Vonovia macht wieder Gewinn - Wert des Immobilienportfolios stabil
30.04.2024 - 10:12:17 | dpa.de"Eine Neubewertung des Portfolios wie im vergangenen Jahr war nicht erforderlich", sagte Unternehmenschef Rolf Buch am Dienstag in einer Telefonkonferenz. Die Talsohle der Wertentwicklung sei greifbar. Eine RĂŒckkehr des Wachstumskurses sei in Sicht. Es gebe im Moment wieder aus allen WirtschaftsrĂ€umen, insbesondere aus dem angelsĂ€chsischen Raum und Asien, Nachfrage nach Portfolios. Die Aktie war im frĂŒhen Handel mit einem Plus von rund 5 Prozent der gröĂte Gewinner im deutschen Leitindex Dax.
Vonovia hatte im vergangenen Jahr wegen der Immobilienkrise sein Immobilienportfolio mehrfach abwerten mĂŒssen und damit Milliardenverluste erlitten. In den ersten drei Monaten bis Ende MĂ€rz machte das Unternehmen laut einer Mitteilung vom Dienstag einen Gewinn in Höhe von 335,5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Vonovia einen Verlust von knapp 2,1 Milliarden Euro eingefahren. Der Wert des Immobilienportfolios blieb mit knapp 83,7 Milliarden Euro Ende MĂ€rz im Vergleich zum Jahresende 2023 annĂ€hernd stabil.
Operativ lief es fĂŒr das Unternehmen im ersten Quartal 2024 noch nicht so rund. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ging im Jahresvergleich um 3,3 Prozent auf 607 Millionen Euro zurĂŒck. Dies hing vor allem mit geringeren Einnahmen aus dem GeschĂ€ft mit Dienstleistungen rund um die Immobilien und dem Verkauf von Wohnungen zusammen.
Besser lief es in der Vermietung aufgrund der weiterhin hohen Nachfrage nach Wohnraum in den Ballungsgebieten. Die Miete stieg per Ende MĂ€rz im Schnitt auf 7,78 Euro pro Quadratmeter - das waren 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland betrug die durchschnittliche Monatsmiete per Ende MĂ€rz bei Vonovia 7,67 Euro pro Quadratmeter.
Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen nun mit einem Mietwachstum aus eigener Kraft von 3,8 bis 4,1 Prozent. Zuvor war das Unternehmen hier von einem Plus von 3,4 bis 3,6 Prozent ausgegangen. Langfristig rechnet Vonovia mit einem jÀhrlichen Mietwachstum von vier Prozent. Dazu sollen zwei Prozent aus dem normalen Mietspiegel und zwei Prozent aus energetischen Sanierungen beitragen, erlÀuterte Buch. Die Jahresziele bestÀtigte das Unternehmen.
Von 2024 an soll das bereinigte Vorsteuerergebnis - dabei werden unter anderem Wertanpassungen ausgeklammert - den FFO als zentrale Kennzahl ablösen. FĂŒr das laufende Jahr erwartet Vonovia ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 2,55 bis 2,65 Milliarden Euro. Im Vorjahr hatte das Ergebnis 2,58 Milliarden Euro betragen. Der bereinigte Vorsteuergewinn soll zwischen 1,7 und 1,8 Milliarden Euro liegen nach 1,87 Milliarden Euro im Vorjahr. Im ersten Quartal schrumpfte die ErgebnisgröĂe wegen höheren Zinsaufwendungen um 7,3 Prozent auf 416,5 Millionen Euro.
Derweil kommt Vonovia bei den ImmobilienverkĂ€ufen voran. Erst jĂŒngst verĂ€uĂerte Vonovia rund 4500 Wohnungen in Berlin fĂŒr insgesamt 700 Millionen Euro an zwei kommunale Berliner Wohnungsunternehmen - und dies zum Buchwert. Seit Jahresbeginn habe das Unternehmen Immobilien im Wert von rund 1,1 Milliarden Euro verkauft, hieĂ es. Darunter seien auch Pflegeheime gewesen, sagte Buch. Da sich der Verkauf des gesamten PflegeheimgeschĂ€fts schwierig erweise, verĂ€uĂert die Vonovia-Tochter Deutsche Wohnen DE000A0HN5C6 dies in einzelnen Paketen.
Um die Schulden abzubauen, will Vonovia-Chef Rolf Buch im laufenden Jahr Wohnungen im Wert von rund drei Milliarden Euro verkaufen. Bis Ende 2024 soll der sogenannte LTV, das VerhÀltnis des Kreditbetrags zum Verkehrswert des Immobilienportfolios, auf 45 Prozent sinken, so der Firmenlenker. Ende MÀrz betrug er 45,9 Prozent.
2023 erzielte das Unternehmen durch WohnungsverkĂ€ufe und die VerĂ€uĂerung von Minderheitsanteilen an Immobilienportfolios Erlöse von rund vier Milliarden Euro. Insgesamt, so hatte der Konzern Mitte 2022 angekĂŒndigt, sollen Wohnungen und HĂ€user im Wert von 13 Milliarden Euro verĂ€uĂert werden. Aktuell besitzt Vonovia gut 543 000 eigene Wohnungen.
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