ROUNDUP, ASML

ASML erhĂ€lt ĂŒberraschend viele AuftrĂ€ge - Aktie legt deutlich zu

15.10.2025 - 11:44:46 | dpa.de

Der ChipausrĂŒster ASML NL0010273215 hat im dritten Quartal ĂŒberraschend viele AuftrĂ€ge ergattert.

Das NeugeschĂ€ft ging in dem Jahresviertel zwar auf 5,4 Milliarden Euro zurĂŒck, nach gut 5,5 Milliarden im Vorquartal, wie der Hersteller von Lithographiesystemen am Mittwoch im niederlĂ€ndischen Veldhoven mitteilte. Damit ĂŒbertraf ASML aber deutlich die Erwartungen der Analysten. WĂ€hrend der Konzern die Ziele fĂŒr das Gesamtjahr bestĂ€tigten, soll der Umsatz im kommenden Jahr mindestens auf dem Niveau von 2025 liegen. Am Aktienmarkt kam dies gut an: Die Aktie legte deutlich zu.

Zuletzt gewann das Technologie-Schwergewicht 3,3 Prozent auf 874,50 Euro. Das Papier befindet sich seit Anfang September im Aufwind und hat seitdem um mehr als 40 Prozent zugelegt. Die bisherige Jahresbilanz belÀuft sich auf ein Kursplus von fast 29 Prozent, damit ist ASML gemessen an der Marktkapitalisierung von knapp 340 Milliarden Euro das wertvollste börsennotierte Unternehmen Europas.

Nach Ansicht von JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande bestĂ€tigen die Quartalszahlen das verbesserte Marktumfeld, das sich in dem jĂŒngsten Anstieg der Aktie angedeutet habe. Entscheidend sei die Zunahme der AuftrĂ€ge, die die KonsensschĂ€tzungen deutlich ĂŒbertroffen habe. Das Unternehmen habe zwar keine konkrete Prognose fĂŒr das kommende Jahr abgegeben, aber eine mindestens stabile Umsatzentwicklung angedeutet. BefĂŒrchtungen eines enttĂ€uschenden GeschĂ€ftsverlaufs 2026 seien damit nicht wahr geworden.

ASML stellt als einziges Unternehmen Extrem-Ultraviolett-Lithografie-GerĂ€te her, die fĂŒr die Produktion von Mikrochips mit immer kleineren Strukturen und höherer Leistung verwendet werden. Dabei profitierte das Unternehmen vom Boom bei KĂŒnstlicher Intelligenz (KI). OpenAI, das wertvollste Start-up der Welt, hat VertrĂ€ge ĂŒber Rechenzentren und Chips im Wert von mehr als einer Billion Dollar abgeschlossen. Auch einige der grĂ¶ĂŸten Kunden von ASML, darunter Taiwan Semiconductor Manufacturing und Samsung Electronics, meldeten kĂŒrzlich eine robuste Nachfrage nach KI-Chips. ASML wiederum kaufte sich erst vor wenigen Wochen beim französischen KI-Unternehmen Mistral ein, das als europĂ€ische Antwort auf OpenAI gehandelt wird.

"Wir haben eine anhaltend positive Dynamik bei den Investitionen in KI beobachtet, die sich auch auf weitere Kunden ausweitet", sagte der Vorstandsvorsitzende Christophe Fouquet. ASML werde auf Umsatzebene von seinen hochmodernen Maschinen profitieren, wÀhrend nach zwei starken Jahren das GeschÀft in China 2026 jedoch "deutlich geringer" ausfallen werde. Der Hersteller von Lithographiesystemen sieht sich derzeit weitreichenden ExportbeschrÀnkungen seiner Anlagen in die Volksrepublik ausgesetzt.

In den drei Monaten bis Ende September schrumpfte der Umsatz im Vergleich zum Vorquartal um gut zwei Prozent auf 7,5 Milliarden Euro. Die Bruttomarge sank von 53,7 Prozent im zweiten Jahresviertel auf zuletzt 51,6 Prozent, fiel damit aber besser aus als von Analysten erwartet.

"Wir gehen nicht davon aus, dass der Gesamtumsatz 2026 unter dem von 2025 liegen wird", sagte Unternehmenschef Fouquet in einem Video. Im Juli hatte der Manager noch zurĂŒckhaltendere Töne angeschlagen und erklĂ€rt, er könne das ursprĂŒnglich fĂŒr das nĂ€chste Jahr erwartete Wachstum noch nicht bestĂ€tigen. Daraufhin war der Aktienkurse stark eingebrochen. Weitere Details zu 2026 will das Unternehmen erst im Januar bekannt geben.

Die Prognose fĂŒr das laufende Jahr bekrĂ€ftigte der Chiphersteller. Das Unternehmen erwarte ein starkes viertes Quartal, sagte Fouquet. Der Umsatz soll in den letzten drei Monaten bei 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro herauskommen. Die Bruttomarge werde bei 51 bis 53 Prozent angepeilt. Im Gesamtjahr soll der Erlös um rund 15 Prozent wachsen und die Bruttomarge rund 52 Prozent betragen.

ASML hatte frĂŒher einmal zum Philips-Konzern gehört und wurde 1995 von diesem an die Börse gebracht. FĂŒr Investoren der ersten Stunde hat sich das Engagement voll ausgezahlt. Der Kurs ist seitdem um fast das 700-fache gestiegen.

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