Produktion/Absatz, USA

Sturm 'Helene' sorgt fĂŒr medizinische EngpĂ€sse

15.10.2024 - 15:39:24

Die SchÀden durch den Hurrikan "Helene" in den USA könnten auch Auswirkungen auf die medizinische Versorgung von Menschen in Deutschland haben.

Bei dem Sturm wurde ein wichtiges Werk des Pharma-Herstellers Baxter US0718131099 durch Überschwemmungen so stark beschĂ€digt, dass dort die Produktion von intravenösen (IV) Lösungen eingestellt werden musste. "Wenn die Amerikaner nun mehr importieren, kann das Mengen aus Europa abziehen", sagte David Francas, Professor fĂŒr Daten- und Lieferkettenanalyse von der Hochschule Worms.

IV-Lösungen kommen unter anderem wĂ€hrend Operationen und in der Dialyse zum Einsatz. Baxter ist ein SchlĂŒssellieferant solchen Lösungen in den USA: Nach Angaben des US-Krankenhausverbandes produzierte das Unternehmen an dem betroffenen Standort rund 60 Prozent der im Land verwendeten Produkte.

Laut der US-Gesundheitsbehörde FDA sind drei in den USA verwendete IV-Lösungen nur noch eingeschrĂ€nkt verfĂŒgbar. Die Behörde hat deshalb den Import dieser Produkte von auslĂ€ndischen Baxter-Standorten in Kanada, China, Irland und Großbritannien temporĂ€r erlaubt.

KrankenhĂ€user können auch auf BestĂ€nde zurĂŒckgreifen

Schon vor dem Sturm "Helene" waren in Deutschland etwa Kochsalzlösungen knapp. Diese sind unter anderem fĂŒr Infusionen und Operationen wichtig. Die GrĂŒnde fĂŒr die Schwierigkeiten sind nach Angaben des Wormser Hochschulprofessors vielschichtig. So habe es auch LieferengpĂ€sse gegeben, weil die Hersteller bestimmte Wirkstoffe oder auch Beutel und Glasflaschen nicht in ausreichender Zahl besorgen konnten.

Francas erklĂ€rt, dass ein Lieferengpass nicht zwingend zu einem Versorgungsengpass fĂŒhre. GroßhĂ€ndler, Apotheken und KrankenhĂ€user könnten möglicherweise ihre BestĂ€nde nutzen. Auch produzieren Hersteller in bestimmten Werken fĂŒr bestimmte MĂ€rkte. Das UniversitĂ€tsklinikum Ulm zum Beispiel erklĂ€rte, noch auf LagerbestĂ€nde zurĂŒckgreifen zu können. Auch das Uniklinikum Freiburg unterstrich, es hĂ€tten bislang keine Operationen abgesagt werden mĂŒssen.

B. Braun, einer der beiden entscheidenden Hersteller in Deutschland, erklĂ€rte, auf die EngpĂ€sse bei sterilen SpĂŒllösungen, Infusions- und Injektionslösungen im deutschen Markt schon reagiert zu haben. Die Produktion sei deutlich gesteigert worden. Auch stellten ProduktionsstĂ€tten in bestimmten LĂ€ndern jeweils fĂŒr den eigenen Markt her.

Operationen in den USA betroffen

US-Medienberichten zufolge mĂŒssen große KrankenhĂ€user in den USA aufgrund der EngpĂ€sse bereits medizinische Eingriffe verschieben. Die vorhandenen VorrĂ€te wĂŒrden rationiert und fĂŒr dringende Operationen verwendet.

Baxter hofft, die Produktion der IV-Lösungen am Standort North Cove im Bundesstaat North Carolina bis Ende des Jahres schrittweise wieder aufnehmen zu können. Wann man die volle ProduktionskapazitĂ€t wieder erreichen werde, sei noch unklar, erklĂ€rte das Unternehmen. "Helene" hat Ende September in mehreren US-Bundesstaaten mit Überschwemmungen und heftigen Winden eine Schneise der VerwĂŒstung hinterlassen.

@ dpa.de | US0718131099 PRODUKTION/ABSATZ