fremdkapital finanzieren.

Die geplante Apothekenreform in Deutschland bewertet der Vorstandschef tendenziell als Chance. Zwar gebe es auch Unsicherheiten, doch Medios sehe sich als Partner der Apotheken zur Sicherstellung der Arzneimittelversorgung, besonders bei EngpĂ€ssen. Hier könne das Unternehmen in "eine LĂŒcke springen". Negative Auswirkungen auf den Konzernerlös - etwa weil Apotheken selbst mehr Medikamente in Eigenregie herstellen könnten - erwartet er derzeit nicht: "Unter dem Strich dĂŒrften wir beim Umsatz flach herauskommen." Das Marktumfeld bleibe aber schwierig.

Medios ist auf Individualmedizin spezialisiert und beliefert als GroßhĂ€ndler spezialisierte Partnerapotheken mit Fertigarzneien. Daneben stellen die Berliner auch selbst sogenannte individualisierte Therapien her, deren Zusammensetzung und Dosierung auf den Patienten zugeschnitten sind.

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis   Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
boerse | 68994773 |