Deloitte / Deloitte-Studie untersucht die Effekte durch KI in 14 ...
20.03.2026 - 08:02:07 | dpa.deDeloitte-Studie untersucht die Effekte durch KI in 14 LĂ€ndern: Deutsche Unternehmen optimieren mit KI, transformieren aber noch nicht MĂŒnchen (ots) -
- Wenig Prozessoptimierung: Auch KI-erfahrene deutsche Firmen nutzen die Technologie kaum zur Neugestaltung ihrer GeschĂ€ftsprozesse, lediglich 5 Prozent setzen auf eine strukturelle Transformation. - Investitions- und Verantwortungsdefizite: Deutschland liegt bei KI-Investitionen im unteren Mittelfeld; nur 2 Prozent verankern KI auf CEO-Ebene - der geringste Wert aller LĂ€nder. - KompetenzlĂŒcken bremsen Fortschritt: Mangel an FachkrĂ€ften und fehlende Schulungsangebote verhindern Skalierung und Innovation im KI-Einsatz.
Neun von zehn Unternehmen in Deutschland, die KI bereits intensiv einsetzen, rechnen damit, dass die Technologie ihr GeschĂ€ftsmodell bis 2028 grundlegend verĂ€ndern wird. Dennoch konzentrieren sich die meisten derzeit vor allem auf Effizienz- und ProduktivitĂ€tsgewinne und nicht auf eine umfassende strategische Transformation. Das zeigt die neue Deloitte-Studie "The ROI of AI: The paradox of rising investment and elusive returns", fĂŒr die weltweit mehr als 1.800 Experten in 14 LĂ€ndern befragt wurden.
Lediglich fĂŒnf Prozent der deutschen Unternehmen nutzen KI bereits gezielt fĂŒr die strukturelle Weiterentwicklung ihres GeschĂ€fts, etwa durch KI-Agenten. In anderen MĂ€rkten liegt dieser Anteil deutlich höher: 13 Prozent in GroĂbritannien und elf Prozent in Irland setzen KI fĂŒr tiefgreifende Transformationen ein.
Auch bei den Investitionen positioniert sich Deutschland nur im unteren Mittelfeld. Fast drei Viertel der befragten Unternehmen geben maximal 20 Prozent ihres Technologiebudgets fĂŒr KI-Projekte aus. Beim Return on Investment liegt Deutschland hingegen im Schnitt: 27 Prozent der Betriebe erzielen eine Amortisation ihrer Ausgaben fĂŒr typische KI-Anwendungen innerhalb von ein bis zwei Jahren. Spitzenreiter ist Polen mit 33 Prozent.
"Deutschland unterfinanziert seine hohen Ambitionen bei KI", sagt Dr. Björn Bringmann, Managing Director des Deloitte AI Institute. "In vielen Unternehmen ist noch nicht verankert, dass KI ganzheitlich ins GeschÀftsmodell integriert werden muss. Heute dient sie oft primÀr der individuellen ProduktivitÀtssteigerung."
Operative Optimierung statt strategischer Steuerung
Ein wesentlicher Engpass fĂŒr den breiten KI-Einsatz in Deutschland ist die organisatorische Verankerung: In 33 Prozent der Unternehmen liegt die Verantwortung fĂŒr KI beim IT-Leiter oder CIO, deutlich mehr als im internationalen Schnitt (23%). Nur 2 Prozent siedeln KI auf der CEO-Ebene an. Das ist der niedrigste Wert aller betrachteten MĂ€rkte (Durchschnitt: 10%).
"Die starke Fokussierung auf die IT verschiebt die PrioritÀten hin zur technischen Skalierung statt zur Neugestaltung von GeschÀftsprozessen", erklÀrt Bringmann. "Transformative Wirkung entsteht erst, wenn das Top-Management KI unternehmensweit steuert, mit klarer Verantwortung auf CEO- und Vorstandsebene."
Auch beim Thema Kompetenzen zeigt sich eine LĂŒcke: 35 Prozent der deutschen Befragten sehen fehlende FachkrĂ€fte als groĂes Hindernis (international: 29%). Gleichzeitig bieten 19 Prozent der Unternehmen gar keine KI-Schulungen an - ebenfalls mehr als im Durchschnitt (15%).
"Um das volle Potenzial von KI auszuschöpfen, mĂŒssen deutsche Unternehmen ĂŒber inkrementelle Use Cases hinausgehen und KI als Motor fĂŒr Innovation begreifen", so Bringmann. "DafĂŒr braucht es gezielte Investitionen, stĂ€rkere Governance-Strukturen und ein klares VerstĂ€ndnis im Top-Management, wie KI GeschĂ€ftsmodelle, Prozesse und Entscheidungslogiken verĂ€ndert."
Methodik
FĂŒr den Report "The ROI of AI: The paradox of rising investment and elusive returns" befragte Deloitte 1854 FĂŒhrungskrĂ€fte, 249 davon aus Deutschland, zu ihren RenditeeinschĂ€tzungen bezĂŒglich der KI-Investitionen. BerĂŒcksichtigt wurden ausschlieĂlich Organisationen, die KI im tĂ€glichen Betrieb nutzen oder Pilotprojekte mit generativer KI durchfĂŒhren.
Die Untersuchung wurde zwischen 15. August und 5. September 2025 in 14 LĂ€ndern durchgefĂŒhrt: Deutschland, Belgien, DĂ€nemark, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Norwegen, Polen, Saudi-Arabien, Schweden, Schweiz, Vereinigte Arabische Emirate, Vereinigtes Königreich.
Link zu Website und Studie: https://www.deloitte.com/de/de/issues/innovation-ai/ deutschland-im-ki-paradox.html
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