Nach Zoll-Urteil: EU sieht US-Regierung am Zug
20.02.2026 - 17:10:41 | dpa.deMan stehe in engem Kontakt mit der US-Regierung, um zu erfahren, wie diese nun reagieren wolle, teilte ein Kommissionssprecher mit. "Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks sind auf StabilitĂ€t und Vorhersehbarkeit in den Handelsbeziehungen angewiesen. Wir setzen uns daher weiterhin fĂŒr niedrige Zölle ein und arbeiten auf deren Senkung hin."
Das Oberste Gericht der USA hat entschieden, dass US-PrĂ€sident Donald Trump seine Befugnisse ĂŒberschritten hat, als er sich auf ein Notstandsgesetz berief, um umfangreiche Zölle gegen Handelspartner zu verhĂ€ngen - darunter auch die EuropĂ€ische Union. Mit dem Urteil fehlt weitreichenden Zöllen Trumps eine rechtliche Grundlage.
Trumps Team hatte allerdings bereits angekĂŒndigt, im Falle einer Niederlage vor dem Gericht zu versuchen, auf andere rechtliche Grundlagen zurĂŒckzugreifen, um die Zollpolitik des US-PrĂ€sidenten weiterhin durchsetzen zu können.
Abgeordneter: auch entscheidend fĂŒr Zollabkommen
Die EuropĂ€ische Union und USA hatten sich im Sommer auf ein Zollabkommen verstĂ€ndigt. Das EuropĂ€ische Parlament arbeitet zurzeit an der Umsetzung des Abkommens. "Da ein GroĂteil der sogenannten gegenseitigen Zölle auf der nun beanstandeten gesetzlichen Grundlage beruht, können weder die US-Regierung noch die EuropĂ€ische Union einfach zur Tagesordnung ĂŒbergehen", teilte Bernd Lange, der Vorsitzende des Handelsausschusses des Parlaments, mit. Er berief eine Sondersitzung des Verhandlungsteams und des Rechtsdienstes des EU-Parlaments fĂŒr den Montag ein.
Das Abkommen sieht vor, eine zollfreie Einfuhr von US-IndustriegĂŒtern zu ermöglichen. Im Gegenzug hatten sich die USA verpflichtet, die Zölle auf die meisten EU-Importe auf maximal 15 Prozent zu begrenzen. Im Zuge dessen wurden etwa die Zölle auf Autos gesenkt.
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