Teamviewer macht mehr Gewinn im TagesgeschÀft - Aktie deutlich im Plus
31.07.2024 - 09:35:53Konzernchef Oliver Steil sieht die wirtschaftliche Lage weiter schwierig und bleibt daher vorsichtig optimistisch. "Das zweite Quartal ist ein wenig besser gelaufen als gedacht, aber die zwei umsatzstĂ€rkeren Quartale kommen noch", sagte der Manager im GesprĂ€ch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. In der zweiten JahreshĂ€lfte sollen vor allem die Einsparungen aus dem deutlich eingedampften Sponsorenvertrag mit dem englischen FuĂballclub Manchester United KYG5784H1065 zur Geltung kommen. An der Börse kamen die Zahlen und Aussagen zum Ausblick gut an.
Die in den vergangenen Monaten schwach gelaufene Aktie gewann am Mittwoch im frĂŒhen Handel rund 13 Prozent auf 12,48 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier damit immer noch elf Prozent an Wert eingebĂŒĂt. Vom Rekordhoch von knapp 55 Euro aus dem Sommer 2020 ist die seit dem Herbst 2019 gelistete Aktie meilenweit entfernt. JPMorgan-Analyst Toby Ogg verwies auf das besser als erwartet ausgefallene operative Ergebnis und auf eine Beschleunigung der in Rechnung gestellten BetrĂ€ge. Das sollte die Aktie stĂŒtzen. Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC pflichtete ihm bei.
Trotz des ĂŒberraschend gut ausgefallenen zweiten Quartals sind weitere Einsparungen bei der angepeilten ProfitabilitĂ€t fĂŒr das Jahr nötig, um die Jahresziele zu erreichen.
Nach den ersten sechs Monaten stehen bei der um Sondereffekte bereinigten Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen 41 Prozent zu Buche, im Gesamtjahr sollen es weiter mindestens 43 Prozent werden. Teamviewer hat bereits in der ersten JahreshÀlfte Investitionen in Marketing und Vertrieb hochgefahren.
Dabei bleibt die Lage an den MÀrkten zÀh. "Das Marktumfeld ist unverÀndert schwierig, Entscheidungen beim Kunden dauern lÀnger", sagte Steil. "Das zieht sich schon seit mehreren Quartalen durch. Umso zufriedener sind wir mit unserem Ergebnis."
Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 67,5 Millionen Euro. Analysten hatten mit weniger Zuwachs gerechnet. Der Umsatz des Fernwartungsspezialisten stieg ebenfalls um 6 Prozent auf 164,1 Millionen Euro. Ohne Wechselkurseffekte hÀtte er um 9 Prozent zugelegt.
Vor allem mit gröĂeren Kunden konnte Teamviewer seine GeschĂ€fte trotz trĂŒber Wirtschaftsstimmung deutlich ausbauen. "Insbesondere im industriellen Umfeld gab es ein hohes Interesse an unseren Software-Lösungen, und Kunden schlieĂen vermehrt VertrĂ€ge mit lĂ€ngeren Laufzeiten ab", sagte Steil. Unter dem Strich fiel der Gewinn mit 26,5 Millionen Euro wegen höherer Steuern schmaler aus als ein Jahr zuvor mit 34,0 Millionen Euro.
Die Ziele fĂŒr 2024 bestĂ€tigte der Konzern. Aufs Jahr gesehen peilt Steil weiter einen Umsatz zwischen 660 und 685 Millionen Euro an. Die in der Vergangenheit angestoĂenen VerĂ€nderungen im Vertrieb unter anderem in den USA und im GroĂkundenbereich greifen laut dem Manager. Besserungen hĂ€lt er aber weiter fĂŒr möglich. "Die Region Asien könnte angesichts der GröĂe fĂŒr uns noch ein wenig stĂ€rker wachsen. China ist allerdings im Moment kein echtes Zugpferd fĂŒr die gesamte asiatische Wirtschaft", sagte er.

