ROUNDUP, Deutschland

Deutschland und Italien vertiefen Zusammenarbeit

23.01.2026 - 15:01:31 | dpa.de

Deutschland und Italien wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Verteidigung und wirtschaftliche WettbewerbsfÀhigkeit deutlich ausbauen.

Bei einem Treffen beider Regierungen in Rom unter Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz und MinisterprĂ€sidentin Giorgia Meloni wurden dazu insgesamt acht Vereinbarungen unterzeichnet. Unter anderem sollen neue RĂŒstungsprojekte und gemeinsame Übungen der StreitkrĂ€fte angestoßen werden.

Der Ausbau der Beziehungen fĂ€llt in eine Zeit, in der es zwischen Deutschland und Frankreich nicht so gut lĂ€uft - gerade im RĂŒstungsbereich. Das von Berlin, Paris und Madrid geplante Luftkampfsystem FCAS steht auf der Kippe. In der Handelspolitik hatte sich Frankreich beim Abschluss eines EU-Freihandelsabkommens mit Lateinamerika quer gestellt. Dann machte Italien nach einigem Zögern den Weg frei, wofĂŒr sich Merz ausdrĂŒcklich bedankte.

Treffen im "VestibĂŒl der schwierigen Lieben"

Das Treffen findet in der Villa Pamphilj statt, wo Italien wichtige StaatsgĂ€ste empfĂ€ngt. Vor den Regierungskonsultationen trafen sich Merz und Meloni unter vier Augen im "Vestibolo degli amori difficili", dem "VestibĂŒl der schwierigen Lieben". Das VerhĂ€ltnis zwischen dem CDU-Kanzler und der Regierungschefin von der Rechtspartei Fratelli d'Italia (BrĂŒder Italiens) ist jedoch alles andere als belastet. Im Gegenteil: Die beiden haben ihre Zusammenarbeit im ersten Dreivierteljahr immer weiter ausgebaut.

Deutschland und Italien wollen nun unter anderem gemeinsame Projekte bei der Produktion von Drohnen, bei Flug- und Raketenabwehr, Marineschiffen und Unterwassersystemen sowie bei elektronischer KampffĂŒhrung und Luftkampfsystemen prĂŒfen. Außerdem wurde eine neue Fassung eines 2023 vereinbarten geplanten Aktionsplans unterzeichnet. Dies umfasst eine Zusammenarbeit in den Bereichen innere Sicherheit und Migration bis hin zum kulturellen Erbe.

Deutsch-italienische VorschlĂ€ge fĂŒr den EU-Gipfel

Mit Blick auf einen EU-Sondergipfel zur wirtschaftlichen WettbewerbsfĂ€higkeit am 12. Februar hatten Deutschland und Italien bereits zuvor die Initiative ergriffen und VorschlĂ€ge zur Vertiefung des EU-Binnenmarkts mit seinen rund 450 Millionen Verbrauchern erarbeitet. Dazu gehört eine VerkĂŒrzung von Genehmigungsverfahren und die Streichung von Rechtsvorschriften. FrĂŒher gingen solche Initiativen hĂ€ufig von Deutschland und Frankreich als "Motor" der EU aus.

Merz und Meloni gelten als Trump-Versteher

Merz und Meloni hatten bereits den Donnerstagabend beim EU-Gipfel in BrĂŒssel miteinander verbracht, bei dem nach der vorĂŒbergehenden Eskalation des Grönland-Konflikts wichtigstes Thema war, wie es in den Beziehungen zu den USA weitergehen soll. Die beiden gehören zu den europĂ€ischen Regierungschefs mit dem besten Draht zu US-PrĂ€sident Donald Trump.

Schon die Ampel-Koalition unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte bei Regierungskonsultationen im November 2023 einen Aktionsplan fĂŒr eine vertiefte Zusammenarbeit mit Italien vereinbart. Merz versprach bei seinem Antrittsbesuch in Rom im Mai, diesen "auf ein neues Ambitionsniveau" zu heben.

Zwischen Rom und Berlin gibt es regelmĂ€ĂŸig Regierungskonsultationen - wie mit anderen wichtigen PartnerlĂ€ndern auch. Beteiligt waren diesmal insgesamt fast zwei Dutzend Minister.

Meloni seit mehr als drei Jahren an der Regierung

Meloni steht seit Oktober 2022 an der Spitze einer Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien. Inzwischen hÀlt sich ihre Regierung so lange wie kaum eine andere Regierung im Italien der Nachkriegszeit. Die nÀchste regulÀre Parlamentswahl findet im kommenden Jahr statt. In allen Umfragen liegt Meloni mit ihrer Partei vorn.

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