Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Roboterhersteller Neura wÀhlt GFT als Software-Partner aus

30.06.2025 - 16:08:25 | dpa.de

Der IT-Dienstleister und Softwareanbieter GFT DE0005800601 arbeitet bei der Entwicklung von Software fĂŒr physische KĂŒnstliche Intelligenz (KI) mit dem Roboter-Hersteller Neura zusammen.

"Wir bringen unsere Kernkompetenzen in den Bereichen KI-Software und digitale Plattformen in die Robotik ein", sagte GFT-Unternehmenschef Marco Santos am Montag in Stuttgart. Neura entwickelt intelligente Maschinen, die in realen Umgebungen lernen, sich anzupassen und autonom zu handeln.

GFT sieht fĂŒr sich durch die Partnerschaft nach eigenen Angaben neue Wachstumschancen im boomenden Robotikmarkt. Nachdem die GFT-Aktie seit der Vorlage schwacher Quartalszahlen im Mai unter Druck gestanden hatte, legte sie am Montag um bis zu knapp zehn Prozent zu. Zwar konnte das Papier die Gewinne nicht ganz halten, zĂ€hlte aber am Nachmittag mit einem Plus von etwas mehr als sechs Prozent auf 24 Euro immer noch den stĂ€rksten Titeln im Nebenwerteindex SDax DE0009653386.

Anders sieht es im bisherigen Jahresverlauf aus: Da hinkt das Papier mit einem Plus von rund neun Prozent dem SDax hinterher. Immerhin konnte die Aktie damit die Talfahrt der drei Jahre davor beenden. Von Ende 2021 bis Ende 2024 war der Börsenwert des Unternehmens um mehr als die HÀlfte auf nur noch 580 Millionen Euro abgesackt. Inzwischen ist das Unternehmen wieder etwas mehr als 630 Millionen Euro wert.

Der seit Anfang des Jahres amtierende Konzernchef Marco Santos zeigte sich trotz der leichten Besserung wĂ€hrend seiner Amtszeit nicht mit der Entwicklung des Aktienkurses zufrieden. Er will sich ganz auf das operative GeschĂ€ft konzentrieren, um die Mittelfrist-Ziele zu erreichen. Dies wĂŒrde dann auch die Investoren ĂŒberzeugen. "Ich lege sehr großen Wert auf die Umsetzung unserer Strategie und gehe davon aus, dass sich das auch am Finanzmarkt langfristig auszahlt", sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Der 50-jĂ€hrige Manager will GFT bis 2029 zu einem vollstĂ€ndig KI-zentrierten Unternehmen umbauen. Dies sei die Voraussetzung, um von der KI-Revolution zu profitieren. So soll der Umsatz bis 2029 auf 1,5 Milliarden Euro steigen - das wĂ€re im Schnitt ein Wachstum von etwas mehr als zehn Prozent pro Jahr. Dies soll unter anderem durch ergĂ€nzende Übernahmen geschehen. Die Marge auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Gewinns vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll auf rund 9,5 Prozent steigen. FĂŒr 2025 peilt GFT einen Erlös von rund 930 Millionen Euro und damit circa sieben Prozent mehr als im vergangenen Jahr an. Der operative Gewinn dĂŒrfte dabei leicht auf 75 Millionen Euro zurĂŒckgehen.

Bei der bereinigten operativen Marge (Ebit) erwartet der Vorstand einen Wert von lediglich etwas mehr als acht Prozent. Damit rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr mit einer fast um einen Prozentpunkt sinkenden ProfitabilitĂ€t. GrĂŒnde dafĂŒr seien unter anderem höhere Investitionen, zusĂ€tzliche Maßnahmen, um die Effizienz zu steigern, sowie höhere Zahlungen in die Sozialversicherungssysteme verschiedener LĂ€nder.

GFT ist derzeit in mehr als 20 LĂ€ndern vertreten und beschĂ€ftigt mehr als 12.000 Mitarbeiter. Der Großteil der Kunden sind Banken. Diese steuerten 2024 rund drei Viertel zum Konzernumsatz bei. Der Rest kommt von Versicherungskonzernen und der Industrie. Bei den LĂ€ndern sind Brasilien, Deutschland und Spanien die wichtigsten MĂ€rkte. Hier generiert GFT 2024 rund 40 Prozent der Erlöse.

Das Unternehmen wurde 1987 von Ulrich Dietz gemeinsam mit Michael Schönemann gegrĂŒndet. Dietz war lange Konzernchef und leitet jetzt den Verwaltungsrat. Er hĂ€lt zudem noch rund 26 Prozent der Anteile; weitere knapp zehn Prozent gehören seiner Frau Maria Dietz. Das Unternehmen ist seit 1999 an der Börse notiert.

Im Börsenboom um die Jahrtausendwende zog der Kurs der GFT-Aktie in den ersten Monaten bereinigt um Kapitalmaßnahmen bis auf 92,50 Euro im Februar 2020 an. Mit dem Aktiencrash und dem Zusammenbruch des Neuen Markts stĂŒrzte der Kurs 2023 auf weniger als einen Euro ab. In den Jahren danach erholte er sich wieder peu Ă  peu bis auf das Zwischenhoch von knapp 50 Euro Ende 2021, bevor es dann wieder etwas nach unten ging.

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