Börse Frankfurt-News: Marktstimmung: Nicht tief genug gesunken
11.04.2024 - 08:33:40 | dpa.deEin gutes Zeichen fĂŒr Bullen.
11. April 2024. Jetzt hat der DAX bei seinem Aufstieg eine kurze Pause eingelegt. In der Summe verbuchen wir seit Beginn des Quartals, ausgehend vom vergangenen Allzeithoch, einen RĂŒcksetzer von rund 2,7 Prozent. Damit hat diese technische Korrektur eine fast identische GröĂenordnung wie diejenige zum Jahresbeginn erreicht - allerdings hat sie dafĂŒr nur etwa halb so viel Zeit gebraucht.
Auch wenn man gerade zum Ende der vergangenen Woche den Eindruck bekommen konnte, dass es beim DAX in Sachen RĂŒcksetzer etwas schneller als gewöhnlich zur Sache ging, traten zwischendurch auch immer wieder relativ deutliche Erholungen ein. Das lieĂ erneut Zweifel aufkommen, ob der Wunsch der pessimistischen Mehrheit unter den institutionellen Investoren nach einem temporĂ€ren, aber deutlichen Kursverlust des DAX tatsĂ€chlich in ErfĂŒllung gehen wĂŒrde. Seit unserer vergangenen Stimmungserhebung zeigt der DAX jedenfalls abermals nur ein kleines Minus von 0,5 Prozent. Das mag auch daran liegen, dass wichtige Ereignisrisiken (etwa die heute zur Veröffentlichung anstehenden Inflationszahlen aus den USA fĂŒr den Monat MĂ€rz oder die morgige Sitzung der EuropĂ€ischen Zentralbank) bereits ihre Schatten voraus werfen.
Starke Polarisierung
Und so wundert es auch nicht, dass sich an der Stimmung der von uns befragten institutionellen Investoren mit mittelfristigem Handelshorizont, zumindest oberflÀchlich betrachtet, nicht allzu viel geÀndert hat. Denn unser Börse Frankfurt Sentiment-Index klettert lediglich um 3 Punkte nach oben auf einen neuen Stand von -26. Bei genauem Hinsehen fÀllt allerdings auf, dass sich die Polarisierung zwischen Bullen und BÀren deutlich, aber asymmetrisch erhöht hat. So reduziert sich die Gruppe der neutral gestimmten Investoren um 7 Prozentpunkte - davon gewinnt etwas mehr als 70 Prozent das Bullenlager, der Rest geht an die BÀren. Immerhin: Die institutionellen Investoren haben ihre Positionen trotz besagter Ereignisrisiken nicht reduziert.
Eine Tendenz in die andere Richtung sehen wir bei den Privatanlegern, deren Börse Frankfurt Sentiment-Index sich ebenfalls verringert hat: Wir notieren einen RĂŒckgang von 10 Punkten auf einen neuen Stand von -2. Unter dem Strich gab es dort eine Wanderung von 5 Prozent aller Befragten weg vom Bullen- direkt zum BĂ€renlager. Dabei fĂ€llt auf, dass die VerĂ€nderung des Stimmungsbildes in erster Linie auf Privatanleger zurĂŒckgeht, die wir ĂŒber Social Media befragt haben und dabei einen recht deutlichen Meinungsumschwung beobachten konnten.
Gefangene Pessimisten
Insgesamt zeigt sich, dass sich die Stimmungskluft zwischen Privatanlegern und institutionellen Investoren gegenĂŒber der Vorwoche verringert hat. In der relativen Betrachtung auf Sicht von drei Monaten liegen nun beide Panels etwa gleichauf; ihnen gemeinsam ist ein moderater Pessimismus - auch im sechs Monatsvergleich sind die Unterschiede nicht allzu groĂ.
Vor allem bei den institutionellen Investoren lĂ€sst sich feststellen, dass zumindest ein groĂer Teil der Pessimisten mit dem bisherigen DAX-RĂŒcksetzer nicht allzu viel anfangen kann. Nicht etwa, weil die Gewinne seit dem Allzeithoch nicht reizvoll genug gewesen wĂ€ren, um realisiert zu werden. Vielmehr vermuten wir, dass sich ein guter Teil der Pessimisten aus den vergangenen Wochen mit den eigenen Positionen immer noch im Verlustbereich befindet. Der durchschnittliche Einstandspreis dieser Engagements liegt vermutlich bei etwa 18.000 DAX-ZĂ€hlern, weswegen wir in diesem Bereich erste gröĂere Nachfrage aus bearishen Quellen antizipieren, die dann aus ihren Engagements zumindest verlustfrei herauskĂ€men.
Unter dem Strich hat sich die grundsĂ€tzlich positive Sentiment-technische Situation des DAX gegenĂŒber der Vorwoche also nicht verschlechtert.
11. April 2024, © Goldberg & Goldberg fĂŒr boerse-frankfurt.de
(FĂŒr den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die BeitrĂ€ge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)
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