Fischerei-Experte hĂ€lt manchen Vorschlag fĂŒr 'Symbolpolitik'
22.09.2024 - 14:15:45 | dpa.deDenn die Fischereien seien faktisch bereits geschlossen, sagte der Leiter des ThĂŒnen-Institus fĂŒr Ostseefischerei der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage. Der Dorsch der Region könne ausschlieĂlich als Beifang gefischt werden, und der Hering dĂŒrfe von den gröĂeren Fischereien nicht gefangen werden. Der Kommissionsvorschlag gilt fĂŒr 2025.
"Symbolpolitik hilft niemandem, und nur weil es auf dem Papier besser aussieht, erholt sich ein Bestand nicht", sagte der Institutsleiter. Auf zeitaufwendige Diskussionen ĂŒber winzige Ănderungen solle man verzichten und sich stattdessen um tatsĂ€chliche Probleme kĂŒmmern. "Eine quasi inexistente Quote zu halbieren, lĂ€sst sich gut kommunizieren, bringt aber eben genau nichts."
Zimmermann hĂ€lt fĂŒr sinnvoll, dass die bestehenden Fangmengen fĂŒr Dorsch und Hering in der Region bestehen bleiben, die er knapp nennt. Mit den Vorgaben könne sich der Hering in etwa fĂŒnf bis sieben Jahren erholen. Der Dorsch leide unter schlechten Umweltbedingungen und werde sich auch nicht erholen, wenn kein einziger gefangen wĂŒrde, sagte Zimmermann.
Letztlich entscheiden die EU-Staaten
Die EU-Kommission hatte im August den neuen Vorschlag fĂŒr die Ostsee vorgestellt. Die Kommission unterbreitet die Empfehlung, dass im nĂ€chsten Jahr in der westlichen Ostsee 394 Tonnen Hering und 93 Tonnen Dorsch gefangen werden dĂŒrfen. Das sind 50 Prozent und 73 Prozent weniger als im Vorjahr. Die VorschlĂ€ge fĂŒr die Ostsee werden jĂ€hrlich erarbeitet. Mit der Begrenzung soll verhindert werden, dass BestĂ€nde kollabieren.
Beschlossen werden die Mengen von den Fischereiministerinnen und-ministern der EU-Staaten. Im Oktober befassen sich die Minister mitdem Vorschlag. Die LĂ€nder sind nicht an die Empfehlung gebunden. RegelmĂ€Ăig beschlieĂen sie Fangmengen, die darĂŒberliegen. Die Gesamtfangmenge wird in nationale Quoten fĂŒr die Mitgliedstaaten aufgeteilt.
Experte: Vorsicht bei Sprotte geboten
Die Kommission schlĂ€gt auch vor, dass die Fangmenge der Sprotte deutlich gesenkt wird: um 42 Prozent auf etwa 117.000 Tonnen. Die Empfehlung hĂ€lt Zimmermann fĂŒr richtig. Der Bestand befinde sich zwar noch in gutem Zustand, allerdings gebe es einen hohen Druck aus der Fischerei auf die Sprotte und NachwuchsjahrgĂ€nge seien vergleichsweise schwach, sagte der Experte. "Hier ist also maximale Vorsicht geboten, um nicht in eine ernste Ăberfischungssituation zu rutschen."
Zimmermann ist der deutsche Vertreter im sogenannten Advisory Committee des Internationalen Rates fĂŒr Meeresforschung ICES. Die EU-Kommission stĂŒtzt sich zur Ausarbeitung der VorschlĂ€ge unter anderem auf den wissenschaftlichen Rat des ICES.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

