Allianz wuppt höhere KatastrophenschÀden - Aktie sackt dennoch ab
15.05.2025 - 11:19:33Im ersten Quartal kosteten die WaldbrĂ€nde in Kalifornien und andere Naturkatastrophen den Dax-Konzern fast 400 Millionen Euro. Dank gĂŒnstigerer anderer Entwicklungen konnte er seinen operativen Gewinn aber auf einen Rekordwert steigern. Vorstandschef Oliver BĂ€te rechnet fĂŒr 2025 daher weiterhin mit einem operativen Gewinn zwischen 15 und 17 Milliarden Euro. An der Börse ĂŒberzeugten die Neuigkeiten jedoch nicht.
Die Allianz-Aktie bĂŒĂte am Vormittag zuletzt knapp drei Prozent auf 341,90 Euro ein und gehörte zu den gröĂten Verlierern im Dax. Damit wurde das Papier noch gut 15 Prozent teurer gehandelt als zum Jahreswechsel.
Im ersten Quartal profitierte die Allianz erneut von deutlich höheren PrÀmienzahlungen ihrer Privatkunden im Schaden- und UnfallgeschÀft. Noch stÀrker legten die Einnahmen in der Lebens- und Krankenversicherung zu. Konzernweit wuchs das GeschÀftsvolumen dadurch um fast zwölf Prozent auf rund 54 Milliarden Euro.
Dabei konnte die Allianz ihre gestiegenen Einnahmen im TagesgeschĂ€ft auch mehr Gewinn ummĂŒnzen: Konzernweit stieg das operative Ergebnis im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Neben den beiden Versicherungssparten warf auch das FondsgeschĂ€ft der Konzerntöchter Pimco und Allianz Global Investors (AGI) mehr ab. Insgesamt traf die Allianz damit die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten.
Anders sah es unter dem Strich aus: Der auf die AktionĂ€re entfallende Ăberschuss sank um zwei Prozent auf gut 2,4 Milliarden Euro, weil die Allianz wegen eines Anteilsverkaufs in Indien Geld fĂŒr Steuerzahlungen zurĂŒcklegte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinnanstieg auf 2,7 Milliarden Euro gerechnet.
Teuer zu stehen kamen den Konzern im ersten Quartal besonders die Zerstörungen durch die WaldbrĂ€nde in Los Angeles, Sturm "Eowyn" in GroĂbritannien und Irland sowie mehrere Ereignisse in Australien. Mit 398 Millionen Euro lagen die Belastungen durch Naturkatastrophen rund viermal so hoch wie ein Jahr zuvor.
Dennoch reichte der Versicherungsumsatz im Schaden- und UnfallgeschĂ€ft aus, um die Aufwendungen fĂŒr SchĂ€den, Verwaltung und Vertrieb zu decken: Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote verbesserte sich sogar minimal von 91,9 auf 91,8 Prozent und lag sogar noch etwas unter dem Gesamtjahresziel von etwa 93 Prozent.
Im FondsgeschÀft sammelte die Allianz von ihren Kunden unter dem Strich 28,7 Milliarden Euro an frischen Anlagegeldern ein. Der Löwenanteil entfiel davon auf die US-Tochter Pimco.
Trotzdem schrumpfte das fĂŒr Drittkunden verwaltete Vermögen von Pimco und AGI zwischen dem Jahreswechsel und Ende MĂ€rz leicht auf 1,9 Billionen Euro. Denn verĂ€nderte WĂ€hrungskurse zehrten die erzielten MittelzuflĂŒsse wieder auf. So hat der US-Dollar im Zuge des von US-PrĂ€sident Donald Trump angezettelten Zollkonflikts im VerhĂ€ltnis zum Euro deutlich an Wert verloren.

