Selenskyj, TĂŒrkei

Selenskyj will in TĂŒrkei Ukraine-GesprĂ€che wiederbeleben

18.11.2025 - 12:43:35

Der ukrainische PrĂ€sident Wolodymyr Selenskyj will bei seinem Besuch in der TĂŒrkei am Mittwoch den GesprĂ€chsprozess zum russischen Angriffskrieg gegen sein Land voranbringen.

"Wir bereiten uns darauf vor, die Verhandlungen wiederzubeleben, und haben Lösungen erarbeitet, die wir unseren Partnern vorschlagen werden", schrieb Selenskyj im sozialen Netzwerk X, wÀhrend er am Dienstag Madrid besuchte. "Alles zu tun, um das Ende des Krieges nÀherzubringen, ist die oberste PrioritÀt der Ukraine."

Der Staatschef sagte indes nicht, ob er damit direkte ukrainisch-russische GesprÀche meint. Als einziges Detail nannte er: "Wir arbeiten auch daran, den Austausch von Kriegsgefangenen wieder aufzunehmen und unsere Kriegsgefangenen nach Hause zu holen." Von einer Einigung, jeweils 1.200 Gefangene auszutauschen, hatte vorher schon der ukrainische Ex-Verteidigungsminister Rustem Umjerow gesprochen.

Moskau: Russland nicht an GesprÀchen beteiligt

Russland sei an den GesprĂ€chen Selenskyjs in der TĂŒrkei nicht beteiligt, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Man werde anhand von Selenskyjs VorschlĂ€gen beurteilen, ob die Ukraine wirklich verhandlungsbereit sei, sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge.

TĂŒrkei war mehrfach Vermittler

In den mehr als dreieinhalb Jahren des russischen Angriffskriegs ist die TĂŒrkei immer wieder Vermittlerin zwischen Moskau und Kiew oder Gastgeberin von GesprĂ€chen gewesen. Nach langer Pause trafen sich in diesem Jahr dreimal Delegationen beider Kriegsparteien in Istanbul zu direkten GesprĂ€chen, die aber bis auf Austausche von Gefangenen und getöteten Soldaten und die RĂŒckfĂŒhrung von Kindern aus Russland zu ihren ukrainischen Angehörigen kaum Ergebnisse hatten.

Der ukrainische Vize-Außenminister Serhij Kyslyzja wurde vergangene Woche in Medien damit zitiert, dass Kiew die GesprĂ€che derzeit wegen der harten Haltung Moskaus als ausgesetzt betrachte. Die russische FĂŒhrung rĂŒckt bislang nicht von ihren Maximalforderungen ab, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen. Peskow sagte, es habe aus Kiew keine Information ĂŒber eine mögliche Fortsetzung der Verhandlungen gegeben.

@ dpa.de