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Aktien Frankfurt: Dax leidet weiter unter politischer Unsicherheit

16.07.2024 - 12:08:44 | dpa.de

Eine mögliche zweite Amtszeit von Donald Trump als US-PrÀsident hat auch am Dienstag das Interesse der Anleger an deutschen Aktien gedÀmpft.

Der Dax DE0008469008 sank gegen Mittag um 0,49 Prozent auf 18.501 ZĂ€hler und knĂŒpfte so an seine VortagsschwĂ€che an.

WĂ€hrend der MDax DE0008467416 0,89 Prozent auf 25.460 Punkte einbĂŒĂŸte, verlor der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 0,6 Prozent. An den US-Börsen dagegen zeichnete sich nach den Gewinnen vom Vortag dagegen ein stabiler Start ab.

Von Börsianern wird der sogenannte "Trump-Trade" als Grund genannt, wonach es bei den Anlegern in New York besser ankommt, dass die Chancen fĂŒr eine Wiederwahl von Donald Trump nach dem Attentat vom Wochenende wohl gestiegen sind. Laut dem Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners könnten unter Trump höhere Zölle den Warenaustausch der USA mit Europa und China massiv beeintrĂ€chtigen.

Altmann sieht den Dax aber auch im "ĂŒblichen Sommerloch", was sich zuletzt in besonders niedrigen UmsĂ€tzen widergespiegelt habe. Aus dem versuchten Ausbruch ĂŒber den seit Mitte Mai gĂŒltigen Korrekturtrend ist vorerst ein Fehlausbruch geworden. Am Freitag war der Leitindex auf das höchste Niveau seit Anfang Juni gestiegen, weshalb manch ein Börsianer ihn schon auf dem Weg zur Bestmarke von 18.892 Punkten sah.

Im Dax gab es mit den um 1,7 Prozent erholten Aktien von Fresenius DE0005785604 nur einen klar dominierenden Gewinner. Die Anteile des Gesundheitskonzerns gelten als eher defensiver Wert.

Verluste gab es dagegen bei Versicherern und Automobilwerten. Die Titel der RĂŒckversicherer Munich Re DE0008430026 und Hannover RĂŒck DE0008402215 verloren bis zu 2,1 Prozent wegen dĂŒsterer Branchenvorgaben. In Paris ließ eine Gewinnwarnung die Aktien des Konkurrenten Scor FR0010411983 um 24 Prozent einbrechen.

GrĂ¶ĂŸter Dax-Verlierer war der Sportwagenbauer Porsche AG DE000PAG9113, dessen Aktien um 4,7 Prozent absackten. Die Aktien litten im Sektorvergleich unter besonders stark eingetrĂŒbten Perspektiven an wichtigen AbsatzmĂ€rkten. Zu den schon bekannten Problemen in China drohen laut dem Marktbeobachter Andreas Lipkow zusĂ€tzlich noch erschwerte Handelsbeziehungen mit den USA, wenn es zu einer zweiten Amtszeit von Trump als US-PrĂ€sident kommt. GefĂŒrchtet werden dann zusĂ€tzliche Zölle.

Im MDax stand Hugo Boss DE000A1PHFF7 im derzeit fragilen Konsumsektor negativ im Rampenlicht. Die Aktien setzten ihren AbwĂ€rtstrend rapide fort: Mit einem Kursrutsch um 8,3 Prozent verbuchten sie ein erneutes Tief seit 2021. DafĂŒr verantwortlich waren enttĂ€uschende Eckdaten zum zweiten Quartal und eine gekappte Jahresprognose, die noch niedriger angesetzt wurde als befĂŒrchtet. Eine Abstufung durch die Experten von Oddo BHF war die Folge.

Aixtron DE000A0WMPJ6 dominierte die Positivseite im MDax mit einem Anstieg um 3,4 Prozent. Hier galt ein Folgeauftrag des niederlÀndischen Halbleiterunternehmens Nexperia als Kurstreiber. Laut einem HÀndler untermauert dies eine wieder verbesserte Dynamik bei dem Anlagenbauer im Siliziumkarbid-Bereich, in dem der Tiefpunkt womöglich durchschritten sei.

Von Anlegern verkauft wurden Stahlwerte, allen voran Salzgitter DE0006202005 mit einem Kursrutsch um 6,3 Prozent. Die US-Bank JPMorgan hatte die Papiere mit Blick auf die anstehende Quartalsbilanz den Status "Negative Catalyst Watch" verliehen, weil Analyst Dominic O'Kane mit negativen Nachrichten rechnet. Er verwies auf sich eintrĂŒbende Konjunkturindikatoren und Anzeichen fĂŒr eine schwĂ€chere Nachfrage.

Im freien Fall blieben außerdem die Baywa DE0005194062-Aktien mit mehr als sechs Prozent Minus. Am Vortag waren sie bereits wegen eines notwendig gewordenen Sanierungsgutachtens eingebrochen. Kaufargumente sind nicht in Sicht. Die Analysten von Warburg Research und der Privatbank Metzler setzten am Dienstag ihre Bewertung aus.

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