Ergebnisse, Produktion/Absatz

Flatexdegiro verdient weniger als erwartet - Umsatzprognose erhöht

22.10.2024 - 21:03:21 | dpa.de

Der Online-Broker Flatexdegiro DE000FTG1111 blickt nach einem erneut krÀftigen Wachstum im dritten Quartal etwas optimistischer auf das laufende Jahr.

Der Vorstand erhöhte seine Erlösprognose am Dienstagabend leicht, hielt aber an seinem Gewinnziel lediglich fest. Zudem verdiente Flatexdegiro im dritten Quartal weniger als erwartet.

Die im SDax DE0009653386 notierte Aktie gab nachbörslich um etwas mehr als zwei Prozent nach. Ihr Kurs hatte sich zuletzt aber deutlich erholt und lag zuletzt auf dem höchsten Niveau seit Mai 2022. GestĂŒtzt wurde der Flatexdegiro-Kurs in den vergangenen Wochen und Monaten unter anderem von der Berufung eines neuen Chefs und dem Start von AktienrĂŒckkĂ€ufen.

In den drei Monaten bis Ende September legte der Umsatz im Jahresvergleich um gut zehn Prozent auf rund 112 Millionen Euro zu. Der Konzerngewinn stieg um etwas mehr als ein FĂŒnftel auf knapp 25 Millionen Euro. Das Erlösplus traf etwa die Expertenerwartungen, der operative Gewinn verfehlte die durchschnittliche Analystenprognose jedoch leicht.

Im dritten Quartal profitierte Flatexdegiro von der stark gestiegenen Zahl seiner Kunden. Ende September zĂ€hlte das Unternehmen 2,96 Millionen Konten - das sind mehr als 92.000 als Ende Juli. Die Zahl der abgewickelten Transaktionen stieg im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal um rund sieben Prozent auf 14,8 Millionen. Die durchschnittliche Provision je Transaktion lag mit 4,32 Euro um sechs Cent ĂŒber dem Vorjahreswert.

Der Umsatz soll 2024 jetzt um etwas mehr als 15 Prozent steigen und damit leicht ĂŒber dem ursprĂŒnglich avisierten Ziel liegen. Beim Gewinn rechnet der Broker weiter mit einer Steigerung um an die 50 Prozent und damit einem Rekordergebnis. 2023 hatte das Unternehmen 391 Millionen Euro umgesetzt und damit etwas weniger als noch 2022. Der Gewinn sank im vergangenen Jahr um fast ein Drittel auf 72 Millionen Euro.

"Wir setzen weiter konsequent auf profitables Wachstum durch neue Kunden und neue Produkte. Noch im Laufe dieses Jahres werden wir in Deutschland den direkten Handel in KryptowĂ€hrungen starten", sagte der neue Chef Oliver Behrens. "Wir unterstĂŒtzen außerdem den Ansatz der Bundesregierung, kapitalmarktbasierte Anlagen in der privaten Altersvorsorge zu fördern." Als Bank und Online-Broker sei Flatexdegiro prĂ€destiniert, Kunden Altersvorsorgedepots anzubieten. Behrens will dabei auch die Erfahrung mit Ă€hnlichen Produkten in anderen europĂ€ischen LĂ€ndern einbringen.

Der Online-Broker hat turbulente Zeiten hinter sich - dies gilt auch fĂŒr den Aktienkurs: Angetrieben von dem Handelsboom unter Privatanlegern war er wĂ€hrend der Corona-Pandemie von circa 6 Euro bis auf fast 30 Euro im Jahr 2021 gestiegen. Doch mit dem Anstieg der Zinsen stĂŒrzte er wieder ab. Zudem stellte die Finanzaufsicht Bafin MĂ€ngel im Betrieb fest und unterzog den Online-Broker einer SonderprĂŒfung. Das Management geriet dadurch unter Druck.

Im FrĂŒhjahr 2024 rechnete dann Flatex-GrĂŒnder und GroßaktionĂ€r Bernd Förtsch mit der Unternehmensspitze ab. In einem Interview und einem langen Brief Ă€ußerte er sich zu der SonderprĂŒfung der Bafin, der Kommunikation des Unternehmens mit den FinanzmĂ€rkten, zum laufenden GeschĂ€ft und der Entwicklung des Aktienkurses.

Vorstandschef Niehage warf im April schließlich hin. Aufsichtsratschef Martin Korbmacher hielt dem Druck hingegen stand. Auf der Hauptversammlung Anfang Juni ließ er die Kritik und ein Misstrauensvotum der AktionĂ€re ĂŒber sich ergehen. Allerdings verweigerten die Anteilseigner ihm, Niehage und dem frĂŒheren Vize-Chef Muhamad Chahrour die Entlastung. FĂŒr eine Abberufung Korbmachers aus dem Kontrollgremium reichte es jedoch nicht.

Mit der Berufung des frĂŒheren Morgan-Stanley-Chefs Behrens an die Unternehmensspitze kehrte an der Unternehmensspitze wieder Ruhe ein. Der Aufsichtsrat verlĂ€ngerte zudem den Vertrag von Finanzvorstand Janos und machte ihn zusĂ€tzlich zum Vize-Chef bis Ende Mai 2029. Ebenso lange steht nun Technologie-Vorstand Stephan Simmang unter Vertrag.

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