Airbus, Leonardo und Thales wollen RaumfahrtgeschĂ€fte bĂŒndeln
23.10.2025 - 11:56:42Die BĂŒndelung der GeschĂ€fte mit Satelliten und Raumfahrtsystemen solle die Autonomie Europas rund um wichtige Infrastruktur wie Telekommunikation, Navigation, Erdbeobachtung, Wissenschaft und nationale Sicherheit stĂ€rken, teilten die drei Unternehmen nach dem Abschluss einer entsprechenden AbsichtserklĂ€rung am Donnerstag mit.
Der europÀische Airbus-Konzern will in die neue Gesellschaft seine GeschÀftsbereiche Space Systems und Space Digital einbringen. Vom italienischen Leonardo-Konzern sollen dessen Raumfahrtsparte samt der Anteile an Telespazio und Thales Alenia Space hinzukommen. Der französische Technologiekonzern Thales will ebenfalls seine Anteile an Thales Alenia Space und Telespazio sowie die Beteiligung an Thales Seso beisteuern.
Das geplante Unternehmen umfasst den Angaben zufolge rund 25.000 ArbeitsplĂ€tze in Europa. Seine GeschĂ€ftsfelder kamen 2024 auf einen Jahresumsatz von rund 6,5 Milliarden Euro. Vorgesehen ist, dass Airbus mit 35 Prozent einen etwas gröĂeren Anteil an dem Gemeinschaftsunternehmen erhĂ€lt als seine Partner, die jeweils 32,5 Prozent bekommen sollen.
Die Konzerne versprechen sich von der BĂŒndelung in fĂŒnf Jahren jĂ€hrliche Synergien im mittleren dreistelligen Millionenbereich, die sich entsprechend im operativen Gewinn niederschlagen. Wenn alles klappt und auch die Aufsichtsbehörden zustimmen, soll die neue Gesellschaft 2027 an den Start gehen und den Regierungen auch als Partner fĂŒr neue nationale Raumfahrtprogramme dienen.
Nach Vorstellung der Konzernchefs soll das Gemeinschaftsunternehmen Europa auf dem globalen Raumfahrtmarkt stĂ€rker und wettbewerbsfĂ€higer machen. Die Unternehmen wollten ihre Ressourcen und Talente bĂŒndeln, um Innovationen zu beschleunigen und Wachstum zu schaffen.
"All dies dient dem Ziel, Europas Autonomie im strategisch wichtigen Raumfahrtsektor mit seinen zahlreichen Anwendungen sicherzustellen", schrieben Airbus-Chef Guillaume Faury, Leonardo-Lenker Roberto Cingolani und Thales-Chef Patrice Caine in einer gemeinsamen ErklÀrung.
Mit Beginn der zweiten Amtszeit von Donald Trump als PrĂ€sident der USA ist europĂ€ischen Regierungen klargeworden, dass sie sich bei der Verteidigung nicht mehr so stark auf die USA verlassen sollten. Im MĂ€rz legte die EU-Kommission einen Plan vor, der fast 800 Milliarden Euro fĂŒr Verteidigung mobilisieren könnte.
Eine Rolle spielte in der Diskussion auch das Satelliten-Internetsystem Starlink des Raumfahrt-Unternehmens SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk, das der Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland hilft. Leonardo-Chef Cingolani hatte im FrĂŒhjahr gesagt, eine europĂ€ische Satelliten-Allianz sei nicht dafĂŒr gedacht, Musk herauszufordern. Sie solle aber eine europĂ€ische Option schaffen. Ein Technikmonopol sei "fĂŒr niemanden gut".

