Erneuerbaren-Branche: 32 Milliarden Euro in Niedersachsen in Gefahr
10.04.2026 - 15:44:46 | dpa.deAlleine in Niedersachsen drohten mit den von Reiche geplanten GesetzesĂ€nderungen 32 Milliarden Euro an Investitionen binnen fĂŒnf Jahren wegzubrechen, sagte die Vorsitzende des Landesverbands Erneuerbare Energien, BĂ€rbel Heidebroek.
Niedersachsen wĂ€re dem Verband zufolge als "Energieland Nummer eins" besonders von einem gehemmten Ausbau klimafreundlicher EnergietrĂ€ger betroffen. "Wir haben sehr viel Erneuerbare und wir haben ein unfassbar groĂes Volumen an Investitionen, die eigentlich darauf warten, umgesetzt zu werden", sagte Heidebroek.
Verband fordert neuen Netzgipfel
Zwar sei die Problemdefinition richtig, dass es Probleme beim Netzausbau gebe. "Aber wenn ich an einer Kreuzung an allen vier Stellen immer nur ein Stoppschild aufstelle, dann wird gar nichts vorangehen und dann wird keiner weiterkommen können", sagte die Verbandschefin. "Wenn wir frĂŒher so gehandelt hĂ€tten, wĂŒrden wir heute noch mit Pferdekutschen fahren."
Sollte die Energiewende ausgebremst werden, gefĂ€hrde das ArbeitsplĂ€tze und schaffe AbhĂ€ngigkeiten von fossiler Energie, warnte Heidebroek. Zusammen mit Netzbetreibern und der Industrie mĂŒsse daher nach Lösungen gesucht werden: "Wir brauchen einen neuen Netzgipfel."
Zuletzt arbeiteten nach Verbandsangaben knapp 280.000 Menschen bundesweit in der Erneuerbare-Energien-Branche. Eine Zahl fĂŒr Niedersachsen konnte der Verband nicht nennen.
"Schlecht fĂŒr Niedersachsen"
Kritik an den PlĂ€nen von Bundesministerin Reiche kam auch von Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne. "Der energiepolitische Kurs der Bundesregierung ist schlecht fĂŒr Niedersachsen", sagte der SPD-Politiker.
Tonne kritisierte unter anderem eine fehlende Planungssicherheit beim Ausbau der Windenergie auf See. "Wenn Ausschreibungen ins Leere laufen oder wirtschaftlich nicht tragfÀhig sind, gefÀhrdet das nicht nur Ausbauziele, sondern ganz konkret ArbeitsplÀtze in HÀfen, Werften und der Zulieferindustrie", sagte der Minister.
Gleichzeitig forderte Tonne mehr Dynamik beim Ausbau einer Wasserstoffwirtschaft und einen anderen Umgang mit NetzengpÀssen. "Es ist energiepolitisch nicht mehr vermittelbar, dass moderne Anlagen abgeschaltet werden, wÀhrend gleichzeitig Energie knapp und teuer ist", sagte er.
Energieminister Christian Meyer (GrĂŒne) sagte, Reiche gefĂ€hrde Tausende ArbeitsplĂ€tze, vor allem in Niedersachsen, und mache es "noch schwerer, endlich die AbhĂ€ngigkeitsfesseln in Sachen Energieversorgung abzulegen und auf heimische Energien zu setzen".
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