Datenschutz in der EU: KI und neue Regeln fordern Unternehmen heraus
28.01.2026 - 01:52:12Die EU feiert den Datenschutztag 2026 mit einer Flut neuer Gesetze. Unternehmen müssen sich auf strengere Transparenzregeln und die Einführung des KI-Gesetzes vorbereiten.
Brüssel steht im Zeichen des Datenschutzes. Anlässlich des europäischen Datenschutztages debattieren Schlüsselinstitutionen über die Zukunft des digitalen Verbraucherschutzes. Das Motto „Take Control of Your Data“ könnte passender nicht sein: Denn für Unternehmen und Bürger beginnt ein entscheidendes Jahr im Zeichen von künstlicher Intelligenz (KI), verschärfter Regulierung und einem neuen, komplexen Regelwerk.
Transparenz und KI im Fokus der Aufseher
Die europäischen Datenschutzbehörden schärfen 2026 ihre Werkzeuge. Die Europäische Datenschutzbehörde (EDPB) kündigte an, dass ihre koordinierte Durchsetzungsaktion dieses Jahres die Transparenzpflichten von Unternehmen ins Visier nimmt. Konkret prüfen nationale Behörden, wie klar Firmen ihre Datensammlung und -nutzung gegenüber Verbrauchern erklären. Experten rechnen mit mehr Untersuchungen und potenziell härteren Strafen.
Parallel rückt die Regulierung von KI in den Vordergrund. Der bahnbrechende EU KI Act wird ab August 2026 schrittweise wirksam und bringt massive Compliance-Pflichten. Besonders betroffen sind Hochrisiko-Systeme, etwa in der Personalverwaltung. Sie müssen strenge Anforderungen an Risikomanagement und menschliche Aufsicht erfüllen. Zur Vorbereitung müssen alle Mitgliedstaaten bis August mindestens einen „KI-Sandkasten“ einrichten – eine Testumgebung für Innovationen.
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Neue Gesetzesflut modernisiert das digitale Regelwerk
Das regulatorische Puzzle wird immer größer. Neben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und dem KI-Gesetz treten weitere Regelwerke in Kraft. Die EU-Kommission schlug Ende Januar 2026 einen neuen Digital Networks Act für einheitliche Konnektivitätsregeln und eine überarbeitete Cybersecurity-Verordnung vor. Ziel ist es, Compliance zu vereinfachen und die Netzresilienz zu stärken.
Zudem arbeitet Brüssel an einem umfassenden „Digital Omnibus Package“. Dieses könnte sogar die DSGVO selbst ändern, etwa um den Umgang mit pseudonymisierten Daten zu klären. Auch die Schaffung einer Rechtsgrundlage für das Trainieren von KI mit personenbezogenen Daten wird diskutiert. Parallel tritt der EU Data Act 2026/27 in Kraft, der fairen Zugang zu Daten vernetzter Geräte regelt.
Stabile Strafen, aber deutlich mehr Datenschutzverletzungen
Die Aufseher bleiben hart. Im vergangenen Jahr verhängten Behörden DSGVO-Bußgelder in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro. Die Gesamtsumme seit 2018 liegt damit bei 7,1 Milliarden Euro. Die Stabilität der Strafen beendet einen zuvor rückläufigen Trend. Große Technologiekonzerne stehen weiter im Fokus: Neun der zehn höchsten jemals verhängten DSGVO-Strafen trafen Big-Tech-Unternehmen.
Alarmierender ist ein anderer Trend: Die Zahl der gemeldeten Datenschutzverletzungen erreicht einen neuen Höchststand. EU-Behörden erhielten durchschnittlich 443 Meldungen pro Tag – ein Plus von 22 Prozent. Erstmals seit Inkrafttreten der DSGVO lag der Tagesdurchschnitt über 400. Dieser Anstieg unterstreicht die wachsenden Cybersicherheits-Herausforderungen, befeuert durch geopolitische Spannungen und immer raffiniertere Angreifer.
Ausblick: Ein vernetztes Regelwerk erfordert neue Strategien
Unternehmen in Europa müssen künftig ein vernetztes Geflecht aus Regeln navigieren. Der Fokus liegt nicht mehr allein auf der DSGVO, sondern auf ihrem Zusammenspiel mit KI-Gesetz, Data Act, Digital Services Act (DSA) und Cybersicherheitsvorgaben. Die EDPB will 2026 aktualisierte Leitlinien zur Pseudonymisierung vorlegen, nach einem wichtigen Gerichtsurteil, das die Datennutzung für Forschung und Entwicklung beeinflussen wird.
Für Verbraucher ist die Aufforderung, die Kontrolle über die eigenen Daten zu übernehmen, relevanter denn je. Die bis zum 30. Januar laufende „Datenschutz-Woche“ appelliert an Nutzer, ihre Privatsphäre-Einstellungen zu überprüfen. Für Unternehmen gilt es, „Privacy by Design“ fest in ihre Produkte zu integrieren. Europas Weg wird die digitale Wirtschaft noch Jahre prägen: mehr Schutz für den Einzelnen bei verantwortungsvoller Innovation.
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