Dax, Zinshoffnungen

Dax startet negativ - Zinshoffnungen gedÀmpft

05.01.2024 - 09:31:40 | dts-nachrichtenagentur.de

Der Dax ist am Freitagmorgen schwach in den Handelstag gestartet.

Frankfurter Börse - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Frankfurter Börse - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Gegen 9:30 Uhr wurde der Leitindex mit rund 16.525 Punkten berechnet, 0,6 Prozent unter dem Schlussniveau vom Vortag. "Haben sich die Anleger gegen Ende des vergangenen Jahres noch gegenseitig ĂŒbertroffen mit ihren Prognosen, wie frĂŒh die Notenbanken in diesem Jahr die Leitzinsen senken, schieben sie diesen Zeitpunkt nun weiter nach hinten", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

"Mit dieser geldpolitischen Unsicherheit und den zunehmenden geopolitischen Spannungen in Nahost finden sie zwei ausreichende GrĂŒnde, nach der furiosen Jahresendrally Gewinne mitzunehmen", ergĂ€nzte er. Damit bleibe auch der Deutsche Aktienindex im Korrekturmodus. "Im Roten Meer wurden bislang 25 Angriffe auf Handelsschiffe gemeldet und es gibt wachsende Spannungen zwischen Israel und dem Libanon: War man bislang davon ausgegangen, dass der Krieg zwischen der Hamas und Israel regional beschrĂ€nkt bleiben wird, muss man nun eine Ausweitung auf mehrere Fronten fĂŒrchten." Die Situation im Nahen Osten sei ein "Schlamassel" und niemand habe gerade eine Lösung bereit, um eine wirkliche Besserung in Aussicht stellen zu können, so Stanzl weiter. "In Deutschland ist die Inflation wieder gestiegen: Das hĂ€ngt zwar primĂ€r mit dem Sondereffekt durch staatliche Energie-Hilfen zum Jahresende 2022 zusammen, aber eine Inflationsrate von 3,7 Prozent ist trotzdem weit entfernt vom Ziel der EuropĂ€ischen Zentralbank von zwei Prozent." Es bleibe nach den Inflationsdaten eine nur vage Vorstellung fĂŒr Anleger ĂŒbrig, wann die EZB die Zinsen wieder senken werde. Die Arbeitsmarktdaten aus den USA könnten am Freitag erneut stark ausfallen und auch an der Wall Street Zweifel an einer allzu zeitigen Leitzinssenkung der Fed wecken. Bereits jetzt wackele der erhoffte MĂ€rz, die MĂ€rkte sĂ€hen hierfĂŒr nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent. "Zu starke Arbeitsmarktdaten könnten diese Wahrscheinlichkeit unter 50 Prozent sinken lassen und damit den MĂ€rz als ersten Zinssenkungstermin ganz aus dem Spiel nehmen", sagte Stanzl. Die europĂ€ische GemeinschaftswĂ€hrung tendierte am Freitagmorgen schwĂ€cher. Ein Euro kostete 1,0917 US-Dollar (-0,27 Prozent), ein Dollar war dementsprechend fĂŒr 0,9160 Euro zu haben. Der Ölpreis stieg unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagmorgen gegen 9 Uhr deutscher Zeit 78,03 US-Dollar, das waren 44 Cent oder 0,6 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.

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