Doctolib-Studie: Deutsche wollen Vorsorge, gehen aber nicht hin
11.02.2026 - 12:13:12Ein alarmierender Widerspruch zwischen Wissen und Handeln bestimmt das deutsche Gesundheitswesen. Obwohl eine große Mehrheit der Bevölkerung Vorsorgeuntersuchungen für wichtig hält, bleibt die Teilnahmequote gering. Experten sprechen von einem „Präventions-Paradox“, das das System belastet.
Die Kluft zwischen Einsicht und Tat
Eine repräsentative YouGov-Studie im Auftrag des Gesundheitsunternehmens Doctolib zeigt das Dilemma auf: 84 Prozent der Deutschen halten medizinische Vorsorge für wichtig. Doch nur 42 Prozent nehmen regelmäßig an empfohlenen Untersuchungen teil.
Diese Lücke ist mehr als eine statistische Kuriosität. Sie stellt ein erhebliches Risiko für die Volksgesundheit dar. „Das Bewusstsein ist da, aber die Umsetzung fehlt“, kommentieren Branchenbeobachter. Die Folge könnten mehr spät erkannte, schwer behandelbare Erkrankungen sein.
Männer als größte Risikogruppe
Besonders auffällig ist der Geschlechterunterschied. Während 49 Prozent der Frauen regelmäßig zur Vorsorge gehen, sind es bei den Männern nur 34 Prozent. Fast ein Viertel der Männer (23 Prozent) sucht laut Studie erst dann einen Arzt auf, wenn bereits Beschwerden auftreten.
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Diese Haltung der „Reparaturmedizin“ widerspricht dem Grundgedanken der Prävention. Gerade bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder bestimmten Krebsarten ist die Früherkennung jedoch entscheidend für den Behandlungserfolg.
Vergesslichkeit und Bürokratie als Haupt-Hürden
Warum gehen Menschen nicht zur Vorsorge, obwohl sie den Nutzen kennen? Die Studie identifiziert praktische, nicht ideologische Hindernisse: Zeitmangel durch Beruf und Familie, schlichtes Vergessen und der organisatorische Aufwand, einen Termin zu vereinbaren.
Hier setzen digitale Lösungen an. 73 Prozent der Befragten glauben, dass Erinnerungen per App, SMS oder E-Mail ihnen helfen würden, Vorsorgetermine häufiger wahrzunehmen. Das Paradox scheint also weniger ein Motivations- als vielmehr ein Logistikproblem zu sein.
Unwissenheit über eigene Ansprüche
Neben praktischen Hürden gibt es auch Wissenslücken. Nur 61 Prozent der Deutschen fühlen sich gut darüber informiert, welche Vorsorgeuntersuchungen für ihr Alter und Geschlecht empfohlen werden. Etwa ein Drittel fühlt sich schlecht informiert.
Die Komplexität des deutschen Gesundheitssystems mit seinen unterschiedlichen Empfehlungen für verschiedene Altersgruppen und Risikoprofile überfordert viele Versicherte. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat bereits mehrfach auf Defizite bei der Gesundheitskompetenz der Bevölkerung hingewiesen.
Milliarden-Ersparnis durch geschlossene Lücke
Für Arbeitgeber und Krankenkassen sind die Ergebnisse ein klarer Handlungsauftrag. Es braucht gezieltere betriebliche Gesundheitsförderung und klarere Kommunikation. Der Fokus verschiebt sich vom „Warum“ zum „Wie“ der Prävention.
Gesundheitsökonomen rechnen vor: Würde die Teilnahmequote an Vorsorgeuntersuchungen von 42 auf 84 Prozent steigen, ließen sich Milliardensummen im System einsparen. Die Kosten für die Behandlung chronischer Krankheiten im Spätstadium würden deutlich sinken.
Digitale Erinnerer als Schlüssel für 2026
Die Diskussion um das Präventions-Paradox bleibt aktuell. Der Weg zur Lösung führt über die Digitalisierung. Automatisierte Erinnerungssysteme und digitale Patientenportale sollen die Hürden abbauen.
Die Strategie für 2026 ist klar: niedrigschwellige, digital unterstützte Präventionsangebote müssen die Lücke zwischen Einsicht und Handeln schließen. Die Technologie ist bereit. Nun muss sie nur noch in der Praxis ankommen.
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