Röwekamp: Drei Punkte beim neuen Wehrdienst noch ungelöst
11.11.2025 - 06:11:06Diese könnten aber noch vor dem am Donnerstag geplanten Koalitionsausschuss gelöst werden, wie er der Deutschen Presse-Agentur in Berlin sagte.
Röwekamp machte deutlich, dass die Union nicht mehr auf einem Losverfahren zur Auswahl junger MĂ€nner fĂŒr eine Musterung bestehe, aber darauf warte, wie das Verteidigungsministerium auswĂ€hlen wolle.
"Wir nehmen an, dass aus einer Gruppe von 240.000 bis 260.000 gemusterten jungen MĂ€nnern 30.000 oder 40.000 den Dienst antreten sollen. Wenn es nicht genug Freiwillige gibt, muss es ein Auswahlverfahren geben", sagte er. "Wir haben ein Losverfahren - oder wir sagen Zufallsverfahren - vorgeschlagen. Andere sprechen sich fĂŒr den Weg ĂŒber Tauglichkeit oder BefĂ€higung aus. Das Ministerium hat noch keinen konkreten Vorschlag fĂŒr ein Auswahlverfahren vorgelegt."
Union will verbindliche Zahlen fĂŒr den Aufwuchs der Truppe
Die Union poche zudem schon im Gesetz auf einen Aufwuchspfad fĂŒr die aktive Truppe. "Denn ein verbindlicher Plan ist nötig, wenn man rechnerisch 10.000 MĂ€nner und Frauen mehr pro Jahr benötigt", sagte Röwekamp. Der Bedarf an Soldaten fĂŒr die stehende Truppe sei dabei auch ein Parameter fĂŒr die nötige Zahl der kĂŒnftig Wehrdienstleistenden. "Die Annahme ist dabei, dass ein Drittel der Wehrdienstleistenden zu einer Weiterverpflichtung bereit ist", sagte er.
Er verwies auch die strittige Frage, welchen Status die Wehrdienstleistenden haben sollen und ob alle Wehrdienstleistenden gleich Soldaten auf Zeit sein sollen, wie Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) es will.
Die Entscheidung sei komplex aber lösbar, sagte Röwekamp. "Auch in der Truppe gibt es Stimmen fĂŒr die weniger aufwendige Form des freiwillig Wehrdienstleistenden. Davon unabhĂ€ngig zu regeln ist, dass es eine höhere Bezahlung und zusĂ€tzliche Schritte zur Steigerung der AttraktivitĂ€t geben soll."
Er plĂ€dierte dafĂŒr, die Auseinandersetzung mit konkreten Lösungswegen beizulegen. "Ich bin dafĂŒr, alle strittigen Punkte jetzt zu lösen. Sonst vertagt man sie", forderte Röwekamp.
Das Gesetz ĂŒber einen neuen Wehrdienst war nach langem Streit in der Koalition Mitte Oktober zunĂ€chst in der vom Kabinett beschlossenen Fassung in den Bundestag eingebracht worden. Inhaltlich ist dieser Entwurf zwischen Union und SPD aber umstritten und wird sich im parlamentarischen Verfahren noch Ă€ndern.

