Ergebnisse, Produktion/Absatz

Opel-Mutter Stellantis schreibt Milliardenverlust - Aktie verliert

21.07.2025 - 11:17:12 | dpa.de

Der kriselnde Autokonzern Stellantis NL00150001Q9 hat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen eingefahren.

Der VW-Rivale DE0007664039 schrieb nach vorlĂ€ufigen Zahlen einen Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro, wie er ĂŒberraschend am Montag in Amsterdam mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte der Mutterkonzern von Marken wie Peugeot, Fiat, Chrysler und Opel noch einen Gewinn von gut 5,6 Milliarden Euro eingestrichen. Dieses Mal zehrten vor allem Sonderkosten ĂŒber 3,3 Milliarden Euro am Ergebnis. Sie fielen unter anderem fĂŒr abgebrochene Programme, fĂŒr Abschreibungen auf technische Plattformen und fĂŒr den Konzernumbau an. Die Aktie fiel.

Das Papier verlor am spÀten Vormittag am Ende des Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 rund 2,6 Prozent auf 7,71 Euro. Das Jahrestief von 7,27 Euro aus dem April ist nicht mehr weit. Ohnehin haben die AktionÀre wenig zu lachen: Im MÀrz 2024 war die Aktie auf dem Hoch noch mehr als 27 Euro wert, bevor es steil bergab ging.

Die Zahlen seien schwach ausgefallen, urteilte Analyst Philippe Houchois von Jefferies. Mit der Veröffentlichung der Eckdaten rĂ€ume der Konzern durch die Wertberichtigungen auch seine Bilanz auf, was erwartet worden sei. Patrick Hummel von der UBS schrieb, die verfehlten Erwartungen im ersten Halbjahr nĂ€hrten die Sorge davor, dass Stellantis in diesem Jahr Geld verbrennt und einen Finanzmittelabfluss aufweisen könnte. Die Dividende werde darum wohl "sehr niedrig" wenn nicht komplett ausfallen. Auch AktienrĂŒckkĂ€ufe seien voraussichtlich zunĂ€chst vom Tisch.

Auch im TagesgeschĂ€ft lief es bei Stellantis schlechter. Der Umsatz sackte von 85 Milliarden Euro ein Jahr zuvor auf nun 74,3 Milliarden Euro ab. Im zweiten Quartal gingen die VerkĂ€ufe um 6 Prozent auf 1,4 Millionen Fahrzeuge zurĂŒck. In der ersten JahreshĂ€lfte war es damit ein Minus von 7 Prozent auf knapp 2,7 Millionen Fahrzeuge. Vor allem im frĂŒher so renditestarken Markt Nordamerika ließ das Unternehmen weiter Federn. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis schmolz von 8,5 Milliarden Euro vor einem Jahr auf nur noch 0,5 Milliarden Euro zusammen.

Der Konzern berichtete in seiner Mitteilung unter anderem von höheren Kosten und Gegenwind durch den schwachen US-Dollar. Die US-Zölle hĂ€tten zudem zunĂ€chst mit 0,3 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. Seine Jahresprognose hatte der Konzern bereits im April zurĂŒckgezogen. Seit lĂ€ngerem kriselt der Vielmarkenkonzern, weil er auf dem nordamerikanischen Kontinent seine großen SUVs und Trucks nicht mehr wie gewohnt loswird. Das kostete auch Ex-Chef Carlos Tavares den Job. Inzwischen hat der US-Manager Antonio Filosa das Ruder ĂŒbernommen.

In der zweiten JahreshĂ€lfte sollen sich die Gegenmaßnahmen gegen die Krise stĂ€rker bemerkbar machen, wie es hieß. Dann sollen neue Automodelle wieder Schwung verleihen. Die detaillierten Zahlen fĂŒr die ersten sechs Monate legt Stellantis am 29. Juli vor.

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