IG Metall: FlĂ€chendeckende Warnstreiks fĂŒr mehr Kaufkraft
28.10.2024 - 11:12:02 | dpa.deDie jeweils mehrstĂŒndigen AusstĂ€nde sollen in einzelnen Betrieben schon um Mitternacht beginnen, wie die Gewerkschaft in Frankfurt ankĂŒndigt. Dann endet die Friedenspflicht in den Tarifverhandlungen fĂŒr rund 3,9 Millionen BeschĂ€ftigte unter anderem im Maschinenbau und der Kfz-Industrie.
Hauptargument der Gewerkschaft ist die fehlende Kaufkraft der BeschÀftigten nach Jahren mit hoher Inflation. Die Erste Vorsitzende Christiane Benner erklÀrt dazu: "Das magere Angebot der Arbeitgeber verkennt der Ernst der Lage. Unsere 3,9 Millionen Kolleginnen und Kollegen in der Branche brauchen mehr Geld. Mit der zusÀtzlichen Kaufkraft stÀrken wir auch die Konjunktur."
Gewerkschaft und IG Metall noch weit auseinander
Die IG Metall fordert in den Verhandlungen 7 Prozent mehr Geld innerhalb eines Jahres, wÀhrend die Metallarbeitgeber 3,6 Prozent in einem Zeitraum von 27 Monaten angeboten haben. Die erste Stufe von 1,7 Prozent soll im Juli 2025 greifen. Die Unternehmen verweisen auf schwache Produktionswerte und fehlende AuftrÀge.
NĂ€chtliche Proteste sind unter anderem am VW DE0007664039-Werk in OsnabrĂŒck geplant, wo die neue IG-Metall-TarifvorstĂ€ndin Nadine Boguslawski sprechen wird. Das von der SchlieĂung bedrohte Werk fĂ€llt nicht unter den VW-Haustarifvertrag, sondern gehört zum FlĂ€chentarif. Hier wird die enge VerknĂŒpfung der Tarifrunde mit den Problemen beim gröĂten deutschen Autobauer sichtbar, der WerkschlieĂungen und Entlassungen nicht mehr ausschlieĂt.
Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hat davor gewarnt, mit den Warnstreiks unrealistische Erwartungen bei den BeschĂ€ftigten zu schĂŒren. PrĂ€sident Stefan Wolf sagte dem Portal T-Online: "Ich habe den Eindruck, die IG Metall hat verstanden, was auf dem Spiel steht. Da sich die wirtschaftliche Lage quasi wöchentlich verschlechtert, dĂŒrfte sie auch ein Interesse an einem schnellen Abschluss haben." FĂŒr die BeschĂ€ftigten bedeute das Angebot nach jetzigem Stand eine Reallohnsicherung und sei daher eine gute Verhandlungsgrundlage.
Bereits an diesem Dienstag (29. Oktober) beginnt in Kiel und Hannover die dritte Runde in den regional gefĂŒhrten Tarifverhandlungen.
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