Ergebnisse, Produktion/Absatz

Conti nimmt sich beim Sorgenkind Autozulieferung mehr vor - Aktie fÀllt

07.03.2024 - 10:13:56

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental DE0005439004 nimmt sich nach deutlichen Verbesserungen im abgelaufenen Jahr in der schwÀchelnden Autozulieferung erneut mehr vor.

Das eingelĂ€utete Sparprogramm in der Sparte soll ebenso RĂŒckenwind geben wie höhere Verkaufspreise und Effizienzverbesserungen. Erstmals seit 2019 schrieben die Hannoveraner in dem Bereich im vergangenen Jahr wieder schwarze Zahlen. FĂŒr den Gesamtkonzern konnte Conti-Chef Nikolai Setzer am Donnerstag unter dem Strich einen Gewinnsprung prĂ€sentieren. Die Conti-Aktie fiel dennoch.

Das Papier verlor nach Handelsstart 4 Prozent auf 69,90 Euro. Seit Anfang des Jahres dĂŒmpelte der Kurs weitgehend um die 75-Euro-Marke, zuvor hatte er sich von einem Tief im Oktober spĂŒrbar erholt. Vom Rekordhoch Anfang 2018 bei 230 Euro ist die Aktie weit entfernt. JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach von starken Resultaten und einem positiven Ausblick. Hohe Sonderausgaben belasteten allerdings die Aussichten fĂŒr den freien Mittelzufluss (Free Cashflow).

Vergangenes Jahr lief es besser, auch weil die immer noch schwierige Versorgungslage mit Elektronikchips sich lockerte und weniger Sonderfrachten zu Buche schlugen. In dem seit langem kriselnden GeschÀft hat das Management den Rotstift angesetzt, Tausende Stellen werden gestrichen. Rund 7150 Stellen stehen zur Disposition, davon 5400 in der Verwaltung. Der Rest trifft die Forschung und Entwicklung. Bis 2025 sollen die jÀhrlichen Kosten der Sparte um 400 Millionen Euro sinken, wenn es nach Spartenchef Philipp von Hirschheydt geht.

Vergangenes Jahr blieben im AutozuliefergeschÀft dank eines Schlussspurts 1,9 Prozent vom Umsatz als operativer Gewinn vor Sondereffekten sowie Zinsen und Steuern hÀngen. Vorgenommen hatte sich der Konzern rund 2 bis 3 Prozent.

Nun peilt Conti eine weitere Verbesserung an. So soll die operative Gewinnmarge in diesem Jahr auf zwischen rund 3,0 und 4,0 Prozent steigen. Analysten hatten bisher mit einem Wert am unteren Ende der Bandbreite gerechnet.

Im Gesamtkonzern lieferte Contis Reifensparte erneut den Löwenanteil des Gewinns. So konnte der DaxDE0008469008-Konzern insgesamt einen Sprung beim Nettogewinn auf 1,16 Milliarden Euro verbuchen. Ein Jahr zuvor waren es nur knapp 67 Millionen Euro gewesen.

Die Dividende soll um 70 Cent auf 2,20 Euro steigen. Das sind in Summe rund 440 Millionen Euro. Der Großteil davon geht an die Industriellenfamilie Schaeffler, die ĂŒber ihre Beteiligungen 46 Prozent der Anteile hĂ€lt.

Der Umsatz kletterte um 5,1 Prozent auf 41,4 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis zog um knapp ein Drittel auf 2,52 Milliarden Euro an. Das entsprach einer Marge von 6,1 Prozent. Im neuen Jahr peilt Chef Setzer hier einen Wert von 6,0 bis 7,0 Prozent an. Wie in den Vorjahren rechnet das Management mit steigenden Kosten, diesmal dĂŒrften fĂŒr höhere Löhne und GehĂ€lter rund 500 Millionen Euro an Belastung gegenĂŒber dem Vorjahr anfallen. Rund die HĂ€lfte davon trifft die Autozuliefersparte.

Der Gesamtumsatz soll auf Basis der Wechselkurse von Anfang des Jahres bei 41,0 bis 44,0 Milliarden Euro landen. "2024 werden wir erneut tatkrÀftig anpacken und unsere Jahresziele beharrlich verfolgen", sagte Setzer laut Mitteilung.

Bei dem um Übernahmen und SpartenverkĂ€ufen bereinigten Mittelzufluss (Free Cashflow) nimmt sich Finanzchefin Katja Garcia Vila einen Wert von 0,7 bis 1,1 Milliarden vor. Das ist trotz der besser eingeschĂ€tzten Gewinnentwicklung weniger als die 1,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr. Dabei verwies die Managerin allerdings auf hohe Sonderausgaben von rund einer Milliarde Euro. Diese resultieren den Angaben zufolge einerseits aus dem RĂŒckkauf von Firmenanteilen von einem Conti-Pensionsfonds. Zudem verselbststĂ€ndigt Conti bestimmte GeschĂ€ftsbereiche aus der Kunststofftechnik- und der Autozuliefersparte, die auf dem PrĂŒfstand stehen.

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