LĂ€nder lehnen 1.000-Euro-PrĂ€mie fĂŒr Arbeitnehmer ab
17.04.2026 - 14:16:42 | dpa.deEine Umfrage unter allen 16 Landesregierungen habe ergeben, dass derzeit kein einziges Land bereit ist, die Bonuszahlung an seine Beamten und Angestellten auszuschĂŒtten. Die Bundesregierung peilt unterdessen eine Ausweitung der geplanten Steuerfreiheit auf das Jahr 2027 an.
Kanzler Friedrich Merz (CDU) hatte am Donnerstag gesagt, das Angebot solle "fĂŒr das Jahr 2026 und auch fĂŒr das Jahr 2027 gelten". Damit sei es auch zugĂ€nglich fĂŒr Vereinbarungen, die Betriebsparteien oder Tarifvertragsparteien schlieĂen.
Vize-Regierungssprecher Steffen Meyer sagte nun, die Umsetzung der Regelung sei in der regierungsinternen Abstimmung, sie solle möglichst schnell in Kraft treten. Nachdem sich der Kanzler dafĂŒr ausgesprochen habe, den BegĂŒnstigungszeitraum flexibler auszugestalten und dabei neben 2026 das Jahr 2027 genannt habe, habe man wahrgenommen, dass auch Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) dafĂŒr Offenheit gezeigt habe. GesprĂ€che wĂŒrden auch auf Ebene der Bundestagsfraktionen gefĂŒhrt.
Klingbeil hatte am Donnerstag am Rande der FrĂŒhjahrstagung des Internationalen WĂ€hrungsfonds (IWF) in Washington ĂŒber die laufenden Abstimmungen gesagt: "Da wird es auch eine Einigung geben."
Was sind die GrĂŒnde fĂŒr Ablehnung aus den LĂ€ndern?
WĂ€hrend LĂ€nder wie Bayern, Niedersachsen oder ThĂŒringen angeben, noch keine endgĂŒltige Entscheidung ĂŒber die Auszahlung an ihre Beamten und Angestellten getroffen zu haben, erteilen andere dem Vorhaben bereits eine klare Absage, wie aus dem "Bild"-Bericht hervorgeht.
Brandenburgs Finanzminister Daniel Keller (SPD) erklĂ€rte, er könne sich eine solche zusĂ€tzliche Zahlung zum jetzigen Zeitpunkt nicht vorstellen. Auch Sachsen-Anhalts MinisterprĂ€sident Sven Schulze (CDU) lehnt den Bonus ab und verwies auf die Kosten der jĂŒngsten Tariferhöhung im öffentlichen Dienst, die sein Land bereits rund 500 Millionen Euro koste.
Ăhnliche Signale kommen laut der "Bild" aus Baden-WĂŒrttemberg und Sachsen, wo man weitere Zahlungen angesichts der finanziellen Belastungen durch bestehende TarifabschlĂŒsse ebenfalls fĂŒr "nicht angezeigt" hĂ€lt.
Schleswig-Holsteins Finanzministerin Silke Schneider (GrĂŒne) kritisierte demnach zudem die Kostenverteilung des Konzepts. Mit der steuerfreien PrĂ€mie verlagere der Bund die finanzielle Verantwortung weitgehend auf die Arbeitgeber, was fĂŒr LĂ€nder und Kommunen eine erhebliche Belastung ohne bisher vorgesehenen Ausgleich bedeute.
Spahn gegen PrĂ€mie fĂŒr Bundesbeamte
Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) betonte, dass kein Bundesland hierĂŒber allein entscheiden könne, da ein Entscheidungsvorbehalt der Tarifgemeinschaft der LĂ€nder bestehe. Der öffentliche Dienst könne in der aktuellen Krise kein "LohnfĂŒhrer" sein.
Auch fĂŒr die Bundesbeamten zeichnet sich keine Entlastung ab. Unions-Fraktionsvize Jens Spahn (CDU) sieht aktuell keine Grundlage fĂŒr eine entsprechende PrĂ€mie auf Bundesebene. Damit stöĂt die Forderung von Beamtenbund-Chef Volker Geyer auf Ablehnung, der verlangt hatte, der Staat mĂŒsse als Arbeitgeber mit gutem Beispiel vorangehen.
Innerhalb der SPD-Bundestagsfraktion werden laut "Bild" indes Rufe nach einer sozialen Staffelung laut: WĂ€hrend höhere Besoldungsgruppen verzichten sollten, mĂŒssten untere Lohngruppen sowie die Bundespolizei besonders in den Blick genommen werden.
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