Warnstreiks an 13 deutschen FlughÀfen haben begonnen
10.03.2025 - 06:35:11 | dpa.deSeit Mitternacht sind BeschÀftigte aus dem öffentlichen Dienst der Flughafenbetreiber, den Bodenverkehrsdiensten und der Luftsicherheitsbereiche in verschiedenen Tarifkonflikten im Ausstand, wie ein Sprecher der Gewerkschaft bestÀtigte. Der Warnstreik soll 24 Stunden dauern.
Auch die Warnstreiks in anderen Einrichtungen des Bundes und der Kommunen sollen in dieser Woche weitergehen. Die nĂ€chste Verhandlungsrunde fĂŒr den öffentlichen Dienst ist fĂŒr diesen Freitag (14. MĂ€rz) in Potsdam geplant.
Warnstreiks noch gröĂer als geplant
Den bereits seit Freitag geplanten Warnstreiks im öffentlichen Dienst sollen sich heute auch BeschĂ€ftigte der Luftsicherheitsbereiche anschlieĂen, wie Verdi am Samstag ankĂŒndigte. Diese arbeiten in der Fluggastkontrolle, der Personal-, Waren- und Frachtkontrolle sowie in Service-Bereichen. FĂŒr sie wird derzeit ein neuer Manteltarifvertrag mit den Arbeitgebern im Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) verhandelt. Die nĂ€chste Verhandlungsrunde ist fĂŒr den 26. und 27. MĂ€rz angesetzt.
Von den Warnstreiks in beiden Tarifkonflikten sind folgende FlughĂ€fen betroffen: Hamburg, Bremen, Hannover, Berlin, DĂŒsseldorf, Dortmund, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Frankfurt, Stuttgart und MĂŒnchen. An den Airports Weeze bei DĂŒsseldorf und Karlsruhe/Baden-Baden sind nur BeschĂ€ftigte des Luftsicherheitsbereichs zum Ausstand aufgerufen.
Der Flugverkehr wird in weiten Teilen Deutschlands zum Erliegen kommen: Nach einer ersten SchĂ€tzung des Flughafenverbands ADV fallen allein wegen des Ausstands im öffentlichen Dienst und bei den Bodenverkehrsdiensten voraussichtlich mehr als 3.400 FlĂŒge aus, und rund 510.000 Passagiere können ihre Reisen nicht wie geplant antreten. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung gibt es derzeit an einem durchschnittlichen Tag rund 6.000 Flugbewegungen an deutschen FlughĂ€fen. Dazu kommen noch rund 3.000 ĂberflĂŒge im deutschen Luftraum.
Nicht zum Flughafen kommen
Am Drehkreuz Frankfurt können keine Passagiere einsteigen, und auch der Transitverkehr werde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von den Auswirkungen betroffen sein, warnte der Betreiber Fraport DE0005773303. Geplant waren fĂŒr den Montag 1.170 Starts und Landungen mit zusammen rund 150.000 Passagieren. Die Aufgaben fĂŒr einen vollumfĂ€nglichen Flugbetrieb wĂŒrden ausgesetzt, lediglich ein Notdienst aufrechterhalten. Der Flughafenbetreiber ruft die Passagiere auf, nicht zu den Terminals zu kommen. Die Lufthansa DE0008232125 arbeitet nach Angaben eines Sprechers an einem Ersatzflugplan.
Forderungen der Gewerkschaft
Die Gewerkschaft fordert in den Tarifverhandlungen von Bund und Kommunen unter anderem acht Prozent mehr Lohn, mindestens aber monatlich 350 Euro mehr, sowie drei zusÀtzliche freie Tage. Die Arbeitgeber legten bisher kein konkretes Angebot vor.
In der Luftsicherheit fordert Verdi unter anderem die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, 30 Tage Urlaub und Zusatzurlaub fĂŒr Schichtarbeit sowie die freie Arztwahl bei den regelmĂ€Ăigen verpflichtenden Ă€rztlichen Eignungsuntersuchungen der BeschĂ€ftigten. Die im BDLS organisierten Arbeitgeber kritisierten die Warnstreikausweitung: "Die nun angesetzten StreikmaĂnahmen an 13 FlughĂ€fen sind nicht zielfĂŒhrend und unterstreichen lediglich die MaĂlosigkeit seitens der Gewerkschaften, mit der wir auch in dieser Verhandlungsrunde wieder einmal konfrontiert werden", sagte BDLS-VerhandlungsfĂŒhrer Christian Huber.
An einzelnen FlughĂ€fen beginnen die Aktionen erst mit Betriebsbeginn in den frĂŒhen Morgenstunden. Die Streikenden in Frankfurt sollen sich am Morgen zu einer Kundgebung treffen.
In der laufenden Tarifrunde des öffentlichen Dienstes wurden bereits die FlughĂ€fen in Köln, DĂŒsseldorf, Hamburg und MĂŒnchen bestreikt, wo es jeweils zu zahlreichen FlugausfĂ€llen gekommen war. Laut ADV waren davon bereits 800.000 Passagiere betroffen.
Streiks unverhĂ€ltnismĂ€Ăig?
Die Streiks seien nicht verhĂ€ltnismĂ€Ăig, sagte der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer des Luftverkehrsverbands BDL, Joachim Lang. "Hier wird ein kompletter Verkehrszweig flĂ€chendeckend stillgelegt und das, obwohl FlughĂ€fen und Airlines, aber auch Gastronomie, Einzelhandel und Hotels keine Tarifpartner sind. Der Tarifkonflikt wird damit allein auf dem RĂŒcken der Passagiere ausgetragen, noch bevor die nĂ€chste Verhandlungsrunde ansteht." Lang fordert neue Streikregeln im Bereich der kritischen Infrastruktur.
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