DAX, Iran-Krieg

DAX steigt stark um 2,6 Prozent: Entspannungshoffnungen im Iran-Krieg treiben deutschen Aktienindex an

01.04.2026 - 13:02:30 | ad-hoc-news.de

Der DAX führt den europäischen Rallye an und notiert heute Morgen um 2,6 Prozent im Plus. Investoren reagieren optimistisch auf Signale US-Präsident Trumps zu einer baldigen Beendigung des Iran-Kriegs, was Ölpreise drückt und Aktien beflügelt.

DAX, Iran-Krieg, Aktienrallye - Foto: THN

Der DAX hat sich heute Morgen kraftvoll erholt und führt die europäischen Indizes an. Mit einem Plus von 2,6 Prozent zum Börsenstart setzt der deutsche Leitindex das Relief-Rallye fort, das durch hoffnungsvolle Signale zur Deeskalation im Iran-Krieg ausgelöst wurde. US-Präsident Donald Trump äußerte gestern, dass die USA die Angriffe auf den Iran "wahrscheinlich" in zwei bis drei Wochen einstellen könnten – unabhängig von einem Deal. Diese Aussagen haben weltweit Märkte beflügelt und den Druck auf Rohölpreise genommen, was besonders für den exportstarken DAX positiv wirkt.

Stand: Mittwoch, 1. April 2026, 12:01 Uhr (Europe/Berlin)

Iran-Krieg als zentraler Treiber fĂĽr DAX-Rallye

Der Konflikt mit dem Iran, der nun in seiner zweiten Monat andauert, hat in den vergangenen Wochen erheblichen Druck auf globale Märkte ausgeübt. Steigende Ölpreise und Unsicherheiten hatten den DAX zuvor belastet, da deutsche Unternehmen – insbesondere aus den Sektoren Chemie, Automobil und Maschinenbau – empfindlich auf höhere Energiekosten reagieren. Trumps jüngste Kommentare aus dem Weißen Haus am Dienstag haben jedoch ein schnelles Ende des Kriegs in Aussicht gestellt. Der Morningstar Europe Index stieg um 2,3 Prozent, wobei der DAX mit 2,6 Prozent die Spitze setzte. Dies unterstreicht die Führungsrolle des deutschen Indexes in der aktuellen Erholung.

Die direkte Transmission zum DAX ergibt sich aus mehreren Kanälen: Sinkende Ölpreise entlasten die Kostenbasis exportorientierter DAX-Konzerne wie BASF oder Volkswagen. Brent-Rohöl fiel auf rund 100 US-Dollar pro Barrel, nach einem Rückgang von etwa 2 Prozent. Gleichzeitig profitieren Reise- und Bergbauaktien von abnehmendem geopolitischen Risiko, was sich in breiten Gewinnen über die DAX-40 Werte widerspiegelt.

DAX im Vergleich zu anderen Indizes

Im Gegensatz zum gestrigen Schlusskurs, als der DAX noch moderat um 0,31 Prozent zulegte, zeigt der Index heute eine deutlich stärkere Dynamik. Gestern schlossen die MDAX (+1,12 Prozent) und TecDAX (+0,85 Prozent) ebenfalls positiv, getrieben von Werten wie MTU Aero Engines (+3,89 Prozent) und Rheinmetall (+2,48 Prozent). Heute übertrifft der DAX jedoch den Euro Stoxx 50 (über 1 Prozent) und den FTSE 100 (0,8 Prozent) deutlich. Der italienische FTSE MIB klettert mit 1,7 Prozent am stärksten, doch der DAX bleibt der klare Leader in der Eurozone.

Diese Divergenz unterstreicht die Sensitivität des DAX gegenüber Rohstoffpreisen und Exportdynamiken. Während der CAC 40 ähnlich performt, hebt sich der DAX durch seine hohe Gewichtung industrieller und chemischer Werte ab, die von der Ölpreisentlastung profitieren.

Performance der DAX-40 Konstituenten

Innerhalb des DAX selbst zeichnen sich breite Gewinne ab. Energy-, Travel- und Mining-Aktien führen, wie Morningstar berichtet. Gestern waren MTU Aero Engines, Rheinmetall und Adidas die Top-Performer, während Symrise und BASF leicht nachließen. Heute verstärkt sich dieser Trend, da der gesamte Index um über 2 Prozent klettert. Der DAX-Volatilitätsindex (VDAX) war gestern um 3,8 Prozent auf 33,77 gestiegen – ein sechsmonatiges Hoch –, was auf anhaltende Unsicherheit hindeutet, die nun abnimmt.

Wichtig zu unterscheiden: Diese Konstituenten-Performance treibt den Index, doch der DAX als Cash-Index notiert separat von Futures oder ETFs. Aktuelle Xetra-Daten zeigen den DAX bei etwa 23.163,91 Punkten (Stand 09:56 Uhr), mit einem Plus von 495,71 Punkten. Dies sind verzögerte Kurse, die den intraday-Handel widerspiegeln.

Einfluss auf DAX-Futures und ETFs

Die DAX-Futures an der Eurex reagieren ebenfalls positiv auf die Entspannungssignale. Während Cash-Index und Futures nicht identisch sind, spiegeln sie ähnliche Bewegungen wider. ETFs auf den DAX, wie die von Xtrackers oder neuen Listings von M&G Investments und HANetf, profitieren direkt. Seit dem 31. März ist der erste aktive Equity-ETF von M&G an der Deutschen Börse handelbar, was das Angebot für DAX-nahe Produkte erweitert. Investoren in DACH sollten die Unterschiede beachten: Cash-DAX für den Spotmarkt, Futures für Derivate-Positionierung.

Options-Aktivität könnte sich bei fallender Volatilität normalisieren, nachdem der VDAX gestern ein Hoch markierte. Dies reduziert Prämien und begünstigt Long-Positionen im DAX-Kern.

Makroökonomischer Kontext und Bund-Yields

Neben dem Iran-Faktor spielen Bund-Renditen eine Rolle. Die 10-jährigen deutschen Bunds notieren bei 2,95 Prozent, nach einem Rückgang um 0,05 Prozentpunkte. Niedrigere Yields entlasten Wachstumsaktien im DAX, da sie die Diskontierung zukünftiger Erträge mildern. Der Euro notiert fester gegen den Dollar bei 1,15, was Exporteure kurzfristig belastet, aber durch das Risiko-On-Sentiment überlagert wird.

ECB-Erwartungen bleiben im Hintergrund stabil, doch der Fokus liegt klar auf Geopolitik. Deutsche Inflation und Ifo-Daten beeinflussen mittelfristig, doch der aktuelle DAX-Move ist primär kriegsbedingt.

Risiken und Ausblick

Trotz des Rallyes mahnen Analysten Vorsicht. Capital Economics' Thomas Mathews warnt, dass Kriegseffekte – wie gestörte Lieferketten – auch nach einer Deeskalation anhalten könnten. Goldpreise bei 4.714 US-Dollar signalisieren anhaltendes Safe-Haven-Interesse. Der DAX könnte weitere Gewinne sehen, wenn Trump-Signale bestätigt werden, doch ein Scheitern würde zu schnellen Korrekturen führen.

Für DACH-Investoren relevant: Der DAXs Exportfokus macht ihn anfällig für globale Risiken, birgt aber Chancen in der Erholungsphase. Sektorenrotation von Energy weg zu Industrie und Tech könnte zunehmen.

WeiterfĂĽhrende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Indizes, ETFs und Finanzinstrumente sind volatil.

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