Produktion/Absatz, Zusammenfassung

GESAMT-ROUNDUP: LuftsicherheitskrÀfte treffen mit Warnstreik tausende Passagiere

01.02.2024 - 15:32:13 | dpa.de

Ein Warnstreik der LuftsicherheitskrÀfte hat am Donnerstag die PlÀne tausender Passagiere durcheinandergewirbelt, die an deutschen FlughÀfen starten wollten.

Dem Flughafenverband ADV zufolge mussten mehr als 200 000 Menschen ihre ReiseplĂ€ne Ă€ndern, weil rund 1100 FlĂŒge streikbedingt abgesagt wurden.

Bereits vor dem geplanten Ende des Ausstandes legte Verdi am Flughafen Hamburg nach, wo fĂŒr diesen Freitag die BeschĂ€ftigten der Bodenverkehrsdienste zum Warnstreik aufgerufen wurden. Hier drohen erneut zahlreiche FlugausfĂ€lle. Außerdem fahren am Freitag in vielen StĂ€dten keine öffentlichen Busse und Bahnen, weil die Fahrerinnen und Fahrer ebenfalls unter der Ägide von Verdi die Arbeit niederlegen.

An FlughĂ€fen wie Hannover, Stuttgart, Berlin oder Hamburg wurden sĂ€mtliche AbflĂŒge gestrichen, die Landungen ausgedĂŒnnt. In den Terminals war es den Betreibern zufolge sehr ruhig, weil die Passagiere vorab informiert waren. In Nordrhein-Westfalen wurde fast das komplette Programm fĂŒr Köln-Bonn abgesagt, wĂ€hrend in DĂŒsseldorf noch 189 von 290 geplanten Starts und Landungen stattfinden konnten. Am Frachtdrehkreuz Köln stauten sich die Lastwagen, deren Ladungen nicht kontrolliert und abgefertigt werden konnten. "Die beiden einzigen FlughĂ€fen, an denen sie eine Flugreise antreten können, sind MĂŒnchen und NĂŒrnberg", warnte die Lufthansa DE0008232125 ihre GĂ€ste.

Insgesamt hatte Verdi die BeschĂ€ftigten an elf FlughĂ€fen aufgerufen, die Arbeit ruhen zu lassen, um höhere GehĂ€lter fĂŒr die rund 25 000 Mitarbeiter privater Sicherheitsdienstleister durchzusetzen, die im Auftrag der Bundespolizei oder des Flughafens Passagiere, Personal und GepĂ€ck kontrollieren. Im Bundesland Bayern sind diese KrĂ€fte im Öffentlichen Dienst angestellt, fĂŒr den ein anderer Tarifvertrag gilt. Auch an kleineren, nicht von Lufthansa angeflogenen FlughĂ€fen, gab es am Donnerstag Starts anderer Gesellschaften. Teilweise hatten Fluggesellschaften ihre AbflĂŒge auf benachbarte, nicht bestreikte Airports verlagert.

Am meisten Betrieb war noch am Frankfurter Flughafen, wo laut Betreiber Fraport DE0005773303 von 1120 an diesem Tag geplanten Flugbewegungen 325 bis zum Nachmittag abgesagt waren. Der Hauptkunde Lufthansa hatte angekĂŒndigt, den Großteil seines Programms in Frankfurt einschließlich der FernflĂŒge insbesondere fĂŒr die Umsteiger aufrechtzuerhalten. Zusteigen konnte man am grĂ¶ĂŸten deutschen Airport hingegen nicht.

Im Transitbereich gab es nach Angaben eines Fraport-Sprechers keine UnregelmĂ€ĂŸigkeiten. Hier mĂŒssen einige Umsteiger nachkontrolliert werden, die nicht aus sicheren HerkunftslĂ€ndern nach Frankfurt geflogen sind. HierfĂŒr gibt es einen vereinbarten Notdienst. Auch an den Umbuchungsschaltern im öffentlichen Terminalbereich bildeten sich Schlangen, obwohl Fraport von einer Anreise an den Flughafen abgeraten hatte. FĂŒr den Betriebsanlauf am Freitagmorgen rechnet der Flughafenbetreiber mit einigen Verzögerungen, weil die Prozesse wieder anlaufen mĂŒssten und nach dem Streik mehr Reisende unterwegs seien.

Bei einer Kundgebung vor dem Frankfurter Terminal skandierten etwa 300 Menschen: "Wir sind es wert - 2,80 Euro." Diese Stundenlohnerhöhung fordert Verdi pauschal mit schneller einsetzenden MehrarbeitszuschlĂ€gen ab der ersten Überstunde. "Ich denke, das ist ein deutliches Zeichen fĂŒr einen vernĂŒnftigen Abschluss in der nĂ€chsten Woche", sagte Verdi-SekretĂ€r Mathias Venema. Dann wĂŒrde auch niemand mehr fragen, warum man die Republik lahmlege. Wenn allerdings kein Tarifabschluss zustande komme, "mĂŒssen wir es halt wieder tun", sagte der Gewerkschafter mit Blick auf weitere Arbeitsniederlegungen.

Die Arbeitgeber vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) haben nach eigenen Angaben fĂŒr dieses Jahr 4 Prozent und fĂŒr das kommende Jahr 3 Prozent mehr Geld angeboten. Der Streik sei völlig unangemessen, sagte BDLS-VerhandlungsfĂŒhrer Frank Haindl. Es liege ein diskussionsfĂ€higes Angebot auf dem Tisch. Beide Seiten mĂŒssten zudem ĂŒber Eckpunkte einer Schlichtungsvereinbarung sprechen - fĂŒr den Fall, dass es am Verhandlungstisch keine Lösung gebe, sagte Haindl. Es mĂŒsse verhindert werden, dass es zu ausufernden Streiks wie bei der Deutschen Bahn komme. Am kommenden Dienstag (6. Februar) soll weiterverhandelt werden.

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