Devisen, Iran-Krieg

Devisen: Iran-Krieg belastet den Euro - WeltleitwÀhrung US-Dollar gefragt

02.03.2026 - 17:01:55 | dpa.de

Der Iran-Krieg hat zum Wochenstart die Nachfrage nach dem US-Dollar angetrieben.

Der Kurs des Euro EU0009652759 geriet unter Druck. Am Montagnachmittag mussten fĂŒr die GemeinschaftswĂ€hrung zuletzt 1,1689 Dollar gezahlt werden und damit ĂŒber einen Cent weniger als vor dem Wochenende. Der Euro fiel auf das Niveau von Ende Januar zurĂŒck.

Die EuropÀische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1698 (Freitag: 1,1805) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8548 (0,8470) Euro.

Die USA und Israel hatten den Iran am Samstag angegriffen und dabei unter anderem auch das iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Mittlerweile weitet sich der Krieg immer weiter aus. Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans in den Kampf ein. Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Iran indes fort - auch die Gegenangriffe Teherans auf Israel und Golfstaaten gingen weiter.

"ZunĂ€chst einmal profitiert der US-Dollar in Kriegssituationen in der Regel, da er die WeltleitwĂ€hrung ist", schrieb Devisenexpertin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank. "Soll heißen: Ein erheblicher Teil der grenzĂŒberschreitenden Kredite und Anleihen sind in US-Dollar denominiert. Um ZahlungsfĂ€higkeit fĂŒr den Fall der FĂ€lle sicherzustellen, steigt die Nachfrage nach der US-WĂ€hrung in unsicheren Zeiten daher."

Zudem dĂŒrfte sich die US-Wirtschaft gegenĂŒber einem möglichen Ölpreisschock als widerstandsfĂ€higer erweisen als die Wirtschaft im Euroraum. Dies gelte nicht zuletzt, weil die Eurozone ein Netto-Ölimporteur sei, sagte die Commerzbank-Expertin. Daher könnte die US-Notenbank auf die inflationĂ€ren Folgen eines Ölpreisanstiegs mit krĂ€ftigeren Zinserhöhungen reagieren als die EuropĂ€ische Zentralbank, die dann mehr RĂŒcksicht auf eine schwĂ€chelnde Konjunktur nehmen mĂŒsste. Vieles hĂ€nge daher nun von der Dauer des Krieges und des Anstiegs der Ölpreise ab.

Zu anderen wichtigen WĂ€hrungen legte die EZB die Referenzkurse fĂŒr einen Euro auf 0,8739 (0,8763) britische Pfund, 184,19 (184,13) japanische Yen und 0,9117 (0,9104) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (etwa 31,1 Gramm) kostete zuletzt 5.343 Dollar. Das waren etwa 64 Dollar mehr als am Freitag.

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