Hamburger Energieunternehmen gegen Reiches Netzpaket
20.02.2026 - 06:48:12 | dpa.de"Absurd, aber wahr: Statt die Wirtschaft in Schwung zu bringen, bremst Ministerin Reiche sie aus", sagte der Vorstand von Green Planet Energy, Sönke Tangermann, der Deutschen Presse-Agentur. Das Netzpaket schwÀche die Erneuerbaren-Branche und damit auch den Wirtschaftsstandort Hamburg.
Gemeinsamer Brief an die CDU Hamburg
In einem gemeinsamen Brief an die CDU Hamburg, der der dpa vorliegt, fordern rund zwei Dutzend Unternehmen die Partei auf, "als Vertreterin marktwirtschaftlicher Prinzipien die Energiewende konstruktiv zu gestalten, Planungssicherheit zu gewĂ€hrleisten und dies auf dem anstehenden Parteitag zu berĂŒcksichtigen".
Ein effizienter BĂŒrokratieabbau, die Digitalisierung und bundesweit einheitliche Regeln seien entscheidend fĂŒr Hamburgs wirtschaftliche Zukunft. Die CDU trifft sich an diesem Wochenende in Stuttgart zu einem Bundesparteitag.
Die Branche schaffe in Hamburg tausende ArbeitsplĂ€tze und sichere die ZukunftsfĂ€higkeit und Krisensicherheit des Landes, sagte Tangermann. "Wir erwarten von der Hamburger CDU, dass sie sich fĂŒr den Erhalt von ArbeitsplĂ€tzen und Wertschöpfung in unserer Hansestadt einsetzt und dem Netzpaket in dieser Form eine klare Absage erteilt."
Zu den Unterzeichnern des Schreibens zÀhlen Energieunternehmen wie Lichtblick, GP Joule, Enertrag, 1 Komma 5 Grad, Naturstrom oder Greentech.
Reiche will teure Abregelungen vermeiden
Reiche strebt an, den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anzupassen und Kosten zu senken. Teure "Abregelungen" sollen vermieden werden. In der vergangenen Woche war ein Gesetzentwurf des Ministeriums bekanntgeworden, der sich allerdings noch nicht in der regierungsinternen Abstimmung befindet.
In der Kritik steht vor allem ein im Entwurf genannter "Redispatchvorbehalt": Demnach sollen Gebiete, in denen eine Abregelung erneuerbarer Energien im Vorjahr bei ĂŒber drei Prozent lag, fĂŒr bis zu zehn Jahre als "kapazitĂ€tslimitiert" ausgewiesen werden können. Neue WindrĂ€der oder Solaranlagen sollen Betreiber in diesen Gebieten nur errichten dĂŒrfen, wenn sie fĂŒr zehn Jahre auf EntschĂ€digungen bei einer Abregelung verzichten.
Um NetzengpĂ€sse zu vermeiden, kommt es immer wieder zur Abregelung von Wind- und Solaranlagen, deren Leistung gedrosselt oder abgeschaltet wird. Die Eingriffe werden Redispatch genannt. Werden Anlagen abgeregelt, stehen den Betreibern EntschĂ€digungen zu. Umgekehrt werden Kraftwerksbetreiber fĂŒr den zusĂ€tzlichen Einsatz ihrer Anlagen bezahlt - das kostet Milliarden.
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