LĂ€nderminister, Festanstellungen

LĂ€nderminister wollen Festanstellungen bei Lieferdiensten

28.11.2025 - 17:00:32 | dpa.de

Die Arbeits- und Sozialminister der LĂ€nder haben sich fĂŒr ein Direktanstellungsgebot bei Essenslieferdiensten ausgesprochen.

Auf der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASKM) stimmten sie mehrheitlich einem entsprechenden Antrag aus mehreren LÀndern zu, wie das bayerische Arbeitsministerium bestÀtigt, das derzeit den Vorsitz hat. Das Thema lautete demnach "Faire Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit schaffen".

Ziel des Antrags sei, die Fahrer in der sogenannten Plattformökonomie wirksam abzusichern und prekĂ€re Subunternehmerstrukturen zu beenden, sagte die Bremer Senatorin fĂŒr Arbeit, Claudia Schilling (SPD), die zu den UnterstĂŒtzern des Antrags gehört. "Wir wollen, dass Fahrerinnen und Fahrer in der Plattformarbeit direkt angestellt werden, ohne Umgehungskonstruktionen ĂŒber Subunternehmer."

Erfahrungen aus Fleischindustrie und Paketbranche ĂŒbertragen

"Die Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit, insbesondere bei Essenslieferdiensten, sind oft durch befristete VertrĂ€ge, niedrige VergĂŒtungen und eine starke AbhĂ€ngigkeit von digitalen Plattformen gekennzeichnet", kritisiert der niedersĂ€chsische Arbeitsminister Andreas Philippi (SPD). Immer hĂ€ufiger wĂŒrden Subunternehmen oder scheinbar selbststĂ€ndige Fahrer eingesetzt, kritisiert er. In Wirklichkeit seien die Fahrerinnen und Fahrer aber eng in deren Betriebsablauf eingebunden, unterlĂ€gen deren Weisungen und Zeitvorgaben und der digitalen Kontrolle durch die Plattform. Insbesondere Essenslieferdienste bauten auf diesem Weg Festanstellungen ab.

Philippi schlĂ€gt daher vor, "die im Umgang mit der Fleischindustrie und der Paketbotenbranche gewonnenen Erfahrungen auf die Plattformökonomie zu ĂŒbertragen". Dort habe das Arbeitsschutzkontrollgesetz mit einem gesetzlichen Verbot von WerkvertrĂ€gen und einem verpflichtenden Direktanstellungsgebot zu "spĂŒrbaren Verbesserungen" gefĂŒhrt.

NGG begrĂŒĂŸt Antrag

Die Gewerkschaft NGG begrĂŒĂŸte den Beschluss. "Damit zeigt sich, dass unser jahrelanger Kampf fĂŒr gute Arbeitsbedingungen nicht umsonst war", sagte der Vorsitzende Guido Zeitler. Die Gewerkschaft forderte die Bundesregierung auf, unverzĂŒglich zu handeln. "Wir brauchen endlich klare Regeln, die verhindern, dass Unternehmen systematisch Verantwortung auslagern." Die immer wieder bekanntgewordenen massiven VerstĂ¶ĂŸe in der Branche - von Mindestlohnumgehung ĂŒber unzureichende Sicherheitsstandards bis hin zur Missachtung von Mitbestimmungsrechten - zeigten deutlich, dass es verbindliche gesetzliche Vorgaben brauche.

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