Börsenbericht, Livemeldung

Dax rutscht unter 23.000er-Marke

19.03.2026 - 12:30:58 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Dax hat sich am Donnerstag nach einem bereits schwachen Start bis zum Mittag weiterhin tief im roten Bereich bewegt.

Frankfurter Börse - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Frankfurter Börse - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Gegen 12:30 Uhr stand der Index bei 22.905 Punkten und damit 2,6 Prozent unter dem Schlussniveau des vorherigen Handelstags. An der Spitze der Kursliste rangierten die Deutsche Börse, RWE und die Hannover RĂŒck, am Ende Vonovia, Infineon und Siemens Energy.

"Die Stimmung auf dem Börsenparkett verschlechtert sich im Gleichklang mit der abnehmenden Bereitschaft der institutionellen Anleger, weiter hohe Aktienquoten in ihren Portfolios halten zu wollen", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. Bereits in den vergangenen Handelswochen habe sich abgezeichnet, dass sich die Stimmung zum großen Verfallstermin am Freitag hin grundsĂ€tzlich Ă€ndern könnte. "Im Vorfeld des Iran-Kriegs waren viele institutionelle Investoren abgesichert und hatten lediglich mit einem Mehrtageskrieg gerechnet."

"Nun sind die Auswirkungen wesentlich dramatischer und der Konflikt verlagert sich auf die global konjunkturelle Ebene", so Lipkow. Der Iran handele bewusst mit Blick auf den wirtschaftlichen Druck und durchkreuze damit die PlĂ€ne der USA und Israels. "Der diplomatische Druck auf die Kriegsparteien dĂŒrfte insbesondere aus Asien und Europa noch wesentlich grĂ¶ĂŸer werden. Die AbhĂ€ngigkeit von Energie aus dem Nahen Osten ist zu schwerwiegend und erhöht den Druck in den einzelnen LĂ€ndern."

Die Inflations- und Konjunktursorgen lasteten derweil wegen der hohen AbhĂ€ngigkeit von Energieimporten besonders stark auf europĂ€ischen Aktien. "Unternehmen in den USA können sich durch deren EnergietrĂ€gerunabhĂ€ngigkeit noch ein wenig distanzieren und profitieren zusĂ€tzlich von einer steigenden Effizienz durch den Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz. Selbst die US-Notenbank wies gestern darauf hin, dass die verstĂ€rkte Anwendung und Integration von KI tendenziell deflationĂ€re Tendenzen auslösen könnten." Dem stĂŒnden die EinflĂŒsse auf den US-Immobilienmarkt und den Konsum durch freigesetzte, hochspezialisierte Arbeitnehmer allerdings entgegen, so der Analyst.

Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung war am Donnerstagmittag etwas stĂ€rker: Ein Euro kostete 1,1472 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,8717 Euro zu haben.

Der Ölpreis stieg unterdessen weiter stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete gegen 12 Uhr deutscher Zeit 114,40 US-Dollar; das waren 6,5 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

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