ROUNDUP, Online-Apotheke

Online-Apotheke Redcare wirtschaftet profitabler als erwartet

29.10.2025 - 11:24:47

Die Online-Apotheke Redcare Pharmacy NL0012044747 (Shop Apotheke) profitiert weiterhin vom noch jungen GeschÀft mit dem E-Rezept in Deutschland.

Von Juli bis September steigerte das Unternehmen seinen Verdienst im TagesgeschĂ€ft um rund die HĂ€lfte und wirtschaftete damit profitabler als gedacht. "Wir sind sehr zufrieden mit der Entwicklung, die wir im dritten Quartal erzielt haben", sagte Konzernchef Olaf Heinrich laut Mitteilung vom Mittwoch im niederlĂ€ndischen Sevenum. Er bestĂ€tigte die Prognose fĂŒr das Jahr und die mittel- bis langfristigen Ziele. Die Aktie reagierte zunĂ€chst stark, doch der Höhenflug hielt nicht lange an.

Nach einem Kursplus von zeitweise fast fĂŒnf Prozent dĂ€mmte das im MDax DE0008467416 notierte Redcare-Papier bereits im frĂŒhen Handel seine Gewinne ein, zuletzt stand gar ein dĂŒnnes Minus zu Buche. Damit verflog die Hoffnung auf eine Erholung, nachdem die Titel der Online-Apotheke zuletzt ihrem Tief seit 2023 wieder nĂ€her gekommen waren. Seit Jahresbeginn hat der Anteilsschein rund 40 Prozent an Wert eingebĂŒĂŸt.

Branchenkenner lobten hingegen in ersten Kommentaren das Zahlenwerk. Martin Comtesse vom Analysehaus Jefferies attestierte der Online-Apotheke eine ermutigende GeschĂ€ftsentwicklung - allerdings ohne grĂ¶ĂŸere Überraschungen. Auch Baader-Analyst Volker Bosse sprach von positiven Quartalsresultaten. Das bereinigte operative Ergebnis habe seine eigenen Erwartungen um zehn Prozent ĂŒbertroffen und auch deutlich ĂŒber den Annahmen am Markt gelegen, schrieb er.

Redcare hatte im vergangenen Quartal den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 17,1 Millionen Euro steigern können, nach 11,4 Millionen ein Jahr zuvor. Die entsprechende Marge erhöhte sich um 0,4 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent. Der Anstieg fiel damit etwas stÀrker aus, als von Bloomberg befragte Experten erwartet hatten.

Treiber sei eine weitere Beschleunigung im GeschÀft mit rezeptflichtigen Arzneien gewesen sowie "klar verbesserte Skaleneffekte", erlÀuterte Konzernchef Heinrich. Auch erzielte Redcare in seinem internationalen Segment deutliche Fortschritte und konnte den operativen Verlust mit seinen GeschÀften in Belgien, in den Niederlanden, Frankreich und Italien deutlich auf eine halbe Million Euro reduzieren.

Auch die Kundenbasis vergrĂ¶ĂŸert sich weiter: Zum Ende des Quartals zĂ€hlte Redcare 13,7 Millionen aktive Kundinnen und Kunden, 1,8 Millionen ĂŒber dem Vorjahreswert, wie bereits seit Anfang Oktober bekannt ist. Seinerzeit veröffentlichte das Unternehmen auch wie ĂŒblich vorlĂ€ufige Umsatzzahlen - das Quartalsplus von gut einem Viertel auf 719 Millionen Euro wurde nun bestĂ€tigt.

Vor allem in Deutschland hatte Redcare dank des E-Rezepts im dritten Jahresviertel umsatzseitig krÀftig zugelegt. Analysten hatten diese Entwicklung bereits als Wendepunkt eingestuft, nachdem der Schwung beim E-Rezept zuvor zwei Quartale in Folge abgeflaut war.

Dass Redcare nun seinen Jahresausblick bestĂ€tigt habe, wertete Jefferies-Analyst Comtesse als gutes Zeichen. Denn um ihre Wachstumsziele im GeschĂ€ft mit elektronischen Rezepten zu erreichen, brauche die Online-Apotheke eine Beschleunigung im Schlussquartal. Konzernchef Heinrich hat sich fĂŒr das E-Rezept in Deutschland fĂŒr 2025 einen Umsatz von mehr als 500 Millionen Euro auf die Fahne geschrieben. Nach drei Quartalen sind davon - wie ebenfalls bereits bekannt - 348 Millionen erreicht. Der Konzernumsatz soll derweil in diesem Jahr um mindestens 25 Prozent anziehen.

Wie Redcare ferner mitteilte, wurde zu Monatsanfang das neue Vertriebszentrum im tschechischen Pilsen in Betrieb genommen. Mit dem Standort erhöhe sich die KapazitĂ€t fĂŒr den europĂ€ischen Versand um 15 Millionen Bestellungen pro Jahr, hieß es. Redcare erhofft sich dadurch auch Einsparungen bei den Kosten pro Bestellung. Baader-Analyst Bosse wertete das neue Vertriebszentrum als wichtigen Expansionsschritt, um das kĂŒnftige Wachstum des Konzerns zu stĂŒtzen.

@ dpa.de