Dax startet neuen Erholungsversuch - Anleger an der Seitenlinie
20.03.2026 - 09:31:34 | dts-nachrichtenagentur.de"Der Dax könnte sich heute etwas erholen", sagte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank. Vor einem weiteren unberechenbaren Kriegswochenende im Mittleren Osten dĂŒrfte die Risikobereitschaft der Anleger aber ziemlich begrenzt bleiben. "Deutschland ist im Allgemeinen als Energieimporteur und der Dax im Speziellen als zyklischer Index besonders anfĂ€llig fĂŒr die Folgen des Iran-Kriegs - ohne dass es einzelne Zugpferde im Leitindex gĂ€be, die den Markt stabilisieren könnten." Nach fast drei Wochen des Konflikts im Mittleren Osten reife die Gewissheit, dass selbst ein schnelles Kriegsende keine direkte RĂŒckkehr zum Status Quo bedeuten werde. Der Krieg werde um Monate nachwirken.
Der Dax hatte gestern ein neues Tief ausgebildet. "Damit wurden die Stabilisierungsversuche der vergangenen zwei Wochen zunichtegemacht", so Stanzl. "Das neue Tief verzögert die FĂ€higkeit des Index, einen Boden auszubilden, mindestens um drei bis vier weitere Wochen. Und das wĂ€re nur der Best Case: Ein neues Tief ist erst einmal ein Signal fĂŒr eine Trendfortsetzung nach unten." Nun benötige der Dax einen Impuls nach oben als erste Zutat fĂŒr eine Bodenbildung. "Woher dieser aber kommen soll, ist bislang völlig unklar."
Es gibt zudem offenbar eine wachsende Zahl von Anlegern, die beginnen, von einem lĂ€ngeren Iran-Krieg auszugehen. "Cash ist ebenfalls eine Position - und eine zunehmende Zahl von Marktteilnehmern scheint sich mit diesem Gedanken immer mehr anzufreunden", so Stanzl. "Parallel wĂ€chst die Wahrscheinlichkeit, dass die EZB im kommenden Monat die Zinsen anhebt. Auch in den USA könnte die Notenbank beginnen, den Boden fĂŒr eine spĂ€tere Erhöhung zu bereiten, wenn der Arbeitsmarkt dort stabil bleibt." Die Aussicht auf höhere Zinsen schmĂ€lere die Risikobereitschaft fĂŒr die Aktien- und erhöhe die AttraktivitĂ€t der Zinsanlage.
Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Freitagmorgen etwas schwĂ€cher: Ein Euro kostete 1,1575 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8639 Euro zu haben.
Der Ălpreis sank unterdessen deutlich: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 9 Uhr deutscher Zeit 106,90 US-Dollar; das waren 172 Cent oder 1,6 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
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