Produktion/Absatz, Deutschland

Schott setzt auf Halbleiterindustrie und Augmented-Reality-Brillen

02.01.2024 - 06:07:13 | dpa.de

Der Mainzer Spezialglashersteller sieht Wachstumspotenzial im GeschĂ€ft mit der Halbleiterindustrie und mit Glas fĂŒr sogenannte Augmented-Reality-Brillen.

Auch fĂŒr die 2023 an die Börse gebrachte Pharmasparte erwartet Vorstandschef Frank Heinricht ZuwĂ€chse. Dass Schott in vielen Produkten drin, aber als Name von außen nicht erkennbar sei, stört ihn nicht. "Das ist nunmal das Los eines Materialkonzerns", sagte Heinicht der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Im Halbleiterbereich spiele Glas eine zunehmende Rolle, betonte der Unternehmenschef. "Module auf Kunststoff-Chips stoßen wegen Temperaturproblemen an ihre Grenzen. Hier kann Glas sehr viele Vorteile bringen", erklĂ€rte Heinricht. Mit Spezialglas ließen sich Module bauen, die eine exakt zu bestimmende Ausdehnung bei gewissen Temperaturen hĂ€tten dank gewisser Materialmischungen.

"Blockbuster-Potenzial" sieht er bei Augmented-Reality-Brillen. Augmented Reality (AR) heißt erweiterte RealitĂ€t, fĂŒr Nutzer solcher Brillen werden digitale Objekte in die reale Umgebung eingeblendet. FĂŒr diese Brillen brauche es mehrere hundert Beschichtungen und GlĂ€ser, die ĂŒbereinander gelegt werden mĂŒssten, sagte Heinricht. "Da sind wir bei einem sehr großen Spieler in diesem Feld mit im Boot." Schott habe ein Werk in Malaysia aufgebaut mit rund 500 BeschĂ€ftigten. "Das ist ein Bereich, in den wir krĂ€ftig investieren."

Im HaushaltsgerĂ€te- und Pharmabereich hatte Schott zuletzt wie andere Branchenunternehmen auch mit großen LagerbestĂ€nden bei Kunden zu kĂ€mpfen, die wĂ€hrend der Corona-Pandemie angelegt worden waren. Am Stammsitz Mainz und in Mitterteich in Bayern wurden Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt - in der Produktion von Ceran-KochflĂ€chen und in der von Glasrohren und -stĂ€ben unter anderem fĂŒr die Pharmabranche.

"Abnehmspritzen sind ein Riesen-Thema"

"Wichtig ist, dass der Markt an sich solide wÀchst", sagte Heinricht.

Schott werde mit seinen Glasverpackungen oder -spritzen fĂŒr Arzneimittel weiter von der steigenden Zahl injizierbarer Medikamente profitieren. Auch Impfungen blieben ein Treiber, "nicht nur Covid, sondern auch RSV und eine mögliche Kombi-Impfung gegen Covid-19, RSV und Grippe." Zudem will Schott einen Teil von dem Boom mit Abnehmspritzen abhaben, wie sie etwa die Konzerne Novo Nordisk DK0060534915 oder Eli Lilly US5324571083 herstellen. "Abnehmspritzen sind ein riesiges Thema", sagte Heinricht. "Da sind wir mit im Boot und ein gefragter Partner."

Die Einnahmen aus dem Börsengang der Pharmasparte in diesem Herbst will Schott Heinricht zufolge vor allem in die grĂŒne Transformation, in Investitionen fĂŒr Maschinen und ZukĂ€ufe stecken. "Da haben wir jetzt mehr Möglichkeiten." Nach möglichen Übernahmen werde in den Segmenten Pharma, Optik und flĂŒssiges Glas in der Medizintechnik geschaut. Schott schaue, wie sich das Portfolio ohne allzu große Investitionen sinnvoll ergĂ€nzen lasse.

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