Flugbegleiter: GepÀckkontrolle bei Ryanair bringt Probleme
03.09.2025 - 06:42:50 | dpa.de"Sie verderben die Stimmung schon vor dem Start, wenn man ohnehin gestresste Passagiere angeht", sagte Joachim Vazquez BĂŒrger, Chef der deutschen Flugbegleitergewerkschaft Ufo.
Anreize fĂŒr GepĂ€ck-Detektive
Hintergrund sind AnkĂŒndigungen des Ryanair-Konzernchefs Michael O'Leary, dem Bodenpersonal kĂŒnftig höhere PrĂ€mien zu zahlen, wenn bei GĂ€sten zu schwere oder zu groĂe HandgepĂ€ckstĂŒcke entdeckt werden. Der Anreiz soll zum November von 1,50 Euro auf 2,50 Euro pro entdecktem GepĂ€ckstĂŒck steigen und nicht mehr monatlich gedeckelt sein, wie britische Medien berichtet haben. Ertappte Passagiere mĂŒssen hohe zusĂ€tzliche GepĂ€ckgebĂŒhren bezahlen.
Ryanair begrĂŒndet die auch fĂŒr deutsche Starts geltende MaĂnahme mit schnelleren Prozessen. SĂ€mtliches HandgepĂ€ck muss vor dem Start sicher in der Kabine verstaut sein. Bei einem erhöhten Aufkommen kann es zu kostentrĂ€chtigen Verzögerungen kommen.
Ărger an Bord programmiert
Auf der anderen Seite handele man sich mit ĂŒberzogenen Kontrollen zusĂ€tzlichen Ărger an Bord ein, warnt der Ufo-Gewerkschafter BĂŒrger. "Man schafft sich seine 'unruly passenger' selbst." Darunter werden Passagiere verstanden, die durch unangemessenes Verhalten die Sicherheit des Fluges gefĂ€hrden. Ryanair geht zivilrechtlich scharf gegen Störer vor, verlangt 500 Euro GeldbuĂe pro Fall und hat in diesem Zusammenhang schon Alkoholverbote an FlughĂ€fen gefordert.
Wie andere Direktfluggesellschaften auch erlaubt Ryanair im gĂŒnstigsten Tarif kostenfrei nur ein kleines HandgepĂ€ckstĂŒck in der GröĂe von 40x30x20 Zentimeter. Die ĂŒblichen Kabinenkoffer können nur gegen Aufpreis mit in die Kabine genommen werden. Das hat zu Kritik von VerbraucherschĂŒtzern und des EU-Parlaments gefĂŒhrt.
Keine Anreize bei Lufthansa DE0008232125
"Wir sind entschlossen, die GeiĂel der ĂŒbergroĂen GepĂ€ckstĂŒcke zu beseitigen, die das Einsteigen verzögern und fĂŒr die ĂŒber 99 Prozent unserer FluggĂ€ste, die sich an unsere GepĂ€ckbestimmungen halten, eindeutig unfair sind", teilte ein Ryanair-Sprecher mit.
Die Lufthansa zahlt nach eigenen Angaben keine PrĂ€mien an das Bodenpersonal. "Es gibt keine Anreize und keine StrafgebĂŒhren", sagt ein Sprecher. Vielmehr seien die Crews und die BeschĂ€ftigten am Boden gehalten, mögliche Probleme mit ĂŒbermĂ€Ăigem HandgepĂ€ck frĂŒhzeitig zu erkennen und einvernehmlich zu lösen. Eine Sprecherin von Easyjet GB00B7KR2P84 verwies darauf, dass das Personal an den Gates und GepĂ€ckkontrollen nicht direkt bei der Airline angestellt sei.
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