Umbau bei Dermapharm schmÀlert operativen Gewinn - Aktie knickt ein
15.05.2025 - 14:58:28Doch der Umbau im Konzern fordert seinen Tribut und zehrte im vergangenen Quartal am operativen Gewinn. An der Börse sorgten die Resultate fĂŒr lange Gesichter, die Aktie brach ein. Dermapharm-Chef Hans-Georg Feldmeier sieht sein Unternehmen gleichwohl in die richtige Richtung laufen und bestĂ€tigte laut Mitteilung vom Donnerstag die Jahresziele.
Die Aktie belegte am Nachmittag mit einem Kursabschlag von rund sechs Prozent den letzten Platz im SDax DE0009653386. Ăhnlich wie viele andere Pharma- und deutschen Werte hat auch Dermapharm an der Börse bereits ein schwankungsreiches Jahr hinter sich. Die Marktturbulenzen rund um die US-Zölle hatten die Aktie vom bisherigen Jahreshoch Mitte MĂ€rz bei 42,50 Euro bis Anfang April auf ein Tief seit rund fĂŒnf Monaten geschickt. Von diesem Knick hatte sich die Aktie noch lĂ€ngst nicht vollstĂ€ndig erholt, bevor nun aktuell die Quartalszahlen sie abermals gen SĂŒden schickten.
Branchenkenner Fabian Piasta vom Investmenthaus Jefferies schrieb in einer ersten Reaktion zu den Zahlen, dass Dermapharm zwar auf den ersten Blick langsamer in das Jahr gestartet sei; er verwies dabei aber auch auf anspruchsvolle Vergleichszahlen aus dem Vorjahr. Zudem hÀtten die Zielsetzungen des Pharmaunternehmens weiter Bestand, hob er hervor.
Dermapharm hatte in den ersten drei Monaten seinen Umsatz im Jahresvergleich um etwas mehr als ein Prozent auf 302 Millionen Euro steigern können, wie das Unternehmen in GrĂŒnwald mitteilte. Vor allem Markenarzneien gaben Schub, wodurch der Konzern sein rĂŒcklĂ€ufiges Corona-ImpfstoffgeschĂ€ft mehr als ausgleichen konnte. Besonders gefragt seien unter anderem Allergietherapeutika gewesen.
Ergebnisseitig belastete jedoch der laufende Umbau im ParallelimportegeschĂ€ft, sowie beim französischen Naturarzneianbieter Arkopharma. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) sank um 8,3 Prozent auf 81,3 Millionen Euro, die entsprechende operative Marge ging um 2,8 Prozentpunkte auf 26,9 Prozent zurĂŒck.
Dermapharm dampft derzeit sein GeschĂ€ft mit sogenannten Parallelimporten von Pharmamitteln ein, nachdem dieses im vergangenen Jahr fĂŒr Verluste gesorgt hatte. Viele Produkte wurden zuletzt abverkauft. Das GeschĂ€ft, bei dem in Deutschland zugelassene Mittel aus anderen EU-LĂ€ndern importiert werden, ist bei der Axicorp aus dem hessischen Friedrichsdorf angesiedelt. Dort hatte Dermapharm im MĂ€rz einen Stellenabbau angekĂŒndigt.
Auch das Portfolio der Naturprodukte der Arkopharma, die sich ebenfalls im vergangenen Jahr rĂŒcklĂ€ufig entwickelt hatte, wird neu aufgestellt. Dermapharm-Chef Feldmeier bezeichnete das Vorgehen des Konzerns als gezielte MaĂnahmen zur StĂ€rkung des kĂŒnftigen Absatzes und ProfitabilitĂ€t. "Vor diesem Hintergrund bekrĂ€ftigen wir mit Zuversicht unsere Prognose fĂŒr das Gesamtjahr 2025", sagte der Manager.
Dermapharm peilt in diesem Jahr mit 1,16 und 1,20 Milliarden Euro einen Umsatz auf Vorjahresniveau an. Der bereinigte operative Gewinn soll jedoch auf 322 bis 332 Millionen Euro klettern.

