Energiekonzern Uniper startet mit höherem Ăberschuss ins neue Jahr
07.05.2024 - 09:03:29 | dpa.deVon Januar bis MĂ€rz lag der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei 885 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum: 991 Millionen Euro), wie das im Zuge der Energiekrise verstaatlichte Unternehmen am Dienstag in DĂŒsseldorf mitteilte. Vor allem wegen eines guten Zinsergebnisses kletterte der bereinigte JahresĂŒberschuss von 458 Millionen auf 570 Millionen Euro.
In der Stromerzeugung schlugen unter anderem höhere Gewinne aus der schwedischen Kernenergie sowie geringere Aufwendungen aus der Bewertung von RĂŒckstellungen fĂŒr CO2-Zertifikate zu Buche. Hinzu kamen erfolgreiche TermingeschĂ€fte. Dem standen unter anderem wegen gesunkener GroĂhandelspreise geringere Gewinne aus der Wasserkraft gegenĂŒber.
Uniper bestĂ€tigt Prognose fĂŒr 2024
Uniper bestĂ€tigte die Ergebnisprognose fĂŒr das Gesamtjahr. Demnach wird weiterhin ein bereinigtes Ebitda von 1,5 bis 2 Milliarden Euro erwartet (Vorjahr: 7,2 Milliarden Euro). Beim bereinigten KonzernĂŒberschuss rechnet das Unternehmen am Ende mit 0,7 bis 1,1 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,4 Milliarden Euro). "Die Gewinnsituation von 2023 wird sich in diesem Jahr deutlich normalisieren", hatte Vorstandschef Michael Lewis Ende Februar gesagt.
"Uniper ist gut und im Einklang mit unseren Erwartungen in das Jahr 2024 gestartet", erklÀrte FinanzvorstÀndin Jutta Dönges laut einer Mitteilung. Sie betonte, dass der Kapitalmarkt die positive Entwicklung der letzten Monate honoriere. So habe etwa die Ratingagentur S&P Anfang MÀrz das langfristige Kredit-Rating mit "BBB-" und "stabilem Ausblick" bestÀtigt.
Uniper zĂ€hlt zu den gröĂten Energieunternehmen des Landes. Die Firma ist Deutschlands gröĂter GashĂ€ndler. Beliefert werden mehr als 1000 Stadtwerke und groĂe Industrieunternehmen. In Deutschland und vier weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern betreibt das Unternehmen auĂerdem viele Kraftwerke, die Strom aus Gas, Kohle, Wasserkraft, Atomkraft und Ăl erzeugen. Investitionen in weitere erneuerbare Energien und wasserstofffĂ€hige Gaskraftwerke sind geplant. Uniper ist daneben Deutschlands gröĂter Erdgas-Speicherbetreiber. Investieren will Uniper auch in die Wasserstoffspeicherung. Privatkunden beliefert Uniper auĂer bei FernwĂ€rme nicht. Weltweit beschĂ€ftigt Uniper rund 7000 Menschen.
2030 will Uniper mehr als 80 Prozent seiner Kraftwerksleistung zur CO2-freien Stromproduktion nutzen, bis 2040 will das Unternehmen vollstÀndig CO2-neutral sein.
Uniper geriet 2022 in Schieflage, nachdem Russland nach dem Angriff auf die Ukraine seine Gaslieferungen erst verringerte und dann einstellte. Die Ersatzbeschaffungen kosteten Milliarden. Damit Uniper nicht in die Knie ging, zahlte Deutschland Beihilfen von rund 13,5 Milliarden Euro und wurde mit ĂŒber 99 Prozent MehrheitseigentĂŒmer. Der Bund ist verpflichtet, seine Beteiligung bis spĂ€testens 2028 auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie zu reduzieren. Die Beihilfen wurden von der EU-Kommission unter Auflagen genehmigt.
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