Devisen, Iran-Krieg

Devisen: Iran-Krieg treibt Dollar an - Sicherer Hafen Schweizer Franken

02.03.2026 - 10:33:30 | dpa.de

Der Iran-Krieg hat die Nachfrage nach dem US-Dollar zum Wochenstart angetrieben.

Der Kurs des Euro EU0009652759 geriet im Gegenzug unter Druck. Am Montagvormittag mussten fĂŒr die GemeinschaftswĂ€hrung zuletzt 1,1703 Dollar gezahlt werden und damit ĂŒber einen Cent weniger als vor dem Wochenende.

Die USA und Israel hatten den Iran am Samstag angegriffen und dabei auch das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Mittlerweile weitet sich der Krieg immer weiter aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans in den Kampf ein. Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Iran indes fort - auch die Gegenangriffe Teherans auf Israel und Golfstaaten gingen weiter.

"ZunĂ€chst einmal profitiert der US-Dollar in Kriegssituationen in der Regel, da er die WeltleitwĂ€hrung ist", schrieb Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank in ihrem Morgenkommentar. "Soll heißen: Ein erheblicher Teil der grenzĂŒberschreitenden Kredite und Anleihen sind in US-Dollar denominiert. Um ZahlungsfĂ€higkeit fĂŒr den Fall der FĂ€lle sicherzustellen, steigt die Nachfrage nach der US-WĂ€hrung in unsicheren Zeiten daher."

Zudem dĂŒrfte sich die US-Wirtschaft gegenĂŒber einem möglichen Ölpreisschock als widerstandsfĂ€higer erweisen als die Wirtschaft im Euroraum. Dies gelte nicht zuletzt, weil die Eurozone ein Netto-Ölimporteur sei, sagte die Commerzbank-Expertin. Daher könnte die US-Notenbank auf die inflationĂ€ren Folgen eines Ölpreisanstiegs mit krĂ€ftigeren Zinserhöhungen reagieren als die EuropĂ€ische Zentralbank, die dann mehr RĂŒcksicht auf eine schwĂ€chelnde Konjunktur nehmen mĂŒsste. Vieles hĂ€nge daher nun von der Dauer des Krieges und des Anstiegs der Ölpreise ab.

"Der ultimative sichere Hafen unter den WĂ€hrungen ist aktuell jedoch nicht der US-Dollar, sondern, wie schon im vergangenen Jahr gesehen, der Schweizer Franken", so Nguyen weiter. Das liege weniger an fundamentalen Faktoren, sondern eher daran, dass der Franken diesen Status ohnehin schon habe. Zudem habe die Schweizerische Nationalbank nur noch begrenzte Mittel, den Franken zu schwĂ€chen. "Der Leitzins ist bereits bei null, Devisenmarktinterventionen dĂŒrften nur dosiert eingesetzt werden. Bei einer Eskalation der Krise in Nahost wĂ€re daher mit weiterer Franken-StĂ€rke zu rechnen." Zuletzt notierte der Euro zu 0,9057 Franken.

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